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Brutales Verbrechen in Rostock: Jugendliche zünden Mann an

Rostock Brutales Verbrechen in Rostock: Jugendliche zünden Mann an

Zwei 15-Jährige sollen einen Bekannten (36) geschlagen und in Brand gesetzt haben / Die Polizei konnte die Verdächtigen fassen, weil sie Bilder der Tat übers Internet verbreiteten

Rostock. Schneller Fahndungserfolg: Zwei Tage nachdem in Rostock ein Mann mit schweren Verbrennungen in einem Gebüsch gefunden wurde, hat die Polizei gestern zwei Jugendliche verhaftet – wegen „dringenden Tatverdachts eines versuchten Mordes“. Die beiden 15-Jährigen sollen in der Nacht zum Mittwoch ihr Opfer in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt erst zusammengeschlagen und danach angezündet haben. Während der Misshandlungen hatten die Peiniger den 36-jährigen Rostocker fotografiert und die Aufnahmen kurze Zeit später über soziale Netzwerke verbreitet. „Damit brachten sie die Ermittler auf ihre Spur“, sagt Harald Nowack von der zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock. Ein Empfänger habe die Fotos seinen Eltern gezeigt, die daraufhin die Polizei informierten.

Der 36-Jährige liegt seit dem brutalen Angriff in einer Lübecker Klinik. Zehn Prozent seiner Haut sollen verbrannt sein. Warum ihn die beiden Jugendlichen misshandelt und mit brennenden Kleidungsstücken beworfen haben, ist noch unklar. Die Tatverdächtigen schweigen, ihr Opfer ist bislang nicht vernehmungsfähig. Fest steht: Der Mann und die Jungen kennen sich. Und: Die mutmaßlichen Täter – beide ebenfalls aus Rostock – sind in der Vergangenheit bereits mit Gewaltdelikten aufgefallen.

Deutschlandweit beobachten Ermittler, dass die Hemmschwelle für Gewalttaten bei Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist. Erst vor drei Wochen hat ein äußerst brutales Verbrechen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Ein 17-Jähriger ist in Bonn (Nordrhein-Westfalen) nach einem Konzertbesuch von mehreren jungen Männern zu Tode geprügelt worden. Ein Hauptverdächtiger (20 Jahre) sitzt in Untersuchungshaft.

In Mecklenburg-Vorpommern sagt die jährliche Kriminalstatistik nichts über die Brutalität der Verbrechen aus. Dem Rostocker Staatsanwalt Harald Nowack ist persönlich kein weiterer Fall bekannt, bei dem ein Mensch angezündet wurde.

Vor neun Jahren wurde in Neubrandenburg ein 53-jähriger Mann bei einer privaten Feier mit Frostschutzmittel übergossen und angezündet. Er schwebte monatelang in Lebensgefahr. Gut 60 Prozent seiner Haut waren zerstört. Der Täter, ein Bekannter des Opfers, ist zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Auch den beiden Jugendlichen aus Rostock droht wegen versuchten Mordes eine Haftstrafe von maximal zehn Jahren. „Wenn sie aus niederen Beweggründen gehandelt haben“, erklärt Staatsanwalt Nowack. Dafür müsse aber das Motiv geklärt werden. Nach Auskunft der Polizeiinspektion Rostock hatte ein Anwohner die Feuerwehr informiert, weil er dachte, Müll brenne. Die Einsatzkräfte entdeckten dann den schwer verletzten Mann und Blutflecken vor dem Gebüsch.

Kerstin Schröder

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