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Die Ostsee ist unbekannter als der Planet Mars

Hohe Düne Die Ostsee ist unbekannter als der Planet Mars

Bei der „Hydro 2016“ besprechen Hydrografen aus aller Welt Technologien zur Vermessung der Meeresböden / Rostocker Unternehmen stellt Sediment-Echolot vor

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Hydrografie ist wichtig für die Schifffahrt – sie gibt unter ande- rem an, wie tief die Meere sind und wo ein Schiff entlangfahren kann.“Thomas Dehling, DHyG

Hohe Düne. Sie werden in der Fischerei und bei der Erstellung von Seekarten benötigt, sie geben Informationen über die Struktur des Gewässerbodens, helfen beim Aufspüren von Wracks sowie versteckter Munition – hydrografische Daten.

 

OZ-Bild

Jens Lowag von der Rostocker Firma „Innomar“ zeigt das Sediment-Echolot SES 2000.

Quelle:

Seit Montag treffen sich in der Yachthafenresidenz Hohe Düne etwa 400 Fachleute aus 35 Nationen aller Kontinente, um bei der „Hydro 2016“ über Erkenntnisse und neue Lösungen beim Erforschen der Meere zu beraten. Bei einer Ausstellung werden zudem Technologien vorgestellt.

„Hydrografie ist eine verkannte Profession, da sie nicht direkt sichtbar ist“, sagt Thomas Dehling, zweiter Vorsitzender der Deutschen hydrografischen Gesellschaft (DhyG). „Dabei ist sie wichtig für die Schifffahrt – sie gibt unter anderem an, wie tief die Meere sind, wo ein Schiff entlangfahren kann und wo Gefahren lauern.“

Zu den bekanntesten Technologien gehören Echolote. Diese senden Schallimpulse zum Meeresgrund. Vom Boden werden die Wellen reflektiert. Je länger es dauert, bis ein Echo zurückkommt, desto tiefer ist das Gewässer.

Bisher sei ein Viertel der gesamten Ostseefläche erforscht. Doch auch bereits bestehende Messungen müssten alle paar Jahre wiederholt werden – unter anderem durch Sandablagerungen ändern sich auch die Tiefen im Wasser. „Wir wissen weniger über die Ostsee als über den Mars“, sagt der Experte.

Auf der Tagung werde auch über Messungen durch Laserabtastung per Flugzeug oder satellitengestützte Verfahren diskutiert. „So erreichen wir Flachwassergebiete. Zudem können wir Schiffe gezielter einsetzen, wenn aus der Luft etwas entdeckt wird“, sagt Dehling, der zudem Leiter des Referats Seevermessung beim Bundesamt für „Seeschifffahrt und Hydrographie“ (BSH) ist. Der Standard bleibe jedoch die Forschung per Schiff.

Das Rostocker Unternehmen „Innomar“ stellt Methoden für die Untersuchung unter dem Meeresgrund vor. „Wir entwickeln Sediment-Echolote“, sagt Jens Lowag. Manager Jens Wunderlich erklärt: „Diese geben Aufschluss über die geologischen Strukturen des Meeresbodens. Sie zeigen, was sich im Grund befindet und ob es für die Verlegung von Kabel- und Pipelinetrassen Hindernisse gibt.“

Die Kabel werden vergraben, um sie von äußeren Faktoren zu schützen. „Mit den Sediment-Echoloten kann gemessen werden, ob sie noch tief genug im Sediment liegen“, sagt Wunderlich.

Bei der 24. Hydrografen-Fachmesse ist Deutschland zum dritten Mal Gastgeber. Nach Kiel im Jahr 2002 und Hohe Düne in 2010, findet sie erneut in der Yachthafenresidenz statt. Neben Vorträgen und der Ausstellung können Besucher an Workshops teilnehmen.

In diesem Jahr sind Wissenschaftler aller Kontinente vertreten. „Hydrografie hört nicht an den Ländergrenzen auf“, erklärt Dehling. „Wir brauchen weltweite Richtlinien.“ So sei ein Ziel, mehr über den Lebensraum unter Wasser zu erfahren, um Umweltschutzfragen zu klären.

Auch die Förderung des Nachwuchses ist ein Bestandteil der Arbeit der DHyG: Während der „Hydro 2016“ werden auch studentische Projekte und Vorträge geehrt. „Der Job ist vielseitig. Wer möchte, kann viel zur See fahren und sich im technischen Bereich ausprobieren“, sagt Dehling.

Das BSH in Rostock bildet Geomatiker und Seevermessungstechniker aus. An der Hafen-City-Universität Hamburg kann zudem Hydrografie studiert werden.

Ausstellung

Die „Hydro 2016“ findet bis morgen Nachmittag statt. Heute von 8 bis 18 Uhr sowie morgen von 8 bis 15 Uhr hat die Ausstellung geöffnet.

Für Besucher ist der Eintritt zur Messe heute von 13.30 bis 18 Uhr frei. Ansonsten kostet er 80 Euro.

Neben der Ausstellung können sich Interessierte zu diversen Workshops anmelden.

• Informationen zum Programm:

www.hydro2016.com

Katharina Ahlers

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