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Sommer, Sonne, Partystimmung

Rostock Sommer, Sonne, Partystimmung

Rostocks Szeneviertel hat am Sonnabend das KTV-Fest veranstaltet. Am Schwanenteich ist von Freitag bis Sonntag das Fischerfest, Rostocks ältestes Volksfest, gefeiert worden.

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Die siebenjährige Charlotte Brey aus der östlichen Altstadt probiert sich beim KTV-Fest an der Seifenblasen-Station in der Leonhardstraße Ecke Niklotstraße aus. Nach einer Weile hat sie den Dreh raus und erschafft meterlange Seifenblasen.

Quelle: Johanna Hegermann

Rostock. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius wären auch so schon die Straßen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt voll gewesen. Doch zum KTV-Fest wimmelt es von Besuchern. Vom Brink über die Niklotstraße, vorbei am Margaretenplatz bis hin zum Ulmen-Campus: Überall sitzen die Menschen auf den Straßen, unterhalten sich und lachen. Es gibt Kunst, Kultur, Spiel und Musik.

DCX-Bild

Rostocks Szeneviertel hat am Sonnabend das KTV-Fest veranstaltet. Am Schwanenteich ist von Freitag bis Sonntag das Fischerfest, Rostocks ältestes Volksfest, gefeiert worden.

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„Die KTV ist das absolut beste, was Rostock zu bieten hat“, ist sich Ralf Bolmohl sicher. Sechs Jahre lang hat er im Patriotischen Weg gelebt, noch jetzt arbeitet er in dem Stadtteil beim gemeinnützigen Verein „Rat+Tat“. Torsten Jorde kann ihm da nur zustimmen. „Ich bin gebürtiger Berliner und die KTV erinnert mich einfach an meinen Kiez am Prenzlauer Berg“, erzählt er. Von 0 bis 80 Jahre sei beim Stadtteilfest alles vertreten.

Vor dem Warmbad versuchen Kinder, Tiere aus langen bunten Ballons zu drehen oder mit zwei Stöcken und einem angeknoteten Band riesige Seifenblasen zu erschaffen. Die siebenjährige Charlotte Brey aus der östlichen Altstadt hat den Dreh raus. „Ich habe hier schon viele Seifenblasen gemacht“, erzählt sie stolz. Immer wieder dreht sie sich mit Schwung, so dass meterlange Seifenblasen entstehen. „Das Stadtteilfest ist auch für Kinder toll“, sagt ihr Vater Hagen Brey.

Vom Brink tönen zur gleichen Zeit lautstarke Hiphop-Töne von der Hauptbühne. Während drei kleine Jungs auf der Bühne Play-back ein Lied von „Marteria“ vorführen, werden sie spontan von jemanden gefilmt. Der Rostocker Musiker, der mit bürgerlichem Namen Marten Laciny heißt, steht selbst vor der Bühne, hält seine Handykamera hoch und feiert mit. „Ich find es schön hier. Ich bin immer da“, erzählt er.

Am Margaretenplatz spielt ganz andere Musik. Die Band „Zum Anker“ nennt ihren Stil „Shanty-Core“. „Wir singen Lieder über die Heimat auf Platt und Hochdeutsch“, sagt der Sänger, der sich nur „Ankers Maul“ nennt.

Bis in die Nacht feierte sich der vielfältige Stadtteil, in dem mittlerweile mehr als 19 000 Einwohner leben. Ralf Bolmohl und Torsten Jorde wollen jedoch noch zum Fischerfest weiter, da sollte am Abend noch die Pegasus House Band mit Schlagermusik und Evergreens auftreten.

Denn während in der KTV Festivalstimmung herrscht, kommt am Schwanenteich beim Fischerfest eine lockere Volksfest-Atmosphäre auf. Auf Bierbänken sitzen die Besucher und genießen das Wetter. Das Rostocker Freizeitzentrum hat sich für Familien etwas einfallen lassen. „Wir veranstalten jedes Jahr das ,Kinderdorf am Schwanenteich’“, erzählt der Sozialpädagoge Stephan Lange. Er ist sich sicher, dass rund 1000 Kinder das Angebot genutzt hätten. Neben Basteleien gebe es Angelspiele und einen Spielbus aus Klein Kussewitz.

Mit einem großen blauen Reifen spielt Holger Kleist mit seiner Tochter Lena. „Wir sind jeden Tag auf der Suche nach Abwechslung für unsere Kinder. Es ist schön, dass hier so etwas organisiert wird“, erzählt Kleist. „Am besten hat mir die Hüpfburg gefallen – und das Eis“, sagt die Dreijährige lachend. Einige Meter weiter sitzt Kerstin Braun mit einer Freundin auf der Bank. Sie ist jedes Jahr bei Rostocks ältestem Volksfest dabei. „Es gefällt mir hier sehr gut: Die Sonne scheint und das Bier schmeckt“, sagt sie schmunzelnd. Henning Schröder und Marcel Klewin sind hingegen ganz spontan auf das Fest gekommen. „Wir waren eigentlich in der Kunsthalle, aber hier ist es schön entspannt“, sagt Schröder.

Das Urteil vom Mitarbeiter der Schießbude, der seinen Namen nicht nennen möchte, fällt da durchwachsener aus. „Es könnte besser sein. Zu Kinderzeiten wurde um den gesamten Teich gefeiert“, sagt der Bad Doberaner. Doch er ist froh, dass das Fest überhaupt noch stattfinde. Am Schießstand sei das Interesse gut. „Die Bude läuft immer.“

Johanna Hegermann

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