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Blick durchs Schlüsselloch: Ärzte operieren mit Kamera

GÜSTROW Blick durchs Schlüsselloch: Ärzte operieren mit Kamera

Es beginnt wie jede Operation. Der betroffene Bereich wird desinfiziert, die Umgebung abgedeckt und der erste Schnitt gesetzt.

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Mit kleinen Schnitten zu großen Erfolgen: In 1200 Operationen traten Narbenbrüche nur in 3,9 Prozent der Fälle erneut auf.

Quelle: Johanna Hegermann

Güstrow. Es beginnt wie jede Operation. Der betroffene Bereich wird desinfiziert, die Umgebung abgedeckt und der erste Schnitt gesetzt. Doch statt eines großen Eingriffs braucht es meist nur drei kleine Öffnungen. So operieren die Chirurgen des Hernienzentrums am KMG Klinikum Güstrow.

„Als Hernien bezeichnet man Eingeweidebrüche“, erklärt Oberarzt Hendrik Stubbe. Am bekanntesten sei wohl der Leistenbruch, doch der Koordinator des Hernienzentrums kümmert sich am häufigsten um Narbenbrüche. „Nach einer Operation am Bauch kommt es bei 15 bis 20 Prozent der Fälle an der Narbe zu einem Bruch“, sagt Stubbe. Damit hätten sie eine immense Bedeutung innerhalb der Allgemeinchirurgie.

Denn so ein Bruch sei nicht ungefährlich. „Jede Form davon muss operiert werden, denn es sieht nicht nur unschön aus“, sagt der Oberarzt. Bei einem Hernienbruch können sich innere Organe, wie der Darm, aus dem Bauchraum in der Öffnung der Bauchdecke einklemmen. „Es kommt zu einer Wölbung und zu einer fehlenden Durchblutung des Organs.“ Das kann im schlimmsten Fall zu einem sogenannten „Untergehen“ des Darms und damit schließlich zum Tod führen. „Zum Glück kommt das — auch mit Hilfe der minimal-invasiven Operation — nur noch sehr, sehr selten vor“, so der Koordinator des Hernienzentrums.

Drei bis vier Mal im Jahr werden Schulungen unter anderem für Ärzte angeboten, die diese Technik noch nicht kennen oder das Verfahren in ihrer Klinik einführen wollen. „Das Interesse daran ist nach wie vor groß“, sagt Stubbe. Neben einer mündlichen Einführung in die Technik werden die Kursteilnehmer auch direkt in den OP-Saal eingeschleust, um hier den Operateuren bei der Arbeit zuzusehen. Mit einer Kamera und den OP-Instrumenten wird durch die kleinen Öffnungen von innen heraus das Problem verarztet. Auf zwei Monitoren können die Ärzte dabei genau sehen, was im Patienten zu tun ist. „Das ist schon eine tolle Sache“, sagt Chefarzt Dr. Christoph Prinz. Er ist der Leiter des Hernienzentrums. „Das Bild für solche Operationen hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert“, so Prinz.

Mittlerweile habe es die vierfache Qualität eines HD-Bildes. „Dadurch können die Ärzte viel genauer arbeiten.“

Seit 2010 arbeitet das Klinikum mit den speziellen laparoskopischen Eingriffen. „Hier wird außerdem ein Netz wie ein Flicken in der Bauchhöhle angebracht“, beschreibt es Oberarzt Stubbe. „Der große Vorteil ist, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion und ein Wiederauftreten einer Hernie deutlich geringer sind.“ Seit den Anfängen wurden rund 1200 Patienten mit einem Narbenbruch in Güstrow auf diese Weise behandelt. „Wir sind nicht nur das erste, wir sind auch das einzige zertifizierte Hernienzentrum in MV“, erklärt Stubbe. Im Osten Deutschlands gebe es nur etwa 15 ausgezeichnete Zentren. „Damit haben wir nicht nur eine regionale, sondern zum Teil überregionale Bedeutung.“

Von jh

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