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Damenmannschaft für Mähdrescher

KRITZMOW Damenmannschaft für Mähdrescher

In der LPG Stäbelow lenkten Frauen die Erntemaschinen / Thomas Knopp hat ihre Geschichte jetzt für einen Vortrag aufgearbeitet

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Auch in der OSTSEE-ZEITUNG wurde über die Damen auf den Dreschern berichtet. Gisela Schulze und Thomas Knopp zeigen die Zeitungsseite.

Quelle: Michael Schißler

Kritzmow. Mädchen auf Mähdreschern – das ist eine Kombination, die in der Region heute noch ungewöhnlich ist, aber es nicht immer war. Das kann Gisela Schulze (66) beweisen: „Der E 512 war 5,80 Meter breit und konnte 3,5 Tonnen bunkern, heute können Mähdrescher 13 Tonnen – das ist das Getreide von einem Hektar – bunkern und sind 12,70 Meter breit.“ Dieses Wissen hat sich die Kritzmowerin nicht angelesen, sie war Anfang 1970 Mitglied in der Frauen-Mähdrescher-Brigade der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Stäbelow.

Das war damals eine große Auf- bruchstimmung. Und die Frauen haben sich auch auf dem Drescher emanzipiert.“Thomas Knopp,

früherer Komplexleiter

Ihr Chef hieß damals Thomas Knopp (77), und er war der Komplex-Leiter. Jetzt hat er die Geschichte von den Damen auf den Dreschern noch einmal aufgearbeitet und sie bei einem Seniorennachmittag der Volkssolidarität vorgestellt. „Nach dem 8. Parteitag sollte die Entwicklung der Frauen gefördert werden“, erinnert sich Thomas Knopp. „Und wir sind dabei gewesen, sie zu qualifizieren.“ Aber erst mussten die Frauen gefunden werden, und Knopp ging auf Werbetour. „Die Reaktion war sehr positiv“, sagt Knopp, und bei Gisela Schulze dürfte er offene Türen eingerannt haben. „Ich war technikbegeistert“, sagt sie und behauptet von sich: „Treckerfahren konnte ich besser als Kinderwagen schieben.“ Dennoch: Bevor es zum Ernteeinsatz ging, „haben wir erst einmal geübt“. Denn ganz so einfach war es dann doch nicht: „Man muss ja das Schneidwerk anhängen können.“ Bei der Arbeit kam es darauf an, an Obacht zu gegeben, „dass sich die Trommel nicht festfährt, die Messer zu beobachten und nach Steinen zu gucken, und immer dabei das Tempo halten.“ Das taten mit Gisela Schulze dann noch zehn weitere Frauen der Produktionsgenossenschaft in den Erntewochen.

Alle wussten auch die Vorzüge zu genießen: Wenn die Schläge in Elmenhorst abgeerntet wurden, hatte man auch die Chance auf ein kühles Bad in der Ostsee, um sich vom Staub zu befreien. „Ich war schon stolz, so ein großes Gefährt zu fahren“, sagt Gisela Schulze, die sich auch heute noch auf der Mela über neue Mähdrescher-Modelle informiert.

„Wir haben damals auch im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden“, sagt Thomas Knopp, der gern mit seinen Damen zusammengearbeitet hat, und: „Es war auch schon so, dass sich einige junge Frauen auf den Mähdreschern wirklich emanzipiert haben.“

Michael Schißler

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