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Ehrung für Anne-Dore Weber

Bad Doberan Ehrung für Anne-Dore Weber

Rentnerin ist ehrenamtlich für den Weißen Ring tätig

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Anne-Dore Weber wurde für ihr ehrenamtliches Engagement im Weißen Ring ausgezeichnet.

Quelle: Foto: Renate Peter

Bad Doberan. Stolz hält Anne-Dore Weber die Ehrenurkunde in der Hand. Im Dezember erhielt die 76-Jährige aus Kühlungsborn die Ehrennadel des Landes Mecklenburg-Vorpommern für besondere Verdienste im Ehrenamt. Ministerpräsident Erwin Sellering hatte ihr – und vielen weiteren Ehrenamtler – die Auszeichnung überreicht. Sie sei zwar überrascht gewesen, hatte es aber einige Zeit zuvor schon gewusst. „Andreas Küssner vom Landesbüro des Weißen Ringes in Schwerin hatte mich vorgeschlagen“, sagt sie. Aber „es war eine tolle Veranstaltung im Goldenen Saal in Schwerin.

Meine Tochter hat mich begleitet“, erzählt die Kühlungsbornerin. Zwei Ehrenamtler des Weißen Ringes aus Mecklenburg-Vorpommern seien geehrt worden. Weitere Ehrenamtler kamen von der Feuerwehr, aus Sport- und anderen Vereinen.

Seit gut zwölf Jahren kümmert sich Anne-Dore Weber um Kriminalitätsopfer in der Region Bad Doberan. Rosemarie Berg hatte die Außenstelle Bad Doberan des Weißen Rings vor 15 Jahren gegründet.

Anne-Dore Weber gehörte zu den ersten Mitgliedern. „Nach dem Tod meiner Mutter habe ich eine ehrenamtliche Aufgabe gesucht. Ich hatte mich als Schöffe beworben, doch da wurden gerade keine gesucht“, erzählt sie. Die gelernte Handelskauffrau hatte viele Jahre im Bauwesen gearbeitet. Die Rostockerin war zwischenzeitlich nach Prenzlau gezogen und kam zurück an die Küste. Seit 37 Jahren wohnt sie nun in Kühlungsborn. Bis zu ihrem 60. Lebensjahr hatte sie gearbeitet, ging dann in Rente. „Ich hatte das Gefühl, nicht gebraucht zu werden“, sagt sie. Da sei die Aufgabe beim Weißen Ring genau richtig gekommen. Teilweise sei es eine sehr schwere Arbeit, teilweise bereite es aber auch Spaß, Menschen zu helfen. Doch immer seien es Schicksale, die bewegen.

Meist schaffe sie es aber, zu Hause abzuschalten. Zwei Fälle wird sie aber nie vergessen. Den sexuellen Missbrauch einer Tochter durch den Vater und eine mehrfache Vergewaltigung einer Studentin, nachdem ihr bei einer Feier K.o.-Tropfen verabreicht worden waren. „Die Studentin hatte noch nichts vom Weißen Ring gehört. Wir konnten ihr Geld für neue Kleidung und für den Rechtsanwalt geben“, erzählt die Ehrenamtlerin. „Es ist gut, dass wir in der Gruppe darüber sprechen, alles verarbeiten können“, sagt Anne-Dore Weber. In den zwölf Jahren habe sie etwa 50 Fälle bearbeitet, sagt die 76-Jährige. Manchmal sei schnelle Hilfe möglich, andere Menschen würden über einen langen Zeitraum betreut. Oft auch viele Stunden bei Gericht. Vor allem seien es Fälle häuslicher Gewalt und sexuelle Übergriffe, mit denen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings zu tun hätten. Seltener müssten sie Opfern von Diebstählen helfen.

Die Außenstelle des Weißen Rings Bad Doberan hat in den 15 Jahren des Bestehens 630 Kriminalitätsopfer betreut, 200000 Euro konnten dafür zur Unterstützung von Opfern vergeben werden. Während es im ersten Jahr des Bestehens der Außenstelle nur fünf Fälle waren, stieg die Zahl 2015 bereits auf 75 an. Renate Peter

OZ

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