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Dummerstorf Dicke Probleme an der Angel

Petrijünger hadern mit Dorschquote, Fischräubern und Düngerbelastung / Frühjahrsputz steht im März an

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Meerforellen fing Wolfgang Hentschel (Anglerverein Stäbelow) wiederholt vom Strand aus, zwischen Elmenhorst und Kühlungsborn. Im  Sommer 2016 erbeutete er dieses über 70 Zentimeter lange Exemplar.

Quelle: Foto: Dietrich Grunzig

Dummerstorf. Bevor die Angler des Landkreises in die neue Saison starten, wartet in den nächsten Wochen viel Arbeit. Im März steht bei den 21 Vereinen des Kreisverbandes der Frühjahrsputz an. 120 Hektar Gewässer betreuen die rund 1500 Mitglieder zwischen Graal-Müritz und Tessin, zwischen Satow und Kühlungsborn. „Nur saubere Seen, Teiche und Flüsse sind gute Angelgewässer“, sagt Verbandschef Erich Godemann.

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Petrijünger hadern mit Dorschquote, Fischräubern und Düngerbelastung / Frühjahrsputz steht im März an

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Und deshalb räumen die Petrijünger einmal im Jahr an den Ufern richtig auf. Abgestorbene Pflanzenreste, jede Menge Müll und andere Winterhinterlassenschaften sind zu beseitigen. „Da kommt jedes Mal einiges zusammen“, weiß Godemann, der seit fast 60 Jahren selbst die Rute auswirft. Einer seiner dicksten Fische war ein Acht-Kilo-Hecht, den Godemann aus der Warnow geholt hat. Seit 1989 ist der heute 81-Jährige Vorsitzender des Kreisanglerverbandes. Die Mitglieder treffen sich am Sonnabend, dem 18. Februar, in Dummerstorf zu ihrer Delegiertenkonferenz. Dort diskutieren die Angler nicht nur über gute Fänge, sondern auch über handfeste Probleme.

„Die seit Jahresbeginn gültige Dorschfangquote trifft uns hart“, sagt Godemann. Nach neuer Regelung dürfen im Februar und im März drei Dorsche pro Ostsee-Angeltour gefangen werden, in den Folgemonaten fünf dieser beliebten Speisefische. „Wir hoffen, dass die Regeln nach einem Jahr, wenn sich der Bestand erholt hat, wieder aufgehoben werden“, so Godemann. Auch die Herabsetzung der Mindestmaße beim Dorsch von 38 auf jetzt 35 Zentimetern missfällt den Petrijüngern des Landkreises. „Das ist zu lütt“, erklärt der Verbandsvorsitzende, „40 bis 45 Zentimeter wären anständig.“

Für den Fischbestand in ihren Gewässern sind die Angelvereine selbst zuständig. Beim Landesanglerverband werden Kontrollen beantragt. „Pro Jahr werden drei bis vier unserer rund 20 Seen und Teiche im Verbandsgebiet kontrolliert, um den Fischbestand festzustellen und den Nachbesatz festzulegen“, erläutert Godemann.

2500 Euro hat der Kreisverband für die Auffrischung mit Jungfischen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden 30 Kilo Aal ausgesetzt. Zehn Kilo für die Binnengewässer und 20 Kilo, bezahlt aus EU-Mitteln, für Gewässer, die Zugang zu Warnow und Ostsee haben, „damit der Aal wandern kann“, so Godemann. So ein Mini-

aal wiegt gerade mal acht Gramm und ist kürzer als ein Bleistift.

Deutlich größer war der schuppige Nachwuchs, der im Herbst in die Angelgewässer gebracht wurde. Das waren 250 Hechte, zehn bis 12 Zentimeter lang, und 150 Zander a 15 Zentimeter. Außerdem wurden 30 Kilogramm Schlei und 600 Kilo Karpfen ausgesetzt. „Die Karpfen sind schon etwas größer, damit sie der Kormoran nicht vernascht“, erzählt der Verbandsvorsitzende. Die Jungfische sollen nun heranwachsen, „genug Futter ist in den Gewässern drin“.

Ein Problem für die Vereine sind sogenannte Schwarzangler. „Da fehlt uns die Fischereiaufsicht“, räumt Godemann ein. Es gebe zu wenig Kontrollen, zu wenig ehrenamtliche Aufseher. Dies sei ein äußerst schwieriges Amt, für das sich auch kaum Hobbyangler qualifizieren wollen. „Den Aufsehern werden Schläge angedroht, die werden ins Wasser geworfen, diskriminiert“, berichtet der Kreisverbandschef. Auf der Warnow helfe die Wasserschutzpolizei bei der Überwachung, doch an den Seen fehlten Kontrollen. „Die Schwarzangler entnehmen unsere Fische, die wir bezahlt haben“, so Godemann.

Auch mit den Bauern hadern die Angler manchmal. Das Einschwemmen von Kunstdünger sei hin und wieder ein Problem. „Wenn die Düngermaschinen zu dicht ans Wasser ranfahren, merken wir das“, sagt Godemann, „doch wir können es der Landwirtschaft nicht immer nachweisen.“ Jährlich werden ein bis zwei Verbandsgewässer „bonitiert“. „Da werden Proben genommen, der Sauerstoffgehalt festgestellt, Bodensedimente untersucht, die Seen mit GPS vermessen.“ Grundsätzlich aber seien die Seen sauber, ist der Verbandsvorsitzende froh.

Sorge bereitet den Petrijüngern der Nachwuchs. Zehn Prozent der Vereinsmitglieder sind Kinder und Jugendliche. „Da müssen wir noch einiges tun“, so Godemann.

Angler-Konferenz am 18. Februar

1500 Mitglieder hat der Kreisanglerverband des Landkreises Rostock. Sie sind verteilt auf 21 Vereine rund um Rostock, die insgesamt 120 Hektar Gewässer bewirtschaften. Am 18. Februar treffen sich die Petrijünger zu ihrer Delegiertenkonferenz um 9 Uhr in „Krohns Bierstuben“ in Dummerstorf.

22 Gewässer werden betreut. Das größte ist der Stassower See mit 9,7 ha, gefolgt vom Großen Vietower See (8,6 ha) und dem Groß

Lüsewitzer See (8,28 ha).

Doris Kesselring

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