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Ehrt Rostock seinen Hafen-Chef mit einer eigenen Straße?

Stadtmitte Ehrt Rostock seinen Hafen-Chef mit einer eigenen Straße?

Torsten Nagel fordert, Bauermeister ein Denkmal zu setzen / SPD und CDU begrüßen den Vorschlag / Straßenbenennungen erst fünf Jahre nach Ableben möglich

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Torsten Nagel wünscht sich eine Straße, die nach dem ehemaligen Hafen-Chef benannt wird.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl (1), Frank Sölnner (1), Katharina Ahlers (1), Archiv

Stadtmitte. Torsten Nagel hält ein Schild mit der Aufschrift „Dr.-Ulrich-Bauermeister-Straße“ hoch. Wenn es nach dem 51-Jährigen geht, sollte es bald eine Straße in Rostock geben, die den Namen des ehemaligen Hafenchefs trägt. „Bauermeister hat mehr für die Stadt und den Hafen getan als mancher Würdenträger“, meint der Rostocker. „Ich hoffe, dass er dafür geehrt wird.“

 

OZ-Bild

Ob sein Engagement groß genug für eine eigene Straße war, weiß ich nicht.“ Gisbert Ruhnke, Hafenkapitän

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Das ist eine hervor- ragende Idee. Ich würde mich sofort dafür einsetzen.“Erhard Sauter (SPD)

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Ob sein Engagement groß genug für eine eigene Straße war, weiß ich nicht.“ Gisbert Ruhnke, Hafenkapitän

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Das ist eine hervor- ragende Idee. Ich würde mich sofort dafür einsetzen.“Erhard Sauter (SPD)

Kriterien für eine Straßenbenennung

Laut Straßenbenennungssatzung können Personen, die ein berechtigtes Interesse haben, entsprechende Anträge an den Oberbürgermeister richten.

Der zuständige Ortsbeirat wird über das Verfahren unterrichtet. Er kann Namensvorschläge zur Benennung unterbreiten.

Im September war Ulrich Bauermeister nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren gestorben. 14 Jahre lang stand er an der Spitze des Hafens und kümmerte sich als Geschäftsführer der Hafen- und Entwicklungsgesellschaft (Hero) unter anderem um die Neugestaltung des Fährterminals und der Kreuzfahrtterminals in Warnemünde. Zu den Ansiedlungen zählen auch der Kranbauer Liebherr und der Großrohrhersteller EEW.

„Zudem hat er die Seemannsmission unterstützt“, sagt Nagel. Persönlich habe er den Verstorbenen erst im vergangenen Winter kennengelernt. „Wir waren im selben Behandlungszimmer einer Arztpraxis“, erklärt er. „Die Nachricht von seinem Tod hat mich getroffen. Er konnte seinen Ruhestand ab 2014 nicht lange genießen.“

Nagel hofft, dass die Politik darüber nachdenkt, eine Straße oder einen Platz nach Bauermeister zu benennen – bestenfalls am Überseehafen.

„Das ist eine hervorragende Idee“, meint Erhard Sauter (SPD), stellvertretender Vorsitzender im Bau- und Planungsausschuss. „Ich würde mich sofort dafür einsetzen.“ Allerdings sei der Verstorbene, der auch SPD-Mitglied war, nicht unumstritten gewesen. „Er ist oft mit dem Bürgermeister aneinandergeraten“, erinnert sich Sauter.

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) äußert sich weder für noch gegen den Vorschlag von Torsten Nagel. „Dr. Bauermeister gehört zu den Persönlichkeiten, die seit Entstehen des Rostocker Überseehafens mit ihrem langjährigen Wirken in führender Position an der erfolgreichen Entwicklung des Hafens maßgeblichen Anteil haben“, betont er jedoch.

Die Hansestadt weist auf die Straßenbenennungssatzung hin. Eine Benennung mit dem Namen einer Person sei demnach nur in Ausnahmefällen und frühestens fünf Jahre nach dem Tod möglich.

„Zur Zeit stellt sich diese Frage daher nicht“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Berthold Friedrich Majerus. „Sollte das irgendwann zur Diskussion stehen, würde ich dem zustimmen.“ Auch Majerus betont, dass Bauermeister sich für die Seewirtschaft der Stadt verdient gemacht hat. „Dementsprechend würde ein solcher Platz nur am Hafen infrage kommen“, sagt er.

„Eine Straße wäre vielleicht zu hoch gegriffen“, meint hingegen Maren Haase, Fraktionsgeschäftsführerin der Linken. „Vielmehr könnte man über andere Ehrungen nachdenken.“ Ähnlicher Meinung ist auch Bauermeisters ehemaliger Weggefährte Gisbert Ruhnke. „Er war bescheiden – ich denke nicht, dass das in seinem Sinne gewesen wäre“, sagt der Hafenkapitän. Dennoch würde sich Ruhnke über eine Ehrung freuen. „Er hat es verdient in Erinnerung zu bleiben“, meint er. „Aber ob sein Engagement groß genug für eine eigene Straße war, weiß ich nicht.“

Laut Straßenbenennungssatzung sind entsprechende Anträge an den Bürgermeister zu richten.

Katharina Ahlers

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