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Den Groß Kleinern stinkt es gewaltig

Groß Klein Den Groß Kleinern stinkt es gewaltig

Bewohner beschweren sich im Ortsbeirat über Gestank aus Rapsölmühle im Seehafen / Umweltamt erklärt Belästigung für normgerecht / Neue Reinigungsanlage soll kommen

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Bei Ostwind bewegen sich „Geruchsfahnen“ von der Rapsölmühle in den Nordwesten. Grafik: Arno Zill

Groß Klein. Jetzt reicht es den Groß Kleinern. „Seit eineinhalb Jahren werden wir hingehalten“, sagt Doris Blaahs. Kommt Ostwind auf, muss sie die Fenster schließen. „Es stinkt wie abgekochte Kartoffeln, unerträglich“, sagt die Mieterin aus dem Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg. Genau gegenüber auf der anderen Seite der Warnow liegt der Überseehafen. Und von hier wehen „Geruchsfahnen“ rüber in den Nordwesten der Stadt. Aus der 40 Meter hohen Esse der Rapsölmühle von Power Oil Rostock (POR).

 

OZ-Bild

Die Immissionen sind im Norm- bereich. Die Abluft enthält keine gesund- heitsgefährdenden Stoffe.“ Jean Weiß, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt

Quelle:
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Bei Ostwind bewegen sich „Geruchsfahnen“ von der Rapsölmühle in den Nordwesten. Grafik: Arno Zill

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Die Immissionen sind im Norm- bereich. Die Abluft enthält keine gesund- heitsgefährdenden Stoffe.“ Jean Weiß, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt

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Unzählige Beschwerden haben die Einwohner seit August 2015 losgeschickt. Denn, obgleich Power Oil schon seit 2006 im Seehafen eine der größten Ölmühlen Deutschlands betreibt, „es stinkt erst seit Sommer 2015“, berichtet Doris Blaahs, die inzwischen an Umzug denkt, „weil es nicht auszuhalten ist“. „Es ist belästigend und wohnqualitätsmindernd“, sagt auch Dirk-Stefan Merten, der seit 1994 im Stadtteil zu Hause ist. Er notiert häufig die Stinke-Tage, zuletzt war es der 12. Oktober. „Es ist ein dumpfer, gäriger Gestank“, so Merten.

Der Unmut der Groß Kleiner traf nun bei der Ortsbeiratssitzung auf die Verantwortlichen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) und POR, die zum Thema „Geruchsbelästigung“ geladen waren. Das „Massenphänomen“ der Beschwerden habe das Amt in die Spur geschickt, wie Stalu-Chef Jean Weiß erklärt. Im Hafen seien die Spürnasen des Amtes fündig geworden, „nicht nur bei Power Oil“.

Nach Gesprächen mit der POR-Geschäftsführung seien Produktionsabläufe verändert worden – Ablufthöhe, Produktionstemperatur und -druck. Das sollte zur Abmilderung des Geruchs führen, der, laut Weiß

„im zulässigen Bereich ist“. Laut Immissionsschutzgesetz dürften in Wohngebieten Gerüche an bis zu zehn Prozent der Jahresstunden auftreten. „Das sind 678 Stunden im Jahr“, so Weiß, der wiederholt erklärt, dass die Abluft der Rapsölmühle keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalte.

POR will nun eine Abluftreinigungsanlage installieren. „Die Teile sind bestellt“, informiert Geschäftsführer Arne Philippsen. Sobald die letzte Genehmigung aus dem Bauamt vorliege, könne der Aufbau beginnen. „Voraussichtlich Anfang 2017“, kündigt Philippsen an. Außerdem soll in der nächsten Woche ein Abluftwäscher umgebaut werden. „Wir nehmen jede Beschwerde ernst und suchen nach Wegen, die Belastungen zu minimieren“, beteuert der POR-Chef. Die Anlagen arbeiten an 365 Tagen rund um die Uhr. Seit 2013 kann hier eine Million Tonnen Raps verarbeitet werden zu Speiseöl und Futtermitteln.

„Warum stinkt es erst seit 2015?“, wollen die Groß Kleiner wissen. Nach einiger Druckserei räumen sowohl Philippsen als auch Weiß ein, dass „ein großes Gerät“ umgebaut, „der Produktionsprozess optimiert“ wurde. Doch nach Messungen seien die Belästigungen weiter „im Normbereich“. Große Hoffnungen werden nun in die Abluftreinigungsanlage gesetzt.

Aber: „Es gibt viele Verdächtige im Hafen“, sagt Weiß. „Eine generelle Überwachung ist aber derzeit nicht anordbar, das kostet Geld.“ Er sei mit der Hafenentwicklungsgesellschaft Hero im Gespräch.

Das Stalu sei auf Hinweise von Bürgern angewiesen.

Doris Kesselring

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