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Disco verhängt Hausverbot gegen Rostocker CDU-Chef

Rostock Disco verhängt Hausverbot gegen Rostocker CDU-Chef

Politiker benahm sich daneben. Debatte über Vorbild-Funktion entfacht.

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„Ich habe wohl einen über den Durst getrunken. Deshalb habe ich auch leider Erinnerungslücken.“ Daniel Peters, Rostocker CDU-Chef.

Quelle: Philip Schülermann

Rostock. Müssen sich Kommunalpolitiker auch in ihrer Freizeit besser benehmen als andere? Ein Vorfall mit dem Rostocker CDU-Chef Daniel Peters hat eine Diskussion um die Vorbild-Funktion von ehrenamtlichen Politikern entfacht. Peters soll nach OZInformationen in dem Rostocker Club „Studentenkeller“ ausfällig geworden sein und Mitarbeiter beleidigt haben. Er bekam daraufhin Hausverbot. Der Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten und Merkel-Vertrauten Eckhardt Rehberg hat sich inzwischen entschuldigt. Mit seinem Fehltritt hat der ehemalige Landtagskandidat aber eine rege Diskussion ausgelöst.

Der Vorfall mit Rostocks CDU- Chef Peters soll sich Mitte März ereignet haben und wurde nun von dessen politischen Gegnern lanciert. Eine Mitarbeiterin des Clubs sagt, Peters habe an einem Zigarettenautomaten „randaliert“, dann das Personal beleidigt und bedroht. Der Vorstand des „Studentenkellers“ bestätigt lediglich, dass Peters „sich nicht benommen hat“. Der 35-Jährige gilt als Nachwuchs-Hoffnung der CDU, hatte zuletzt mit Forderungen nach mehr Video-Überwachung in der Innenstadt und mehr Abschiebungen von sich reden gemacht. „Ich habe wohl einen über den Durst getrunken. Deshalb habe ich auch leider Erinnerungslücken. Sollte ich mich nicht so benommen haben, wie es sich gehört und sich andere dadurch verletzt fühlen, möchte ich mich entschuldigen und sagen, dass es mir aufrichtig leidtut“, teilt Peters mit.

Eine Debatte hat sein Verhalten aber dennoch ausgelöst. „Ein Politiker – auch ein Kommunalpolitiker – muss sich anders benehmen als der Rest der Bevölkerung. Wir sind immer auch Vorbild“, mahnt beispielsweise Tilo Gundlack (SPD), Präsident der Wismarer Bürgerschaft. „Politiker pöbeln nicht. Die Menschen können von uns erwarten, dass wir uns benehmen.“ Das sieht Mignon Schwenke (Linke), Vize-Präsidentin des Landtags, ganz ähnlich: „Vor allem in Zeiten, in denen es offensichtlich wieder legitim ist, zu pöbeln, sollten demokratische Politiker zeigen, dass es auch anders geht.“

Nicht zum ersten Mal werden Politikern in MV persönliche Verfehlungen vorgeworfen: 1999 musste die damalige Landtagschefin der Linken, Caterina Muth, zurücktreten, nachdem sie eingeräumt hatte, in einer Drogerie eine Wimpernzange gestohlen zu haben. Aufsehen erregte auch die „Straßen-Rangelei“ zwischen Umweltminister Till Backhaus (SPD) und einem Rentner im Jahr 2013. Der Mann behauptete, Backhaus habe ihn geschlagen. Das Verfahren wurde eingestellt. Der damalige Bürgermeister von Bad Doberan, Hartmut Polzin (SPD), wurde 2011 betrunken am Steuer erwischt und musste seinen Führerschein monatelang abgeben. Ähnlich erging es dem Wolgaster Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) 2014.

Andreas Meyer

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