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Berliner Möbel-Mogul möbliert in Bentwisch um

Bentwisch/Schutow Berliner Möbel-Mogul möbliert in Bentwisch um

Krieger baut bei Höffner an / Decathlon: Entscheidung bis Frühjahr 2018

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Möbel Höffner baut seine Filiale in Bentwisch aus. Dadurch soll sich die Verkaufsfläche um 8000 Quadratmeter vergrößern.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Bentwisch/Schutow. Der Berliner Möbel-Mogul Kurt Krieger baut auf Bentwisch. Im Gewerbepark lässt der Multimillionär gerade eine Filiale seiner Einrichtungshaus-Kette Möbel Höffner erweitern. Die Pläne, auch am Westrand Rostocks Tisch, Stuhl, Couch und Küchenzeile an die Kundschaft zu bringen, hängen indes in der Warteschleife fest.

19 Höffner-Einrichtungshäuser bundesweit

gehören dem Berliner Unternehmer Kurt Krieger (69). Den Markt in Bentwisch hat er 1995 eröffnet, als damals größtes Möbelhaus in MV. Zudem gehört der Sconto im Hansecenter zur Krieger-Firmengruppe.

26 dieser Märkte zählt die SB-Kette deutschlandweit.

Darüber hinaus gehören Möbel Kraft und Möbel Walther zum

Krieger-Imperium.

In Schutow wollte Krieger eigentlich bereits im vergangenen Herbst einen Möbel Kraft eröffnen. Mecklenburg-Vorpommerns größtes Einrichtungshaus sollte es werden. Einen 40000 Quadratmeter großen Mega-Markt gegenüber vom Ikea und 300 neue Jobs hatte Gunnar George, damaliger Kraft-Geschäftsführer, noch Anfang 2015 in Aussicht gestellt. Daraus wurde bekanntlich nichts. Krieger selbst zeigte George wegen Betrugsvorwürfen an und entließ seinen einstigen „Ziehsohn“. Das Grundstück in Schutow hat Krieger noch. Einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan aber nicht, wie das Infrastrukturministerium in Schwerin mitteilt. Über die Rahmenbedingungen werde derzeit verhandelt, heißt es aus Rostocks Rathaus.

Kriegers für Expansionsfragen zuständige Projektentwicklungs- und Bau-GmbH vertröstete bei mehrfachen Anfragen wiederholt auf spätere Termine. Auch zum Neubau in Bentwisch gab es zunächst keine Auskunft. Unterdessen schreiten die Bauarbeiten am Einrichtungshaus rasant voran.

Höffner habe aktuell eine Verkaufsfläche von rund 27000 Quadratmetern, teilt das Infrastrukturministerium mit. Der Bebauungsplan erlaube dem Möbelmarkt 8000 Quadratmeter mehr. Dieser Spielraum solle durch den Anbau ausgereizt werden, so eine Sprecherin. Dafür wurde der B-Plan mehrfach geändert. Ab 6. Oktober will die Gemeinde Bentwisch die dritte Version öffentlich auslegen.

Ursprünglich hatte Krieger in Bentwisch andere Pläne. Der ersten B-Plan-Änderung zufolge sollte Kriegers Möbel-Discounter Sconto aus dem Hansecenter, in dem es Mieter ist, ausziehen und gegenüber auf dem Höffner-Grundstück Platz finden. Dieser Plan sei inzwischen verworfen worden, so das Infrastrukturministerium. Sconto ist langjähriger Mieter und das solle so bleiben, bestätigt Center-Managerin Kathrin Kühnel.

Mit Sitzecken und Wohnwänden ist Möbel-Tycoon Krieger reich geworden. Sein Vermögen haben Branchenkenner zuletzt auf knapp eine Milliarde Euro geschätzt. Den Grundstein für Kriegers Erfolg hat sein Großvater gelegt: Wilhelm Krieger senior gründete 1910 eine Tischlerei in Berlin, die sein Sohn Wilhelm junior in den 1940er Jahren zum größten Möbelhaus der Stadt entwickelt. Der Mauerbau setzt dem Betrieb ein vorläufiges Ende. 1967 kauft Kurt Krieger die Namensrechte des Höffner-Möbelgeschäfts und baut die Marke neu auf. Heute setzt die Kette der Gewerkschaft Verdi zufolge pro Jahr zwei Milliarden Euro um. Zur Firmengruppe zählen auch die Möbel-Ketten Kraft, Walther und Sconto.

Während Höffner expandiert, wartet ein anderes wirtschaftliches Schwergewicht darauf, in Rostock den Grundstein legen zu dürfen. Das französische Unternehmen Decathlon will sich in Schutow ansiedeln, muss sich aber weiter in Geduld üben. Auf Antrag der Stadt Rostock führt das Infrastrukturministerium derzeit ein Zielabweichungsverfahren durch. Das soll bis zum Frühjahr 2018 abgeschlossen sein.

„Wenn die Ansiedlung aus Perspektive des Landes unproblematisch ist, kann die Stadt Rostock einen entsprechenden Bebauungsplan für uns aufstellen“, teilt ein Decathlon-Sprecher mit. Vor Ende 2018 sei eine Geschäftseröffnung eher unwahrscheinlich. Das Interesse an Rostock sei aber ungebrochen groß.

Bereits 2008 hatte sich Decathlon ein Grundstück westlich des Ikea in Schutow gekauft. Baupläne scheiterten bislang daran, dass der oft als „Sport-Aldi“ betitelte Händler mit seinem Sortiment als möglicher Konkurrent für die Innenstadt gilt. In Deutschland bringt Decathlon aktuell in 38 Filialen Artikel von A wie Angelrute bis Z wie Zelt zu Discountpreisen an die Kundschaft. Bis zum Jahreswechsel sollen sieben weitere hinzukommen.

Antje Bernstein

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