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Ein Tag am Bratwurst-Stand: Der heißeste Job der Sail

Hanse Sail 2017: Hungrige Gäste, gute Laune und Lob aus Rheinland-Pfalz Ein Tag am Bratwurst-Stand: Der heißeste Job der Sail

OZ-Reporterin Ann-Marie Engelkes Erlebnis mit Kunden, Würsten, Ketchup

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Ann-Marie Engelke war am Würstchen-Stand für Grünkohl und „Knacker“ zuständig.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadthafen. Ausgerechnet die Mittagszeit habe ich mir ausgesucht, um mit meiner Schicht zu starten: Einen Tag will ich – 20 Jahre, Studentin – nicht Würstchen essen, sondern Würstchen verkaufen. Und das ausgerechnet auf der Sail.

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OZ-Reporterin Ann-Marie Engelkes Erlebnis mit Kunden, Würsten, Ketchup

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Die erste Hürde: Ich muss den Stand von Peter Dumke vom Event Caterer Phönix erstmal finden. Es dauert, doch dann sehe ich ihn direkt am Eingang vom „Brandenburger Dorf“. Dort lerne ich Laura, Tine und Trudy kennen. Laura ist für Currywurst und Pommes zuständig, Tine steht hinterm Grill und Trudy nimmt die Bestellungen entgegen und kassiert. Mein Bereich werden die Buletten, der Grünkohl und die „Knacker“ sein. Ich muss erstmal meine Jacke ausziehen, hinterm Grill ist es ganz schön warm. Und dann geht es auch schon los. Schlag auf Schlag. Wir müssen die Brötchen schneiden. 300 bis 500 Stück werden pro Tag benötigt. Gerade mittendrin, kommt die erste Bestellung. „Curry Pommes, Pommes solo!“ Ich stelle fest: die drei nutzen einige Kürzel. Die „Grillsprache“, wie sie sie nennen. Ich helfe Laura und bin für die „Pommes solo“ zuständig. Und verbrenne mir erstmal fast die Finger. Und dennoch: Die Fritten riechen so gut, dass ich sie am liebsten selbst essen würde. Angeblich lässt das schnell nach. Ich kann sagen: ein Tag reicht dafür nicht aus.

Dann mein erster Kundenkontakt. Die Dame will Bratwurst. „Senf oder Ketchup“, frage ich etwas zu leise. Doch sie versteht mich. Sie will Ketchup. Trudy erklärt: Einmal lange drauf drücken und längs auf der Bratwurst verteilen. „Kein Problem“, denke ich und starte voller Tatendrang. Schon schießt der Ketchup raus und landet nur mit viel Glück noch auf Wurst und Brötchen – und nicht auf meiner Kollegin.

Trudy, Tine und Laura erzählen, dass es vier KundenTypen gibt: Die Unkomplizierten, wie die Dame von eben. Die Langsamen – sie entscheiden sich erst, wenn sie dran sind. Die Verpeilten, die erst gar nicht wissen, was es überhaupt zu kaufen gibt. Und die Verbitterten – denen kann man es nie recht machen. Nach dem Mittag wird es ruhiger – und die Drei verraten mir einen Trick: „Je mehr auf dem Grill liegt, desto mehr Leute kaufen etwas davon.“ Ich glaube ihnen nicht. So leicht lassen wir uns nicht beeinflussen, oder? Leider doch. Kurz darauf stehen die ersten Leute Schlange für ein Steak.

Ich fühle ich mich mittlerweile im Stand wohl. Ich weiß, wie viel Gewürz auf die Pommes muss, und, dass die Pappen mit dem Grünkohl ganz schön heiß werden können. Ich habe mich auch an die stetige Hitze gewohnt und friere jetzt draußen, wenn ich nicht am Grill stehe. Und so werde ich in das Geheimnis der perfekten Bratwurst eingeweiht. 90 Sekunden pro Seite auf höchster Stufe. Platzt sie auf, ist sie fertig.

Mit dem Wissen mache ich mich auf dem Weg nach Hause. Vorher erlebe ich noch den größten Vorteil, wenn man in einem Bratwurst-Stand gearbeitet hat: Selbst im dichtesten Gedränge bei der Sail machen einem die Menschen Platz. Dem Geruch sei Dank. Das einzige was ich mich jetzt frage ist: Wie oft muss ich Haare waschen, bis er wieder raus ist?

Ann-Marie Engelke

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