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Baustart: Marine-Zentrale wird Hochsicherheitstrakt

Hansaviertel Baustart: Marine-Zentrale wird Hochsicherheitstrakt

Bis 2022 soll das Hauptquartier im Hansaviertel fertig sein

Hansaviertel. Es wird das sicherste Gebäude der Hansestadt. Ein echter Hochsicherheitstrakt. Geschützt gegen Angriffe von außen, abhörsicher. Wer rein will, muss sich vorab einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Kein Wunder: Denn der 67-Millionen- Euro-Bau, der mitten im Hansaviertel entsteht, spielt in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands eine entscheidende Rolle. Auf dem Gelände der HanseKaserne hat der Bau des neuen Marine Operations Centers (MOC) begonnen. In dem hochmodernen Hauptquartier der Flotte werden die Einsätze aller Schiffe, U-Boote und fliegenden Einheiten der Deutschen Marine überwacht und gesteuert.

In knapp sechs Jahren – Mitte 2022 – soll die neue Operationszentrale den Betrieb aufnehmen. Die Arbeiten laufen bereits: Bagger heben die Baugrube aus, erste Rohre werden verlegt. Das ganze Gelände ist umzäunt. Wachleute kontrollieren jeden Arbeiter und jeden Besucher. „Das neue MOC ist das größte Bauvorhaben der Bundesregierung in unserem Bundesland“, sagt Christian Hoffmann, Sprecher des Betriebes für Bau und Liegenschaften MV (BBL). Das landeseigene Unternehmen ist für das Mammut-Projekt zuständig: 110 Meter lang und 15 Meter hoch wird das neue Gebäude, das mitten auf dem Kasernen-Areal entsteht. „Der Neubau wird das Gelände dominieren“, sagt Holger Richter, Dezernent für „Bundesbau“ beim BBL. Genau deshalb sei den Planern die Architektur so wichtig gewesen: „Wir wollen kein wuchtiges Gebäude, sondern ein repräsentatives. Schließlich werden in dem neuen Hauptquartier auch Besucher aus anderen Staaten regelmäßig zu Gast sein.“ Und es soll ein Kontra-Punkt zu den traditionellen Kasernen-Bauten aus den 1930er Jahren sein.

Genau diese Voraussetzungen erfüllt die Planung des Rostocker Architekturbüros Bastmann + Zavracky. „Das Gebäude soll wie ein Schiff anmuten“, so Richter. Die unteren Etage werden dunkel gehalten.

„Das soll etwas rostig, wie ein Rumpf wirken.“ Die oberen Etagen aber erscheinen wie Aufbauten, wie weiße Segel. Vor dem Eingangsbereich wird es eine große Grünfläche und Wasserspiele geben. Zudem gehört ein Parkhaus mit sechs Ebenen und 210 Stellplätzen zum Neubau, in dem Hunderte Marine-Kräfte arbeiten sollen. Neben der Operationszentrale, die bisher in Glücksburg sitzt, sollen auch das Kommunikationszentrum der Marine sowie das sogenannte „Maritime Component Comand“ in das Gebäude mit fast 7000 Quadratmetern Nutzfläche einziehen, sagt Marine-Sprecher Carsten Poll. Herzstück werde ein riesiger, hochmoderner Kommandoraum, von dem aus sämtliche Einheiten der Marine auf der ganzen Welt überwacht werden können. Und: Auch die polnische Marine werde in den Bau einziehen.

Deutschland und Polen wollen ihre U-Boote künftig gemeinsam steuern.

„Das Gebäude hat mit die höchsten Sicherheitsanforderungen, die es in Deutschland gibt“, so BBL- Projektleiterin Cornelia Gauß. Abhörsichere Fenster und Leitungen seien ein Muss. Alles Weitere sei aber streng geheim. In Glücksburg sitzt die Operationszentrale derzeit in einem Bunker, in Rostock wird sie über der Erde entstehen. „Das ist auch im Notfall kein Problem. Es gibt noch eine Ausweichzentrale“, sagt Richter. Wo die ihren Sitz hat – ebenfalls geheim. Keinen Hehl machen Marine und BBL hingegen aus der Klimatechnik: Das Gebäude wird mit Fernwärme beheizt. Eine moderne Fußbodenheizung kann im Sommer auch als Klimaanlage genutzt werden. „Und das Dach wollen wir begrünen“, sagt Planerin Gauß.

Andreas Meyer

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