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Diese Natter ist ein Phänomen der Natur

Barnstorfer Wald Diese Natter ist ein Phänomen der Natur

Aus einem von 15 Eiern des Geleges einer Höhlen-Schönnatter schlüpfte eine zweiköpfige Schlange / Das ungewöhnliche Reptil ist inzwischen neun Monate alt, 65 Zentimeter lang und 45 Gramm schwer

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Ein biologisches Phänomen: Seit gestern wohnt die zweiköpfige Schönnatter in einem Terrarium im Darwineum.

Quelle: Fotos: Frank Söllner

Barnstorfer Wald. Überraschung aus dem Schlangenei: Am 15. Juni 2015 ist im Zoo eine zweiköpfige Höhlen-Schönnatter (Orthriophis taeniurus ridleyi) geschlüpft. „Wir haben nicht schlecht gestaunt, als im Gelege des Muttertieres mit insgesamt 15 Eiern plötzlich ein Schlangenbaby mit zwei Köpfen erkennbar war“, erzählt Tierpflegerin Jana Wohlfahrt. Gestern ist die inzwischen 65 Zentimeter große und eta 45 Gramm schwere Schönnatter in ihr eigenes Reich im Darwineum gezogen. Bisher hatte sie zusammen mit ihren Geschwistern hinter den Kulissen gelebt.

 

OZ-Bild

Die Natter ist ein biologisches Phänomen, etwa wie siamesische Zwillinge.“ Udo Nagel, Zoodirektor

Quelle:

„Una“ nennen die Tierpfleger die „Laune der Natur“, von der sie noch nicht wissen, ob sie männlich oder weiblich ist. Doch sie entwickle sich — abgesehen von den zwei Köpfen — wie die Geschwister auch. „Sie frisst selbstständig mit beiden Köpfen, natürlich abwechselnd, und verdaut normal“, berichtet Jana Wohlfahrt. Die Natter hat zwei Luft- und Speiseröhren, die sich zu einer vereinen. Alle anderen Organe sind nur einmal vorhanden. Das war aus einer Ultraschall-

aufnahme des Tierarztes klar zu erkennen. „Es funktioniert also alles, und deshalb soll sie es auch gut haben hier“, sagt die Pflegerin.

„Es handelt sich um eine biologische Besonderheit, die sehr selten vorkommt“, erläutert Kuratorin Antje Zimmermann. „Es kann dazu kommen, wenn die befruchtete Eizelle beginnt, sich zu teilen, und wie bei der Entwicklung von eineiigen Zwillingen, zwei eigenständige Organismen entstehen. Anders als bei Zwillingen bricht die Teilung allerdings verfrüht ab. Je nach Zeitpunkt des Abbruchs kann das Ergebnis, wie im Fall unserer Schlange, ein doppelter Kopf sein“, erklärt Antje Zimmermann.

Äußerst zurückhaltend ist die ungewöhnliche Schönnatter gestern in die hintere Ecke ihres neuen Terrariums geklettert. „Sie ist aufgeregt, alles ist neu“, kennt Pflegerin Jana Wohlfahrt ihren Schützling. „Sobald wird sie keine Maus angucken“, ist Wohlfahrt überzeugt. Dabei verdrückt das Natter-Leichtgewicht alle zwei Wochen schon mal zwei Babymäuse. Die Eltern, die ein Terrarium weiter wohnen, lassen sich einmal monatlich jeweils vier bis fünf junge Ratten schmecken.

Zwei Meter lang und 15 bis 20 Jahre alt können die nicht giftigen Schönnattern werden, die sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Ratten ernähren. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in Südostasien, im Landstrich von China bis nach Malaysia.

„Da hinten hängt sie“, sagt Petra Kutscher aus Neubukow und zeigt ihren zwei Enkeln das seltene Reptil. „Die Natur macht solche Sachen, so ist das Leben“, sagt sie. Und als die 55-Jährige erfährt, dass sich das Tier ganz normal entwickelt, hat sie auch keine Bedenken, dass das biologische Wunder öffentlich gezeigt wird. Die sechsjährige Emma findet es dennoch „gruselig, eine Schlange mit zwei Köpfen“. Doch Oma Marianne Grawe erklärt ihr, das es sowohl bei Tieren als auch bei Menschen immer wieder mal zu Besonderheiten kommt.

Das sieht auch der Zoodirektor so: „Diese Schlange ist ein biologisches Phänomen, etwa vergleichbar mit siamesischen Zwillingen“, sagt Udo Nagel. Das zweiköpfige Tier solle nicht als Attraktion ausgestellt werden. „Wir präsentieren sie hier als Besonderheit, wie andere Tiere auch“, so Nagel.

„Schlangen sind Solitärtiere, und daher wird sich Una im Terrarium wohlfühlen“, ist sich Jana Wohlfahrt sicher. Beim Häuten müssen die Tierpfleger der Schönnatter helfen. „Das schafft sie über die zwei Köpfe nicht allein“, erklärt Wohlfahrt. Doch Una sei im Gegensatz zu den Geschwistern, die „definitiv beißen“, sehr ruhig. „Wahrscheinlich, weil wir sie viel händeln.“ Die Nattern häuten sich je nach Wachstum, anfangs einmal wöchentlich, im Erwachsenenalter etwa alle zwei Monate.

37 Schlangen im Zoo

Im Zoo Rostock sind neben den 17 Schönnattern eine Abgottschlange (Boa constrictor), drei Königspythons (Python regius), 14 Kornnattern (Elaphe guttata) und zwei Königsnattern (Lampropeltis triangulum) beheimatet. Obwohl es sich dabei nicht um Giftschlangen handelt, ist äußerste Vorsicht geboten. „Ein Schlangenbiss kann höchst unangenehm sein“, betont Kuratorin Antje Zimmermann. Die Schönnattern sind im Darwineum zu Hause, wobei die Jungtiere noch an andere Zoos vergeben werden. Im Aquarium werden Kornnattern und Königsnattern gehalten. In den Vitrinen des Vogelhauses sind die Abgottschlange und die Königsphython zu sehen.

Von Doris Kesselring

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