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Bürgermeisterin arbeitet sich voran

TESSIN Bürgermeisterin arbeitet sich voran

100 Tage ist Susanne Dräger nun Verwaltungschefin in Tessin / Große Projekte kommen / Sanierungen notwendig

Tessin. Gute hundert Tage ist Susanne Dräger im Amt – es waren ruhige hundert Tage, auch wenn es gleich zu Beginn ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin der Stadt Tessin eine spektakuläre Auftaktentscheidung gab: Die Grundschule wird nicht saniert, an der Anne-Frank-Schule entsteht ein neuer Schulkomplex. Danach kam nichts mehr aus dem Rathaus. Das wird demnächst anders werden.

 

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Die Vorzimmerdame und die Hauptzimmerdame: Marion Ziolkowski (l.) mit Bürgermeisterin Susanne Dräger.

Quelle: Michael Schißler

Wir müssen mehr auf uns und auf die Freizeit- angebote in unserer Stadt aufmerksam machen. Das geht besten mit der Touristik-

branche.“

Susanne Dräger,

Bürgermeisterin

„Ich bin angekommen“, sagt die 36 Jahre alte Verwaltungsbeamtin. „Durch die Offenheit der Mitarbeiter im Rathaus bin ich schnell ins Geschäft gekommen“, stellt sie fest und fügt hinzu: „Das Team steht ja schließlich auch, nur die Spitze hat gewechselt.“ Aber das lässt sie ihre Leute nicht direkt spüren. Sie hat die Sitzungsordnung in ihrem Zimmer geändert. „Damit wir auf Augenhöhe miteinander reden können. Die Mitarbeiter begrüßen es, wenn man gemeinsam nach Lösungen sucht und auch mal eine Meinung mehr zu einem Problem einholt“, sagt Susanne Dräger.

Sie hat sich aber während der vergangenen drei Monate nicht nur mit ihrem Personal beschäftigt. Sie war auf Rundtour, durch den Bauhof, im Freizeitbereich und hat festgestellt: „Wir haben einen Sanierungsstau – und den werden wir abarbeiten.“ Der neue Haushaltsplanentwurf ist darauf ausgerichtet. „Und wir müssen unsere Freizeiteinrichtungen besser vermarkten“, sagt die Bürgermeisterin. Sie will dazu mehr mit Touristikern zusammenarbeiten. „Weil wir mehr auf uns aufmerksam machen müssen.“ Denn den Freizeitbereich will sie auf jeden Fall erhalten, „deswegen brauchen wir mehr Gäste“ und müssen die Kosten in Grenzen halten.

Die Politik setzt viel Vertrauen in die neue Bürgermeisterin, die jetzt erst in den Ausschüssen ihren Haushaltsentwurf vorgestellt hat. „Sie empfehlen der Stadtvertretung in der nächsten Sitzung die Zustimmung“, freut sich die Verwaltungschefin, die es selbst übernommen hat, den Etatplan vorzustellen. „Da war eine richtig gute Stimmung, und es wurden viele Fragen gestellt.“

Allein im Rathaus hat Susanne Dräger aber nicht gesessen, in einem Gespräch mit dem Fassadenbaubetrieb S + T hat man die Idee für einen Tag des Handwerks entwickelt. „Wir werden nun die Vertreter der Handwerksbetriebe einladen und mit ihnen das Projekt besprechen.“ Ziel sei es, dass sich die Unternehmen vor allem den jungen Leuten vorstellen und ihnen zeigen, welche Ausbildungsmöglichkeiten sie anbieten.

„Wir und das Handwerk wollen, dass die Jungen in unserer Stadt bleiben“, sagt Susanne Dräger. „Wenn alles gut läuft, wollen wir einen solchen Tag des Handwerks einmal im Jahr organisieren. Das ist eine neue Idee, aber an dem, was sich bewährt, will sie festhalten. „Wir brauchen auch das Herz am richtigen Fleck“. Da muss es sein, wenn es nun um die Gestaltung des neuen Schulcampus an der Regionalen Schule kommt. Dabei will die Bürgermeisterin möglichst viele Bürger und Gruppen einbeziehen. Ein anderes großes Projekt ist die Sanierung des Bahnhofs, die ebenso Fingerspitzengefühl erfordern wird. Abgeschlossen ist der Bau der neuen Turnhalle. „Wir werden sie zu Beginn des kommenden Jahres in Betrieb nehmen.“ Und im ersten Quartal wird auch eine neue Nutzungsentgeltordnung auf dem Weg sein. Über mehr spricht sie nach 100 Tagen nicht, aber Arbeit hat sie sich mit Gewissheit bereitgelegt. Denn eins will Susanne Dräger: „Ich will dem Vertrauensvorschuss, den man mir gegeben hat, gerecht werden.“

Chefin der Verwaltung

71,77 Prozent der Stimmen hat Susanne Dräger bei der Wahl gewonnen. Sie war gegen Gildo Müller angetreten. In Tessin trat Susanne Dräger am 1. August die Nachfolge von Fred Ibold (CDU) an. Die Verwaltungsbeamtin, die bereits viele Erfahrungen in Rathäusern und Behörden sammelte, stammt aus Grammow im Amt Tessin. Dort war sie als ehrenamtliche Bürgermeisterin tätig. Vom Tessiner Rathaus werden neben der Stadt die Gemeinden Cammin, Gnewitz, Grammow, Nustrow, Selpin und Stubbendorf in ihrer Verwaltungsarbeit unterstützt.

Michael Schißler

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