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Diebe im Amt: Tresor weg, Auto abgefackelt

NEUBUKOW Diebe im Amt: Tresor weg, Auto abgefackelt

Diebe flexten einen Tresor von hinten durch die Wand auf und holten sich Schlüssel für den Dienstwagen

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Hier haben die Diebe gewütet, die offensichtlich nur auf Bares scharf sind. Im Safe des Meldeamtes blieben die Ausweise liegen. Fotos (5): Thomas Hoppe

Neubukow. Die Leiterin des Ordnungsamtes von Unordnung umgeben. Ilona Zippert muss eine Atemschutzmaske tragen, weil in einem Teil das Gebäudes vom Amt Neubukow-Salzhaff überall bläulicher Staub von Trockenfeuerlöschern umherliegt und noch in der Luft ist, nach einem Einbruch mit großen Folgen. „Da drin hält man das nicht aus — man merkt das schon beim Atmen“, sagt die Frau und findet es „sehr unheimlich“, was hier am Sonntagmorgen passiert ist.

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Diebe flexten einen Tresor von hinten durch die Wand auf und holten sich Schlüssel für den Dienstwagen

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Unbekannte hatten gegen 4.15 Uhr vom Hof aus ein Fenster des Amtsgebäudes am Panzower Landweg aufgehebelt und sich dann im Haus gezielt der beiden hiesigen Tresore zugewandt. Um an den Stahlschrank im Meldeamt zu kommen, schnitten sie in die Trockenbau-Flurwand genau an der Stelle, wo der Tresor steht, eine fast türgroße Öffnung. Dann flexten sie die Rückwand des Stahlschranks ab und nahmen die Passgebührenkasse mit 500 Euro an sich, die Ausweise und alles andere ließen sie nach Amtsangaben hier liegen.

Gegenüber aus dem Archivraum zogen sie den Tresor der Buchhaltung mit 937 Euro und Bändern mit Sicherungsdateien über den Flur — die Kratzer sind zu sehen — und durch die Haustür ins Freie — zum Auto das Amtes. Der feuersichere Stahlsafe soll 80 mal 80 Zentimeter groß sein, passte also noch in den Kleinwagen. Den konnten die Diebe wohl locker starten, denn sie hatten auch gewusst, wo sie dafür die Autoschlüssel finden würden — im Sekretariat des Amtes. Dessen dünne Tür war fix aufgehebelt — Spuren nahe des Türdrückers belegen das.

„Das ist eigentlich das Schlimmste“, meint Ilona Zippert zu dem Umstand, dass die Täter scheinbar über so was alles im Amt genau Beschied wissen. „Sie müssen uns schon ganz genau beobachtet haben.

Das macht einen betroffen“, sagt Amtsvorsteher Thomas Jenjahn dazu. Er erinnert an den 8. März , als es einen „Fehlalarm“ im Amt gegeben hatte: „Da haben sie möglicherweise getestet, wie lange es dauert, bis die Polizei hier ist.“

Im Amt, das heute für die Öffentlichkeit geschlossen bleibt, wird der Sanierer erwartet, vorher soll der Gutachter der Versicherung sich die Schäden angeschaut haben. Thomas Jenjahn sagt zur Höhe der Schadenssumme: „Da sind wir schnell bei 30000 Euro. Das haben wir bereits überschlagen. Das Auto allein kostet ja schon 12 000. Dazu kommen die Schließanlagen, die zu den gestohlenen Schlüsseln gehören.“ Einer von ihnen gehört zur Gemeindehaustür in Bastorf, wo ebenfalls am Wochenende eingebrochen worden ist. Die Täter könnten auf die Leuchtturmeinnahmen scharf gewesen sein, wird im Amt vermutet. Doch der Tresor dafür stehe jetzt woanders. „Wir haben hier aber nicht die Schlüssel aller Gemeindehäuser gehabt, nur den einen von Bastorf“, so Thomas Jenjahn. Der Vorsteher hofft, dass ab Mittwoch alle Beschäftigten des Amtes wieder arbeiten können.

Zu den gestohlenen Sicherungsbändern der Buchhaltung erklärt Thomas Jenjahn noch: „Da steht zwar drauf, wer wann was bezahlt hat, aber die kann kein anderer lesen. Wir können in unserem Bandlaufwerk zum Beispiel keine Kassetten des Amtes Warnow West oder von Neubukow reinstecken und die nicht unsere. Um die Daten zu lesen, müsste man den Server mitnehmen und die Passwörter wissen.

Einwohnermeldedaten habe übrigens gar kein Unbefugter in die Hände bekommen, denn die seien online, betont der Amtsvorsteher und ergänzt: „Die Daten sind sicher.“

Tresordiebstahl ohne Ende

Die Liste der Tresor-Diebstähle in der Region ist lang. Im Dezember 2015 traf es die Schiffseignerfamilie Steußloff im Ostseebad Rerik, hier waren zwei Tresore gestohlen worden, im Vormonat kamen damals so zwei schwere Tresore aus der Median-Klinik in Heiligendamm abhanden, davor waren aus der Doberaner Friedhofsverwaltung, den Kühlungsborner Hotels Scandinavia, Nordwind und Edison, aus dem Doberaner Münster, aus dem Gemeindebüro Bastorf und aus dem Seniorenheim in Rerik Tresore gestohlen worden. Kein Täter konnte bislang gefasst werden.

Von Thomas Hoppe

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