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Der Kreistag hört schlecht

Güstrow Der Kreistag hört schlecht

Neue Technik soll Akustik für Schwerhörige verbessern / Linke weist auf Anspruch auf Gebärdendolmetscher hin

Güstrow. Die schauderhafte Akustik der Kreistagssäle in Güstrow und Bad Doberan ist ein Dauerproblem – und offenbar folgenreicher als bisher bekannt. „Menschen mit Hörgeräten verstehen gar nichts mehr“, sagte Klaus-Michael Bull (Grüne) gestern bei der Kreistagssitzung des Landkreises Rostock in Güstrow. Nun soll weitere Technik helfen, obwohl die Säle bereits nachgerüstet wurden. Eine sogenannte Ringschleifenanlage für 7000 Euro soll Hörhilfenträger sozusagen die Ohren öffnen. Damit nicht genug: Nach der UN-Behindertenkonvention muss jeder Abgeordnete in der Lage sein, den Debatten folgen zu können, betonte Karen Larisch (Linke). Notfalls mit „Gebärdung“, sprich mit Hilfe von Gebärdendolmetschern.

Wie viele der 69 Kreistagsmitglieder ein Hörgerät tragen, blieb offen. Larisch weiß von zweien. Die Grünen stellten einen Antrag zur Anschaffung des Schleifen-System – offenbar in Unkenntnis, dass dies ohnehin gerade geschieht, wie Larisch aus dem Sozialausschuss berichtete.

Schleppender Radwegebau

Gut zu verstehen war jedenfalls Landrat Sebastian Constien (SPD) beim Vorlesen des Verwaltungsberichts. Demzufolge kommt der Bau neuer Radwege deutlich langsamer voran als geplant. Vor allem an den Bundes- und Landstraßen passiere zu wenig. Ein Gespräch mit dem Straßenbauamt Stralsund dazu „war ernüchternd“, so Constien. Es gebe zudem „deutlichen Diskussions- und Abstimmungsbedarf mit dem Infrastrukturministerium“, sagte der Landrat an die Adresse von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Das lückenhafte Radwegenetz bremse die Tourismusentwicklung und die „wandelnden Mobilitätsbedürfnisse“ in der Region. Besonders kritisch seien Überlegungen in Schwerin, die Verantwortung für die Radwege komplett an die Kreise und Gemeinden abzuwälzen.

Ein paar neue Radwege werden aber doch gebaut: Der Abschnitt zwischen Satow und Luisenhof, die Ortsdurchfahrt Glaswitz und der erste Abschnitt zwischen Bentwisch und Poppendorf sowie von Laage nach Neu Heinde. Die Radlerpiste an der Kreisstraße 18 bei Bartenshagen wird weiter gebaut, ebenso die zwischen Cammin und Tessin.

Neue Baustellen auch 2018

Autofahrer müssen sich auch im kommenden Jahr auf Einschränkungen durch Baustellen einstellen: Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an der B 105 in Bargeshagen an der Kreuzung Admannshäger Damm, in Purkshof bei Rövershagen wird die Kreuzung neu gemacht. Von Sanitz bis zur Anschlussstelle Tessin bekommt die B 110 neuen Belag.

Pflegestützpunkt in Doberan

Am 1. Januar nimmt in der Kreisverwaltung Bad Doberan ein weiterer Pflegestützpunkt seine Arbeit auf. Eine Sozialarbeiterin und Mitarbeiterinnen der Pflegekassen bieten Sprechstunden und Hausbesuche an. Die Eröffnung wurde nötig, weil der Stützpunkt in Güstrow den hohen Bedarf im Norden des Landkreises mit Außensprechstunden nicht mehr abdecken konnte.

Im Sozialamt fehlen Mitarbeiter

Ebenfalls zum Jahreswechsel haben Menschen mit Behinderungen Anspruch auf zusätzliche Eingliederungshilfen nach dem neuen, integrierten Teilhabeplan. Weil jeder Fall sehr arbeitsaufwendig ist, benötigt die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben 19 zusätzliche Stellen für Sozialarbeiter. Für acht davon sollen aus dem Haushalt für 2018 Mittel bereitgestellt werden. Die Besetzung sei wichtig, betonte Constien. Andernfalls drohten dem Kreis hohe Rückforderungen vom Land, wenn Leistungen falsch berechnet werden.

Gerald Kleine Wördemann

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