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Abschied vom geliebten Tier: Alternativen zur Entsorgung

Rostock/Pampow/Randow Abschied vom geliebten Tier: Alternativen zur Entsorgung

Was tun, wenn Hund, Katze oder Meerschwein sterben? Die Beerdigung auf dem eigenen Grundstück ist sicherlich die erste Wahl. In der Stadt müssen aber oft Alternativen gesucht werden.

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Ein Grab auf dem Tierfriedhof in Rostock, der vom Verein Tierwelt betrieben wird. Auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück wurden seit den 1990er Jahren weit über 300 Tiere bestattet.

Quelle: Bernd Wüstneck

Rostock/Pampow/Randow. Wer jahrelang mit Hund oder Katze zusammengelebt hat, wird den Gedanken unerträglich finden, das Tier nach dessen Tod in die Tierkörperentsorgung zu geben. Dort werden verendete Nutztiere und Schlachtabfälle unter anderem zu Tiermehl und Fett verarbeitet. „Diese Vorstellung ist für mich gruselig“, sagte die Vorsitzende des Tierschutzbundes im Land, Kerstin Lenz in Randow bei Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Da seien Tierfriedhöfe eine gute Alternative. In manchen Großstädten betreibt der Tierschutzbund solche Friedhöfe, in Mecklenburg-Vorpommern nicht: Durch das ländliche Wohnen hätten viele Menschen die Möglichkeit, ihr Tier auf einem privaten Grundstück zu beerdigen, sagte sie.  

DCX-Bild

Was tun, wenn Hund, Katze oder Meerschwein sterben? Die Beerdigung auf dem eigenen Grundstück ist sicherlich die erste Wahl. In der Stadt müssen aber oft Alternativen gesucht werden.

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Dem widerspricht Heike Krahn vom Verein Tierwelt in Rostock, der auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück einen Tierfriedhof betreibt. Auch auf dem Lande würden die Leute immer häufiger Hunde und Katzen nicht einfach im Garten vergraben wollen. Sie ziehen demnach für ihr Tier eine Beisetzung auf dem Tierfriedhof vor, anonym oder im Grab als Urnen- oder Erdbestattung.

Nachfrage stabil

Der Tierfriedhof in Toitenwinkel ist parkähnlich angelegt, mit einem Teich und Bänken. Weit über 300 Tiere seien seit den 1990er Jahren dort bestattet worden, sagte der Vereinsvorsitzende Marcus Sentek. Derzeit sind es 20 bis 30 pro Jahr. Die Nachfrage sei etwa gleichbleibend. Ein Erdgrab für einen großen Hund kostet 330 Euro, eine anonyme Beerdigung 180, eine Urne 70 Euro. Das kleinste Tier, das zu Grabe getragen wurde, sei ein Wellensittich gewesen, das ungewöhnlichste eine Schlange, so Sentek.  

Etwas schwieriger zu erreichen, aber sehr romantisch ist der Abschiedshain Karbow westlich des Plauer Sees (Landkreis Ludwigslust-Parchim). „Wir haben den Waldfriedhof für Tiere vor einigen Jahren auf Wunsch von Tierhaltern und Tierärzten eingerichtet“, sagte Forstamtsleiter Wolfgang Starke. Die Tiere werden in einem eingezäunten Gelände beerdigt. Grabsteine sind nicht erlaubt, kleine Holzkreuze mit dem Namen schon. Die Klientel des Waldfriedhofs komme vor allem aus den Städten, sagte Starke. Mit dem Interesse ist er aber nicht zufrieden. An den Kosten kann es kaum liegen: Je nach Größe des Tieres sind die Preise gestaffelt. Eine Katze oder ein kleinerer Hund kann für 80 bis 85 Euro unter die Erde kommen. Die Kosten für die Tierkörperverwertung seien kaum geringer, sagte er. In einer Schweriner Tierarztpraxis hieß es, für die Entsorgung einer Katze seien rund 50 Euro zu zahlen, für einen großen Hund 95 Euro.

Bestattung auf eigenen Gelände gestattet

Das Begraben von Heimtieren ist nach Angaben des Agrar- und Umweltministeriums nach wie vor auf dem eigenen Gelände gestattet, jedoch nicht in Wasserschutzgebieten und nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze. Die Tiere müssen mit einer mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt sein.

Wer will, kann seinen vierbeinigen Liebling auch in einem Tierkrematorium verbrennen lassen und die Asche in einer Urne aufbewahren oder bestatten. Die bundesweit tätige Firma Tierbestattungen im Rosengarten mit Sitz in Badbergen (Niedersachsen) hat eine Filiale in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir holen jedes verstorbene Haustier ab“, berichtet eine der beiden Mitarbeiterinnen in Rostock, Silke Tessin. Am häufigsten seien es Hunde und Katzen, aber auch Zwerghamster und Fische seien schon dabei gewesen. Sie werden ins Krematorium Pritzwalk in Brandenburg gebracht. „Gefühlt würde ich sagen, die Nachfrage wächst“, sagte Tessin. „Die Menschen kommen langsam dahinter, dass ein Haustier nicht nur ein Tier ist, sondern auch ein Partner, ein Freund.“ Die Asche könne in einer Urne zurückkommen, neben dem Krematorium oder auf Wiesen und Feldern bei Badbergen verstreut werden.  

In Pampow bei Schwerin gibt es ebenfalls einen Kleintierfriedhof auf einem Grundstück am Ortsrand. Pro Jahr gebe es 30 bis 40 Bestattungen, sagte Inhaber Andreas Konrad. Die Kosten reichen von 59 Euro für Kleintiere auf einem anonymen Gräberfeld bis zu 499 Euro für einen großen Hund im Sarg mit fünfjähriger Liegezeit. Die meisten Kunden würden sich mittlerweile für Einäscherungen entscheiden und die Urne mit nach Hause nehmen.

Birgit Sander, dpa

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