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Besser als erwartet: Minister lobt Zustand von Schifffahrtsmuseum

Rostock-Stadtmitte Besser als erwartet: Minister lobt Zustand von Schifffahrtsmuseum

Gutachter besichtigen mit Mathias Brodkorb (SPD) Haus in August-Bebel-Straße / Bis Sommer soll Entscheidung fallen, ob neues Landesmuseum für Archäologie hier entsteht

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Die Societät Rostock maritim hat großartige Arbeit geleistet, um das Gebäude zu erhalten.“Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD)

Rostock-Stadtmitte. Rostock hat die erste Hürde bei der Bewerbung um das Landesmuseum für Archäologie genommen: Gutachter untersuchten das ehemalige Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Straße 1. Zwischenfazit: „Die Bausubstanz ist besser, als ich es mir vorgestellt habe“, sagt Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Er lobt: „Die Societät Rostock maritim hat großartige Arbeit geleistet, um das Gebäude zu erhalten.“

Der Minister drängt auf eine Entscheidung. Sieben Standorte stehen zur Auswahl: Rostock, Schwerin, Stralsund, Greifswald, Neustrelitz, Groß Raden und Tollensetal. Geht es nach Brodkorb, soll bis zum Sommer alles klar sein. „Seit 25 Jahren schieben wir dieses Thema vor uns her. Das ist nicht weiter hinnehmbar“, betont er.

Die archäologischen Schätze des Landes zählen zu den besten Sammlungen Europas. Doch sie schmoren nur in Depots. In einem Landesmuseum sollen sie nun für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Darum kämpft auch die „Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum“ (IPAL). Sprecher Jürgen Krakor: „Wir begrüßen, dass eine unabhängige Firma mit der Entscheidungsfindung zum Standort beauftragt wurde. Nur so kann vermieden werden, dass starke regionale Interessen dem Ziel der Stärkung unseres gesamten Bundeslandes zuwiderlaufen.“

Was für Rostock spricht: Die Hansestadt stellt ihr ehemaliges Schifffahrtsmuseum kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug soll das Land die baufällige Immobilie auf eigene Rechnung sanieren. Geschätzte Kosten: 7,5 Millionen Euro. Brodkorb spricht von einem „sehr attraktiven Angebot“, das in dieser Form bisher noch kein anderer Standort unterbreitet habe. Die Gutachter müssten nun jedoch herausfinden, ob es sinnvoll sei, die Archäologie-Schätze in einem fertigen Gebäude unterzubringen. Oder ob es besser sei, einen Neubau zu schaffen, der die Besonderheit der Ausstellungsstücke berücksichtigt. IPAL-Sprecher Krakor: „Ausschlaggebend werden letztendlich ökonomische Zwänge sein, die mit entsprechender Professionalität gewichtet werden sollten.“

Ein weiterer Pluspunkt für die Hansestadt: Der Studiengang „Ur- und Frühgeschichte“ wird an der Universität Rostock wiederbelebt. 1,5 Millionen Euro überweist das Land dafür. Der neue Lehrstuhlinhaber soll gleichzeitig wissenschaftlicher Leiter des neuen Landesmuseums für Archäologie werden — unabhängig vom Standort. Die Besetzung ist bereits entschieden, aber noch nicht öffentlich. „Die Angelegenheit ist noch in Verhandlung“, sagt Uni-Sprecherin Jana Powilleit. In den kommenden zwei Monaten soll der Lehrstuhlinhaber berufen werden.

Wie die Entscheidung auch fällt, für Brodkorb steht fest: Das neue Landesmuseum soll eine Dauerausstellung beherbergen — und eine große, wechselnde Sonderschau. Dieser zweite Ausstellungsteil werde dann auch in anderen regionalen Museen des Landes gezeigt. „Ohne dass sie dafür etwas bezahlen müssten“, sagt Brodkorb. Die Einrichtungen profitierten von modernen Schauen. Und davon hätten auch alle Einwohner des Landes etwas. So wie bei der Sonderausstellung „Pipeline: Archäologie“ im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden. Die Schau geht jetzt auf Tournee durch MV.

Senator: Stadt kann sich Sanierung nicht leisten

7,5 Millionen Euro kostet die Generalüberholung des ehemaligen Schifffahrtsmuseums an der August-Bebel-Straße. Die Hansestadt kann sich das laut Finanzsenator Chris Müller (SPD) nicht leisten. Dafür wird die Kunsthalle saniert.

Weil die Schäden am Haus immer größer werden, soll eine rasche Lösung her. Müller hofft auf eine Einigung mit dem Land. Dann müsste das ehemalige Schifffahrtsmuseum nicht verkauft werden. Die Stadt würde es gern behalten, da die Bürger ihr das Gebäude einst geschenkt haben, so der Senator.



André Wornowski

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