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Bei großer Hitze: Kühe im Schatten geben mehr Milch

DUMMERSTORF Bei großer Hitze: Kühe im Schatten geben mehr Milch

Der Klimawandel wird auch Auswirkungen auf die Nutztiere haben / Forscher aus Dummerstorf untersuchen Kühe in Brasilien, um zu erkennen, wie diese mit Hitze umgehen

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Bei dem Forschungsprojekt stehen die hellhäutigen Nelore-Rinder im Fokus, die vorherrschende Fleischrindrasse in Brasilien.

Quelle: Ralf Pöhland/fbn

Dummerstorf. Kühen in heißen Ländern geht es besser und sie produzieren mehr Milch, wenn sie kühlenden Schatten haben. Dies ist eines der ersten Ergebnisse von Studien, die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf in Brasilien zusammen mit heimischen Forschern erzielt haben. Ein Ziel der noch bis 2018 laufenden Forschungen ist es, Mechanismen der Hitzeanpassung brasilianischer Rinder zu erkennen. Dann könnte daraus die Chance entstehen, künftig durch Züchtungen europäische Rinder besser an den Klimawandel anzupassen, sagte Ralf Pöhland vom FBN.

 

OZ-Bild

Mit Doktorandin Mirela Brochado Souza Cáceres aus Brasilien wertet Projektleiter Ralf Pöhland in Dummerstorf die Proben aus.

Quelle: FBN

Die Ergebnisse seien nicht nur für die Verbesserung der Nutztierhaltung in südlichen Ländern von Bedeutung. „Das ist auch für unsere hochleistenden Milchkühe, die im deutschen Sommer oft unter Hitzestress leiden, von Bedeutung“, so Pöhland. So könnte Rinderzüchtern geraten werden, Schatten gebende Wälder stehen zu lassen und nicht zu roden beziehungsweise sie wieder aufzuforsten. „Dann wachsen Rinder schneller und sie haben weniger Probleme mit Hitzestress.“ Die erste Versuchsperiode in Brasilien sei gerade abgeschlossen worden, nun würden die Proben ausgewertet.

Tropische Rinderrassen seien durch die langjährige Zucht zwar an höhere Temperaturen angepasst, dennoch verzeichneten die Landwirte in wärmeren Regionen ähnliche Probleme bei den Tieren wie im kühleren Europa. Durch Hitzestress habe die Milch weniger Inhaltsstoffe, zudem verringere sich die Milchabgabe. Bei hohen Temperaturen nehmen Kühe auch weniger Futter auf, um ein weiteres Aufheizen ihrer ohnehin gestiegenen Körpertemperatur zu verhindern, sage Pöhland. Die Wohlfühltemperatur von deutschen Milchrindern liege zwischen 4 bis 15 Grad, ab etwa 20 Grad beginne der Hitzestress. Dies sei vor allem in Ställen schnell erreicht.

Seit 2015 arbeiten Dummerstorfer Biologen am Projekt mit Brasilien. „Im Vergleich zu Studien in Europa sind die standortangepassten Tiere von Vorteil, die uns in unterschiedlichen Rassen und Nutzungsarten unter extremen klimatischen Verhältnissen zur Verfügung stehen“, so Ralf Pöhland. Aktuell werden die Messungen aus Südamerika zusammen mit einer brasilianischen Doktorandin in Dummerstorf ausgewertet. „In der nächsten Regenzeit Anfang kommenden Jahres werden wir die bisher nur mit Nelore durchgeführten Experimente auch mit Girolando- und Pantaneiro-Kühen durchführen, um einen Vergleich der Rassen zu bekommen“, sagt Pöhland.

Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 88 selbstständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in übergreifenden Forschungsverbünden. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18100 Personen, darunter 9200 Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Joachim Mangler

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