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Berlin statt Laage: Lochner geht

Laage/Güstrow Berlin statt Laage: Lochner geht

Persönliche Gründe: Laager Bürgermeisterin gibt ihr Amt ab, bleibt aber vorerst Kreistagspräsidentin

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Wenn sie das Amt als Kreistagspräsidentin abgeben würde, wäre das ein großer Verlust. Fred Ibold (CDU) Fraktionsvorsitzender im Kreistag

Laage/Güstrow. Ilka Lochner gibt am 15. Februar ihr Amt als Bürgermeisterin der Stadt Laage ab. Im sozialen Netzwerk Facebook verabschiedete sich die 46-Jährige von den Bürgern und ihren politischen Wegbegleitern. Sie habe diese Entscheidung getroffen, „weil es manchmal Veränderungen und Gründe im Leben gibt“, sagte Lochner auf Nachfrage. Diese Gründe seien privat.

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Persönliche Gründe: Laager Bürgermeisterin gibt ihr Amt ab, bleibt aber vorerst Kreistagspräsidentin

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Bekannt ist, dass Lochner sich vor Kurzem hat scheiden lassen.

Sie gehe mit einem lachenden und weinenden Auge. „Mit einem lachenden, weil es die Chance auf etwas Neues ist, eine reizvolle Aufgabe.“ Lochner wird Dienststellenleiterin und ständige Vertreterin der Bevollmächtigten des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund. In Berlin vertritt die CDU-Politikerin damit die Interessen der Landesregierung im Gesetzgebungsprozess.

Mit einem weinenden Auge, weil sie auf eine erfolgreiche Amtszeit zurückblicke. „Wir waren lange in der Haushaltskonsolidierung. 2016 haben wir das erste Mal einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt, 2017 erneut“, sagt die 46-Jährige. Auch der Finanzplan der kommenden fünf Jahre sehe positiv aus. Ob Eigenheimbau, Straßenbau, eine neue Kindertagesstätte oder sanierte Sportanlagen – es sei einiges geschafft worden in den vergangenen sechs Jahren.

„Die Stadt verliert eine engagierte Bürgermeisterin, die immer ein offenes Ohr für Vereine hatte und sozial sehr engagiert war“, sagt Petra Müller, stellvertretende Bürgermeisterin Laages. Lochner habe sich in der Verwaltung sehr für die Mitarbeiter eingesetzt, beispielsweise für flexiblere Arbeitszeiten gesorgt. Die 55-jährige Müller, seit 1994 im Amt, wird nach dem Rücktritt vorerst als amtierende Bürgermeisterin die Geschäfte von Lochner übernehmen.

Ihren Erstwohnsitz in Laage werde Noch-Bürgermeisterin Lochner behalten. Ebenso ihr Amt als Kreistagspräsidentin. „Ich muss aber erst mal gucken, ob es zeitlich passt.“ Möglich also, dass sie auch dieses Amt abgibt. „Frau Lochner ist als Kreistagspräsidentin sehr geradlinig und an der Sache orientiert“, sagt Hartmut Polzin, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. „Sie leitet den Kreistag souverän und neutral, egal gegenüber welcher demokratischen Partei“, sagt Fred Ibold, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag. Der 63-Jährige kennt Ilka Lochner auch als Bürgermeisterin aus seiner Zeit als Bürgermeister in Tessin. „Wenn sie ihre Tätigkeit in Berlin und die Funktion als Kreistagspräsidentin nicht unter einen Hut bekommt, wäre das ein großer Verlust“, so Ibold. Die CDU-Fraktion als stärkste Fraktion müsste sich dann in ihren Reihen auf die Suche nach einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin machen.

Bei vielen Weggefährten der vergangenen Jahre klingt Wehmut mit beim Gedanken an den Abschied Lochners. „Sie hat viel für die Entwicklung der Stadt getan. Laage fällt erstmal in ein kleines Loch“, sagt Stadtvertretervorsteher Jürgen Schwießelmann (parteilos/CDU-Fraktion). „Für Laage ist das nicht gut, sie hat einiges bewegt“, sagt Andreas Pieper (CDU). Der 54-Jährige war im Abschiedsschreiben der Bürgermeisterin als einer ihrer wichtigen Partner namentlich erwähnt worden. „Wir konnten uns kritisch miteinander auseinandersetzen, haben aber immer sachlich diskutiert“, so Pieper. Lochner sei eine resolute Bürgermeisterin, die ihre Ziele intensiv verfolge. „Sie war gut verdrahtet. Ihr Nachfolger wird es schwer haben, das ist eine große Bürde.“

In viereinhalb Wochen sagt Ilka Lochner also tschüss zur Laager Kommunalpolitik. Der Stadt wünsche sie, dass sie „eine schöne, liebenswerte kleine Stadt bleibt.“ Es sei nicht immer einfach gewesen, aber gerade auf kommunaler Ebene sei die Zusammenarbeit ungeachtet politischer Zugehörigkeiten positiv gewesen.

Nachfolger gesucht

Das Bürgermeisteramt in Laage wird vorerst nicht besetzt, teilte Petra Müller, stellvertretende Bürgermeisterin mit. Eine Neuwahl wird es aller Voraussicht nach erst im September geben, zeitgleich mit der Bundestagswahl, sofern die Stadtvertretung diesen Terminvorschlag der Verwaltung annimmt und die Rechtsaufsichtsbehörde ihn ausnahmsweise genehmigt. „Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt“, sagt Petra Müller.

Laut Gesetz dürfen maximal fünf Monate nach der Feststellung, dass eine Neuwahl erforderlich ist, bis zur eben dieser vergehen.

Robert Niemeyer

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