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Ein Bürgerbus für mehr Gemeinschaftssinn

Poppendorf Ein Bürgerbus für mehr Gemeinschaftssinn

Poppendorfer, Klein Kussewitzer und Blankenhäger können künftig zusammen fahren – und zusammenwachsen.

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Klaus Langanke ist einer der ehrenamtlichen Bürgerbus-Fahrer.

Poppendorf. Da steht er nun auf dem Gelände am Gemeindehaus in Poppendorf, der weiße VW T6 Transporter Kombi, bereit, um künftig Bürger der Gemeinden Poppendorf, Klein Kussewitz und Blankenhagen an ihr Wunschziel zu chauffieren. „Nun ist es an uns, ihn in Bewegung zu bringen“, sagte gestern Jörg Wallis, Poppendorfs Bürgermeister, anlässlich der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs an die Gemeinde. ROS–BB 17 lautet das Kennzeichen, angelehnt an den Verein „Bürgerbus 2017“, der eben jenen ins Rollen gebracht hatte.

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Poppendorfer, Klein Kussewitzer und Blankenhäger können künftig zusammen fahren – und zusammenwachsen.

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„Vorzeigeprojekt“, nennt es Jörg Wallis, „mit Leuchtturmcharakter“, ergänzt Kristina Baade, Mitarbeiterin im Regionalmanagement der Leader-Aktions-Gruppe Ostsee-DBR, über die EU-Fördermittel in Höhe von 47700 Euro weitergereicht wurden. Den Rest der Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt 53000 Euro steuerte die Gemeinde Poppendorf bei.

Bis der Bus aber wirklich fährt, dauert es noch ein bisschen. Erst wenn der Verein im Vereinsregister eingetragen ist, kann es losgehen, sagt Jens Quaas, Vorsitzender des Bürgerbus-Vereins und Bürgermeister von Klein Kussewitz. Am 19. Dezember war Gründungsversammlung des Vereins. Elf Mitglieder zählt er derzeit.

„Anfang März muss es losgehen“, sagt Jörg Wallis. Dann ist die erste Fahrt nämlich schon gebucht: Frauentagsfeier im Gemeindehaus, zu der die Seniorinnen der Gemeinde gefahren werden sollen.

Der Bürgerbus solle nicht in Konkurrenz zu Rebus, dem Busunternehmen, das im Landkreis Rostock für den Busverkehr zuständig ist, stehen, betont Vorstandsmitglied Volker Schenzle. Dennoch sei die geringe Anbindung der Dörfer an das Busnetz ein Grund gewesen, den Bürgerbus ins Leben zu rufen.

Das Konzept sieht eine Mischform zwischen festen Fahrtzeiten und Verfügbarkeit auf Abruf vor. „Man könnte beispielsweise eine feste Abfahrtzeit einmal pro Woche zum Einkaufen nach Bentwisch festlegen“, sagt Jens Quaas. Andererseits könne der Bus auch für Ausflüge etwa ins Theater oder ins Kino gebucht werden.

So richtig festgezurrt ist das Konzept also noch nicht. Vielmehr solle es sich im Laufe der Zeit entwickeln, angepasst an den Bedarf. Und nicht nur für die nicht mehr ganz so mobilen Einwohner der drei Gemeinden ist der Bürgerbus gedacht. Auch Jugendgruppen, Vereine oder Familien können sich melden. „Der Bus soll vorrangig für soziale, kulturelle und sportliche Zwecke genutzt werden“, so Volker Schenzle.

Koordiniert werden die Fahrten vom Arbeiter Samariter Bund (ASB), der sich in der Gemeinde ohnehin um die Seniorinnen kümmert. „Unsere Frauen haben ein reges Interesse, Unternehmungen zu machen“, sagt Diana Schmidt vom ASB.

Laut einer Untersuchung sind 20 Fahrer notwendig, um das Angebot aufrechtzuerhalten. „Etwa 20 haben auch gesagt, dass sie mitmachen würden“, sagt Marie Bockholt, zuständige Sachbearbeiterin im Amt Carbäk. Einer von ihnen ist Klaus Langanke. „Das Gemeinschaftliche in der Gemeinde ist abhanden gekommen. In so einem Bus kommt man ins Gespräch“,erklärt er seine Motivation, ehrenamtlich Touren zu übernehmen. Ein Transporter also, der die Dörfer zusammenwachsen lassen soll.

Ticketpreis noch offen

Einen Teil der Kosten für den Bürgerbus tragen die Fahrgäste. Wie hoch der Ticketpreis ist und nach welchen Kriterien – etwa nach Tarifzonen – er abgerechnet wird, soll in den nächsten Wochen geklärt werden. Vor allem aber zahlen die drei Gemeinden die laufenden Kosten. Als Anschubfinanzierung haben Poppendorf, Blankenhagen und Klein Kussewitz erstmal jeweils 3000 Euro beigesteuert.

Robert Niemeyer

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