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Bande soll Banken um mehr als 100000 Euro betrogen haben

Stadtmitte Bande soll Banken um mehr als 100000 Euro betrogen haben

Mit gefälschten Kreditanträgen sollen die Institute getäuscht worden sein

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Zwei Männer müssen sich vor dem Landgericht Rostock verantworten. Ihnen wird Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. FOTO: OVE ARSCHOLL

Stadtmitte. . Sie sollen die Köpfe einer Betrüger-Bande sein, die Banken abgezockt hat: Dirk T. (45) und Dirk A. (48) müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Rostock wegen Betruges und Urkundenfälschung verantworten. Der Staatsanwalt legt den Angeklagten zur Last, in den Jahren 2007 und 2008 in neun Fällen Banken durch gefälschte Kreditanträge betrogen zu haben. Mehr als 100000 Euro sollen sie dabei ergaunert haben. Der Rostocker T. schweigt zu den Vorwürfen. Für seinen mutmaßlichen Komplizen A. aus dem Landkreis Rostock sprach ein Verteidiger:

Bis zu zehn Jahre Haft

„Wir beantragen die Einstellung des Verfahrens. Andreas Lange Verteidiger

„Wir sagen, dass es das so nicht gab.“ Beiden Angeklagten droht jeweils eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Drei Mittäter standen bereits vor Gericht: Sie sind im Sommer jeweils zu Haftstrafen zwischen drei und vier Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Im Laufe des Prozesses gegen Michele G., Ralf S. und Jens F. führten jedoch Geständnisse zu den beiden jetzigen Angeklagten.

Die Masche der mutmaßlichen Bande: Sie haben nicht kreditwürdige Personen geworben, deren Kreditwürdigkeit jedoch gegenüber den Banken vorgetäuscht wurde, so der Staatsanwalt. Aus einer Arbeitslosen wurde zum Beispiel in einem Fall eine Angestellte im öffentlichen Dienst mit einem Einkommen von 2300 Euro. Dadurch hätten die Angeklagten die Kreditinstitute zur Auszahlung von Darlehen veranlasst, die sonst nie bewilligt worden wären. Das Geld sei dann aufgeteilt und zweckwidrig verwandt worden, heißt es in der Anklage. Zu den geschädigten Instituten gehörten unter anderem Sparkasse, Deutsche Kreditbank, Hanseatic Bank, Dresdner Bank und Deutsche Bank.

Die vorgetäuschten Kreditnehmer sollen zum Kauf unattraktiver Baugrundstücke veranlasst worden sein. Betroffen gewesen seien zum Beispiel Flächen in Mönchhagen oder Stäbelow. Gegenüber den Banken seien falsche Angaben über Bauumfang und -preis gemacht worden, so der Staatsanwalt. Auch der Baufortschritt sei verkehrt dokumentiert worden. Dadurch hätten die Institute zu hohe Darlehen von bis zu 190000 Euro bewilligt, mit denen wiederum die Baugrundstücke finanziert worden seien.

Die Aufgabe der beiden Angeklagten sei es gewesen, als Kreditvermittler tätig zu werden und die Darlehensnehmer zu gewinnen. Einer der mutmaßlichen Mittäter, Michele G., sei stellvertretender Filialleiter einer Bank in Wismar gewesen. Er soll laut Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen Verdienstbescheide und Kontoauszüge gefälscht haben.

Die Verteidigung beantragte gestern die Einstellung des Verfahrens, weil die Anklage zu unkonkret sei. Es seien keine Tat-Handlungen dokumentiert. Das Gericht lehnte ab. Auch könne sich der Angeklagte Dirk A. nicht äußern, weil es kaum Details gebe, so die Verteidigung weiter. „Wenn man sich die schriftlichen Geständnisse der anderen ansieht, fällt auf, dass sie absolut detailarm sind“, sagte einer der drei Anwälte. Es fehlten Orte, Zeiten und Wortlaute. Sobald es um Summen und Provisionen gehe, würden die Geständnisse jedoch plötzlich auffällig konkret werden. „Das ist das Problem des Prozesses.“ Nächster Verhandlungstermin ist am 21. November.

Den Angeklagten drohen für den Vorwurf des Betruges bis zu zehn Jahre Haft. Das geht aus dem Strafgesetzbuch hervor. Hier heißt es: „Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den Paragrafen 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.“

Bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe droht den Beschuldigten zudem, weil sie in drei Fällen andere zur Untreue angestiftet haben sollen.

Neun Termine sind in dem Prozess angesetzt. Mehr als 17 Zeugen sollen gehört werden. Der erste ist gestern nicht erschienen.

84 Fälle von Wirtschaftskriminalität hat die Polizei im Jahr 2015 in Rostock erfasst.

André Wornowski

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