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Diese Familie gibt jedem Hund eine Chance

SCHLAGE Diese Familie gibt jedem Hund eine Chance

Swetlana Frenk trainiert Vierbeiner im „Klassenzimmer“ und integriert „Internatsschüler“ in ihren Alltag

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Umringt von Hunden und der Ziege: Swetlana Frenk hat in ihrer Hundeschule ein besonderes Credo: „Iyuptala“ — „eins sein mit“.

Quelle: Claudia Tupeit

Schlage. Wenn Swetlana Frenk sich räuspert, raunt die Vibration ihrer Stimme über den gesamten Platz. Alle stehen sofort still und blicken kurz zu ihr, dann löst sie das Szenario mit einem lobenden „Fein gemacht“ auf. „Die Hunde sollen nicht am Zaun entlanglaufen und revieren, also bellen“, erklärt sie ihr Einschreiten. Lasse man das zu, sei das Stress für die Tiere, weil sie so ständig das Gefühl hätten, das Grundstück verteidigen zu müssen.

Wenn ich mich zum Ermahnen räuspere, erinnert das die Hunde an das Verhalten in der Herde.“Swetlana Frenk (38), Hundetrainerin

Räuspern gehört zu ihrer Arbeit als Hundetrainerin. Sie ahmt damit das Knurren nach, das Hunde aus der Herde kennen, also aus der Natur. Stimme statt ruckartiges Zerren an der Leine, wie es in anderen Fällen bei der Arbeit mit schwierigen Hunden eingesetzt wird. Erziehen mit Mimik und Gestik statt mit Stromband.

Ihr Ansatz funktioniert. Die beiden eigenen Vierbeiner, „Tinka“ und „Theodore“, sind äußerst gehorsam. Die „Internatsschüler“ und „Tagesgäste“ sollen es noch werden. Etwa der Chihuahua „Johnson“, ein Welpe mit jeder Menge Flausen im Kopf, der sich mit kleinen Beißattacken bei seinen Besitzern Elena Haase und Marcus Heise durchsetzen will. Zur Begrüßung schickt Frenk die 19-Jährige mit ihrem Vierbeiner über den Platz. Ihr geschulter Blick erkennt sofort: Der Hund sagt, wo es langgeht. Auch zu Hause, erzählt der 26-jährige Heise. Er wolle immerzu auf die Couch. „Ab jetzt darf er nur noch, wenn ihr es wollt“, klärt Frenk auf. Sie rät, das Wollen mit dem immer gleichen Ritual anzuzeigen, etwa dem Deuten auf eine Schmusedecke. Weiterer Tipp: Um den Lütten stubenrein zu bekommen, sollen die beiden die Hundetoilette vom Bad an die Wohnungstür verfrachten. So gehe er schon mal in die richtige Richtung.

Welpenstunden sind bei Swetlana Frenk kostenlos. Damit wolle sie Hundebesitzer animieren, sofort zu kommen und die Erziehung gar nicht erst schleifen zu lassen — „oder ihn von anderen versauen zu lassen“, sagt sie und spielt damit auf Hundetrainer an, die nichts von Hunden verstünden. „Ich nehme Problemhunde bei mir mindestens zehn Tage und maximal drei Wochen am Stück auf“, sagt die 38-Jährige. Kleine, große, junge, alte — alle werden in ihre Familie integriert. So, wie es die Natur vorgibt. Ausnahmen mache sie bei Tieren, die anfangs sehr aggressiv seien. Die kommen zunächst in eine Hütte auf dem Hof.

Im Haus gibt es für die Vierbeiner Hundezimmer. Gemeinsames Aufwachen, zusammen frühstücken, dann ab ins Klassenzimmer, so nennt sie ihre große umzäunte Übungsfläche. In den ersten Tagen gibt sie den Tieren Zeit, sich an sie binden zu können. Dafür tauscht sie ihr Schlafzimmer auch gegen ein Bett im Hundewohnzimmer. Ihr Freund, ein Zimmerer, hat Hütten direkt an die Wände gebaut. Erhöht und durch einen Zaun geschützt, befindet sich Frenks Schlafplatz. Im Esszimmer gesellen sich noch eine Taube und Kaninchen zur Familie. Auch Ponys gehören zu ihrem tierischen Anhang. Junge Ziegen erzieht sie ebenso. „Hunde lernen so bei mir, dass sie vom Rang her noch unter den Nutztieren stehen“, sagt Frenk, die seit sechs Jahren selbstständig ist, aber bereits 25 Jahre mit Tieren arbeitet.

Und wenn sie eines in dieser Zeit gelernt hat: „Es gibt für jeden Hund Hilfe. Für jeden.“

Von Claudia Tupeit

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