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Die Angst wohnt mit: Menschen rüsten gegen Einbrecher auf

Rostock/Greifswald Die Angst wohnt mit: Menschen rüsten gegen Einbrecher auf

1477 Wohnungseinbrüche gab es 2016 in MV - 44 weniger als im Vorjahr. Stark steigende Zahlen gibt es jedoch in den Regionen Rostock und Güstrow. Viele Opfer sind traumatisiert. Am Samstag startet die große OZ-Sicherheitsserie.

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Ein Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür auf (gestellte Szene).

Quelle: Silas Stein / Dpa

Rostock/Greifswald. Angst in den eigenen vier Wänden: Tausende Menschen in MV sind in den vergangenen Jahren Opfer von Einbrechern geworden. Landesweit ist im vergangenen Jahr 1477 Mal in Wohnungen und Häuser eingebrochen worden. Das sind 44 Fälle weniger als 2015, allerdings gilt der Positivtrend nicht überall. Die Zahlen in den Polizeiinspektionen Rostock und Güstrow stiegen dramatisch an: von 156 auf 253 Fälle und von 186 auf 203. Im Osten des Landes ist Vorpommern-Greifswald (254 Fälle in 2016) trauriger Spitzenreiter. Ein Lichtblick: Die Polizei konnte etwa 31 Prozent der Einbrüche aufklären. In Vorpommern-Greifswald sogar 40,6 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei nur 16,9 Prozent.

„Grundsätzlich ist die Aufklärung schwierig, weil es die Polizei hier häufig mit sogenannten reisenden Tätern – also Tätern, die nicht aus der Region stammen – zu tun hat“, erklärt Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock. Besonders dreist seien Wohnungseinbrüche am helllichten Tag. Sie nennt zwei extreme Beispiele: Im Bereich Bad Doberan verschafften sich Unbekannte tagsüber Zutritt zu einem Einfamilienhaus und stahlen Dinge im Wert von mehreren 10000 Euro. Im Bereich Ludwigslust brachen die Täter in ein Haus ein und entwendeten Armbanduhren und Goldmünzen – Wert: über 30000 Euro.

Für die Opfer von Einbrüchen haben diese Ereignisse oft traumatische Folgen, weiß Martin Stemmler, Leiter der Außenstelle des Weißen Rings auf Rügen. Ihm fallen auf Anhieb gleich drei Betroffene ein, die sich mit ihren Problemen an ihn wandten. Darunter eine ältere alleinlebende Frau, bei der eingebrochen wurde, und eine junge Frau, deren abgewiesener Stalker in ihre Wohnung eindrang und diese teilweise verwüstete.

„Der persönliche Schutzraum dieser Menschen ist gebrochen, das Vertrauen zerstört. Es entsteht eine tiefe Verletztheit und Angst in den eigenen Räumen“, berichtet der Pastor im Ruhestand. Der Opferhilfeverein bietet Betroffenen Unterstützung in Form von Gesprächen, aber auch finanzielle Hilfen an.

Bei vielen steige durch das Trauma das Sicherheitsbedürfnis extrem an, berichtet Martin Stemmler aus seiner Erfahrung. Er kennt Betroffene, die vor dem Einbruchserlebnis nicht einmal Gardinen an ihren Fenstern hatten und sich danach in ihren Häusern mit Sicherheitsschlössern und hinter Fenstern mit komplettem Blickschutz verschanzten. Auch Sicherheitsfirmen aus MV bestätigen: Viele Menschen rüsten auf, was Alarmanlagen oder Sicherungen an Fenstern und Türen betrifft. Die Nachfrage ist so groß wie seit Jahren nicht.

Dass allgemeine Sicherheitsgefühl der Betroffenen sei nachhaltig beeinträchtigt, betonen Experten von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, die Einbruchsopfern helfen. Sie geben auch bei Hausbesuchen Hinweise, wie man sich besser schützen kann.

Virginie Wolfram

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