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Uni baut Forschungsdüne am Strand

Rostock Uni baut Forschungsdüne am Strand

Mit den Ergebnissen der Untersuchungen der Universität Rostock soll unter anderem der Küstenschutz verbessert werden. Der Bund fördert das Projekt „Pado“ mit 700 000 Euro.

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Experten der Uni Rostock bauen eine Forschungsdüne am Warnemünder Strand. Einen ersten Versuch haben sie bereits vor einem Jahr am Strand bei Ahrenshoop aufgebaut, schon wenige Tage später gab es einen Dünendurchbruch.

Quelle: Uni Rostock

Rostock. Am Strand von Warnemünde startet in den nächsten Wochen ein europaweit einmaliges Projekt. Forscher der Universität Rostock wollen hier eine Forschungsdüne errichten, um die Entstehung von Dünendurchbrüchen zu ergründen.

DCX-Bild

Mit den Ergebnissen der Untersuchungen der Universität Rostock soll unter anderem der Küstenschutz verbessert werden. Der Bund fördert das Projekt „Pado“ mit 700 000 Euro.

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„Es wurde noch nie beobachtet, wie eine Düne versagt. Wir können immer nur das Bild sehen, wie es nach der Zerstörung aussieht. Die Umlagerungsprozesse haben wir nie gesehen“, erklärt Professor Fokke Saathoff, Spezialist auf den Gebieten Geotechnik und Küstenwasserbau an der Uni Rostock. Deswegen wollen die Forscher nun zur Sturmflut-Saison in den Wintermonaten eine 1,50 Meter hohe und 150 Meter lange Forschungsdüne am Strand von Warnemünde auf Höhe der Jugendherberge errichten. „Sie soll eigentlich wie alle Dünen in MV aufgebaut sein“, erklärt der Leiter des Projekts. Im Gegensatz zu den natürlichen Dünen sei diese jedoch vorverlagert und würde dadurch schneller kaputtgehen. Auch eine Bepflanzung sei derzeit nicht vorgesehen.

„Unter anderem wird die Düne zu verschiedenen Zeiten mit einem Laserscanner vermessen und während des Ereignisses der Zerstörung sollen auch Bilder mittels Stereofotografie gemacht werden“, versucht der 59-Jährige einen Einblick zu geben. Mit den Ergebnissen erhofft man sich unter anderem, neue und verbesserte Küstenschutzmaßnahmen zu entwickeln. „Wir benutzen Berechnungen, die vorhersagen sollen, bei welchem Wasserstand eine Düne kaputt gehen würde. Diese Rechenprogramme wollen wir mit den Erkenntnissen aus dem Projekt neu kalibrieren“, erklärt Saathoff.

Die künstliche Düne ist Teil des Kooperationsprojekts „Pado“ (Prozesse und Auswirkungen von Dünendurchbrüchen an der deutschen Ostseeküste). Mit 700 000 Euro wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Zusätzlich unterstütze die Stadt Rostock die Aktion „großzügig“. Zu den Gesamtkosten kann Saathoff keine Angaben machen. „Mit dem Versuchsaufbau können wir anfangen, wenn das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt sich dafür Zeit nehmen kann.“ Der Sand für das Projekt soll wenige Meter entfernt vor dem Neptunhotel abgetragen und dann vor den Strandaufgängen 24 bis 25 aufgeschüttet werden. Man rechne damit, dass die Düne Ende des Monats aufgebaut wird.

Mit Einschränkungen müssten Urlauber und Warnemünder nicht rechnen, ist sich Saathoff sicher. „Während der Badesaison dürfen wir nicht aktiv werden.“ Im März werde man den Strand „besenrein“ hinterlassen, damit die Touristen nicht beeinflusst werden. Im Herbst und Winter würde der Versuchsaufbau keine größeren Unannehmlichkeiten mit sich bringen. „Die Strandbesucher müssen halt nur in dieser Zeit auf zwei Dünenaufgänge verzichten“, sagt der Projektleiter. Mit Hinweisschildern wolle man während der Untersuchungen darauf hinweisen, die Düne möglichst nicht zu betreten. „Aber wir rechnen natürlich damit, dass sich nicht alle daran halten.“ Zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen für die Forschungen werde das allerdings nicht führen.

Insgesamt soll der Versuch zwei Mal aufgebaut werden. Einmal im Herbst 2017 und erneut im Herbst 2018. Dann hoffe man darauf, dass die Forschungsdüne bis zum März des jeweils kommenden Jahres zerstört werde. „In den zwei Strumflut-Perioden werden wir das Ereignis mit großer Warhscheinlichkeit treffen“, ist sich Saathoff sicher. Er schließe auch nicht aus, die zweite Forschungsdüne in Warnemünde in veränderter Form wieder aufzubauen.

Einen ersten, kleineren Versuch habe man bereits vor einem Jahr am Strand in der Nähe von Ahrenshoop durchgeführt. „Dort wurde zur Probe eine Düne im kleineren Maßstab aufgebaut“, erklärt der Projektleiter Saathoff. Schon drei Tage später habe es den erwünschten Dünendurchbruch gegeben. „Wenn es bei dem jetzigen Versuch ebenfalls so schnell funktioniert, könnte man darüber nachdenken, die Düne ein drittes Mal aufzubauen.“ Mit Sicherheit könne man dies jedoch nicht sagen, da es stark vom Budget abhänge.

Johanna Hegermann

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