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Ausstellung über drei Literaten jüdischer Herkunft

Graal-Müritz Ausstellung über drei Literaten jüdischer Herkunft

Kafka, Kerr und Tucholsky waren zwischen 1915 und 1923 Sommergäste in Graal und Müritz

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Ute und Reimar Brunner aus Rostock beschauen die Tafeln von Kristin von Soden und die Collagen von Regine Meyer-Klüßendorf.

Quelle: Foto: J. Falkenberg

Graal-Müritz. „Mecklenburg – Du hast mir wohl gefallen. Mit Wald und Flut und Quallen“, so schrieb der reiselustige Theaterkritiker Alfred Kerr (1867-1948). Er war wie viele Literaten gern in Graal und Müritz. Ihm, Kurt Tucholsky (1890-1935) und Franz Kafka (1883-1924), alle jüdischer Herkunft, ist die am Mittwoch eröffnete Ausstellung im Haus des Gastes gewidmet.

„Zur Sommerfrische in Graal und Müritz“ bietet Reflexionen der drei Gäste über kürzere und längere Aufenthalte zwischen 1915 und 1923 im Seebad.

„Es ist eine außergewöhnliche Ausstellung, in der Literatur und Kunst zusammengeführt werden“, so Bernd Kuntze. Über einen Schreibwettbewerb kamen die Künstlerin Regine Meyer-Klüßendorf aus Rostock und die Philologin Kristine von Soden aus Hamburg zusammen. Erstere schuf Collagen und Skulpturen aus Strandgut, zum Teil eigens für die Ausstellung gefertigt. So, wie die drei Literaten gern am Strand wanderten und sich vom Zauber der Küstenlandschaft einfangen ließen, bezaubern die Arbeiten der Künstlerin. Es sind nicht nur die Quallen, die die Verbindung herstellen.

Kristine von Soden forschte viele Jahre über jüdische Literaten in der Weimarer Republik. Die Tafeln im Gästehaus geben ein Zeugnis. Unterstützung gab es unter anderem vom Ribnitzer Archiv und von der Landesbibliothek Schwerin.

Anrührend ein Porträt von Dora Diamant, geschaffen vom Leiter des Heimatmuseums, Joachim Weyrich. Tucholskys letzte Liebe zu ihr begann in Graal 1923, ein Jahr vor seinem Tod. Verbunden damit das Haus „Kinderglück“, ein ,jüdisches’ Kinderheim. Auch Kurt Tucholsky, ab 1929 in Dänemark im Exil , hatte eine enge Bindung zu Graal.Die Ausstellung ist bis Mitte Juli zu sehen.Eine Broschüre ist erhältlich.

Jürgen Falkenberg

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