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Azubis pflastern wie im Mittelalter

Lambrechtshagen Azubis pflastern wie im Mittelalter

Der Ausbau der Zuwegung zum Pfarrhof in Lambrechtshagen ist ein Projekt der Bestenförderung. Sieben Straßenbauer-Lehrlinge haben hier in historischer Bauweise 60 Quadratmeter Kopfsteinpflaster verlegt. Die Feldsteine hat ein Landwirt gesponsert, den Kies lieferte eine Tiefbaufirma.

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Der Kirchenweg in Lambrechtshagen zum Pfarrhaus und zum Begegnungshaus wurde von den besten Straßenbauer-Azubis mit Feldsteinen in mittelalterlicher Bauweise gepflastert. In dieser Woche haben die Lehrlinge ihr Werk übergeben.

Quelle: Fotos: Doris Kesselring

Lambrechtshagen. Noch mal abfegen, den Rand harken und dann einen letzten Blick auf den frisch gepflasterten Kirchenweg werfen. „Gelungen“, findet Andy Österreich. Der 19-Jährige wird als Straßenbauer ausgebildet und hat zusammen mit sechs Azubis auf dem Weg an der Kirche zum denkmalgeschützten Pfarr- und Begegnungshaus Natursteinpflaster verlegt. „Das ist hier mal was für die Ewigkeit, das hat Bestand“, sagt der Lehrling von der Insel Rügen. Sonst würden in der überbetrieblichen Ausbildung bei der abc Bau GmbH in Rostock, dem Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft des Landes, die handwerklichen Übungsprojekte ja nach ein, zwei Tagen wieder abgerissen.

OZ-Bild

Der Ausbau der Zuwegung zum Pfarrhof in Lambrechtshagen ist ein Projekt der Bestenförderung. Sieben Straßenbauer-Lehrlinge haben hier in historischer Bauweise 60 Quadratmeter Kopfsteinpflaster verlegt. Die Feldsteine hat ein Landwirt gesponsert, den Kies lieferte eine Tiefbaufirma.

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„Dies hier war ein Projekt der Bestenförderung“, erklärt abc-Geschäftsführer Bernd Rackow. Die sieben leistungsstärksten Straßenbauerlehrlinge seien dafür ausgewählt worden. „In enger Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben in Sellin, Gadebusch, Neustrelitz, Neubrandenburg, Schwerin und Rostock konnten sich Azubis des zweiten Lehrjahres für das Projekt bewerben“, berichtet Rackow. Sie hätten sich im Ausbildungszentrum gut vorbereitet, Prospekte, Videos und Fachliteratur gesichtet. „Mit E-Learning haben sie die Bauweise des Mittelalters erkundet, die zwar heute noch Teil der Ausbildung, aber nicht mehr alltäglich ist“, beschreibt Ausbilder Maik Wendlandt das Vorgehen.

Als ehemaliger Bürger der Gemeinde Lambrechtshagen hat Wendlandt von den Bemühungen um den Ausbau des ausgefahrenen Sandweges zur Ortskirche erfahren und die Idee zum Azubi-Projekt entwickelt. „Wir haben 2014 schon einen Förderantrag zum Ausbau der Zuwegung gestellt“, sagt Bürgermeister Holger Kutschke, „doch der wurde nicht bestätigt.“ Kirchgemeinde und Kommunalvertretung haben dann nach anderen Lösungen gesucht.

„Es sollte ein Kopfsteinpflasterweg sein, wie es ihn hier früher gab zum 1850 errichteten Pfarrhaus und dem alten Viehstall, in dem heute das Begegnungshaus ist“, berichtet Heidemarie Parlow vom Kirchgemeinderat. Firmen der Region unterstützten das Vorhaben. Landwirt Bernd Breide aus Allershagen sponserte die Feldsteine, die Landschafts-, Kultur- und Tiefbau GmbH Gebauer lieferte Kies und baggerte das Wegebett aus. Dann konnten die Azubis loslegen.

Auf einem etwa 25 Meter langen Weg haben sie in einer Woche 60 Quadratmeter unbehauene Feldsteine verlegt und den Mittelstreifen mit 40 Quadratmetern künstlichem Pflaster versehen. „Damit auch Rollstuhlfahrer oder Muttis mit Kinderwagen sicher und trockenen Fußes den Weg passieren können“, erläutert Straßenbaumeister Wendlandt, der zufrieden ist mit dem Werk seiner Azubis. „Es ist schon eine Kunst, die richtigen Feldsteine auszuwählen“, sagt der Ausbilder. „Jeder Stein hat eine gute Seite, und die Lehrlinge haben bewiesen, dass sie ein Gefühl dafür haben.“

„Wir dürfen Firmen ja nicht die Arbeit wegnehmen“, erklärt abc-Chef Rackow. Doch in diesem Projekt der Bestenförderung sei es darum gegangen, die Lehrlinge mit einer anspruchsvollen Aufgabe herauszufordern und ganz spezielles Fachwissen zu vermitteln. „Das ist gelungen“, freut sich Pastorin Peggy Rotter über „die großartige Aktion“. „Es war toll zu sehen, mit welcher Freude die jungen Leute bei der Arbeit waren.“ Der neue Weg füge sich in das denkmalgeschützte Ensemble ein, „als wenn das hier schon immer so war“.

Doris Kesselring

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