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Ehrenamtler bewahren Kulturschätze unter der Erde

Graal-Müritz Ehrenamtler bewahren Kulturschätze unter der Erde

Eckhard Preuß will 2017 Großsteingräber in Rerik und Laage pflegen

Graal-Müritz. „Ich habe mir in vielen Ländern alte Kulturstätten angesehen. Nun beschäftige ich mich seit langem mit der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns – und die kann, weil vieles offen ist, recht spannend sein“, sagt Eckhard Preuß (75).

 

OZ-Bild

Eckhard Preuß ist seit 20 Jahren Mitglied der Archäologischen Gesellschaft.

Quelle: Foto: Jürgen Falkenberg

Landesdenkmalpflege

Die Abteilung Landesdenkmalpflege ist als Fachbehörde für die Erforschung und die Mitwirkung bei der Erhaltung und sinnvollen Nutzung der Bau- und Kunstdenkmale zuständig. Der Sitz der Landesbehörde ist in Schwerin. Die Arbeit basiert auf dem Denkmalschutzgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Er ist nach mehr als 30 Jahren zur See und an Land im Dienste der Seereederei tätig, 1997 zum Mitglied der Archäologischen Gesellschaft für MV geworden. 2001 erfolgte seine Ernennung zum ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger. Nun schaut er auf mehr als 15 Jahre der Arbeit „mit gesenktem Kopf“ zurück, denn Bodendenkmalpflege ist vor allem die oberflächliche Suche nach den archäologischen Hinterlassenschaften, die Prospektion.

„Es war und ist eine stetige Weiterbildung im Rahmen der Kreisbodendenkmalpflege“, sagt Eckhard Preuß. Sein Einsatzgebiet, oft in Begleitung seiner Ehefrau Gertrud, war vor allem rund um Tessin, den damaligen Wohnsitz. Bei Vilz wurden 245 Feuerstellen entdeckt. Rund um den Prangenberg und im Nustrower Gebiet gab es Funde. Die Suche an der Lieper Burg war mit Funden so ergiebig, dass der Bodendenkmalpfleger die Ergebnisse und seine Erkenntnisse in seinem Buch „Lieper Burg ist überall“, von der Fachwelt beachtet, darstellte.

„Meine letzte Teilnahme an einer Ausgrabung bei Broderstorf war vor vier Jahren. So etwas ist eine Knochenarbeit“, stellt Preuß fest und hat seine Aktivitäten reduziert. „2017 werde ich mit den Mitgliedern der Kreisarbeitsgruppe an der Pflege von Großsteingräbern, so in Rerik, Laage oder Steinhagen, teilnehmen“, sagt er.

„Alle meine Funde habe ich mit den Fundprotokollen an das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege übergeben“, verweist Eckhard Preuß auf leere Schübe. Aber: Seit zwei Jahren beschäftigt ihn das Vorhaben „Schlacht an der Recknitz“, auf die Zeit Ottos I. um 955 datiert. „Noch gibt es keine Beweise, dass der Raxa benannte Fluss die Recknitz ist. Alte Karten und Lexika sollen helfen. Spätere Begehungen, dann auch mit einer Sonde, in der Hoffnung, wie bei der Lieper Burg Funde zu machen, werden Aufschlüsse bringen. „Auch wenn dabei nichts gefunden wird, ist es ein geschichtlicher Erfolg“, meint Eckhard Preuß.

Er ist erfreut, dass der Anteil jüngerer Menschen, darunter auch Frauen, mit Interesse an der Bodendenkmalpflege zugenommen hat. So hat auch Steffen Graf aus Kösterbeck, nach dem Lesen der „Lieper Burg“, Anschluss an die Kreisarbeitsgruppe gefunden. Eckhard Preuß hat aber in den letzten fünf Jahren für die finstere Jahreszeit eine zweite Freizeitbeschäftigung gefunden. Er hat sich autodidaktisch der Acrylmalerei zugewandt. Bei „Rostock kreativ“ will er auch 2017 wieder dabei sein. Und im Frühjahr wird er auch wieder mit Kompass und Karte, mit Spatel und Pinsel in der Feldmark anzutreffen sein.

Jürgen Falkenberg

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