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Warnemünde Ein Traum-Sommer mit Verspätung

Nach der verregneten Hochsaison hat der September Hoteliers und Gastronomen versöhnt / Nur 2006 war es noch wärmer

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Es war warm, es war sonnig – da hatten die Leute Bock auf Eis.“Sven Kruse, Inhaber „Eiswerkstatt“

Warnemünde. Fast 230 Stunden Sonnenschein und gleich an mehreren Tagen Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke: Der September 2016 – er war in Rostock ein Monat zum Genießen. Und er bescherte der Wirtschaft in der Hansestadt ein unverhofftes, aber deutliches Umsatzplus: Eisdielen und Restaurants, aber auch die Hotels profitierten spürbar vom spätsommerlichen Badewetter an der Küste. Einen Platz in den Geschichtsbüchern konnte sich der vergangene Monat aber dennoch nicht sichern: Er verpasst den Rekord „wärmster September aller Zeiten“

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Nach der verregneten Hochsaison hat der September Hoteliers und Gastronomen versöhnt / Nur 2006 war es noch wärmer

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Zahlen und Daten

30,9 Grad betrug die höchste Temperatur, die im September 2016 in Rostock gemessen wurde. Der September-Rekord liegt laut Wetterdienst bei 32,4 Grad und stammt aus dem Jahr 1947.

54,5 Liter ist das Regensoll für September. In diesem Jahr waren es nur elf Liter.

ganz knapp.

„Am Ende machten gerade mal 0,1 Grad den Unterschied“, sagt Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Der September 2016 erreichte in Rostock und im Seebad Warnemünde eine Durchschnittstemperatur von ganz exakt 17,8 Grad. „Der September 2006 konnte das besser: Er hat es auf 17,9 Grad geschafft“, so Lux. Der auflandige Wind an vielen Tagen könnte einen neuen Rekord verhindert haben, mutmaßen die Wetter-Experten.

„Aber rekordverdächtig – das war der September 2016 dennoch in jeder Hinsicht“, sagt Meteorologe Lux. In puncto Sonnenschein zum Beispiel müssen die Fachleute des Deutschen Wetterdienstes weit in ihren Aufzeichnungen zurückblättern, um einen solch sonnigen September in der Hansestadt zu finden: „Wir hatten in den vergangenen vier Wochen mehr als 225 Sonnenstunden in Warnemünde. Das letzte Mal war es im Jahr 1959 so sonnig“, sagt Lux. Damals – vor knapp 60 Jahren – zählten die Wetterbeobachter sogar 250 Stunden. Auch in Sachen „Regen“ sind die 2016er Werte rekordverdächtig: „Wir hatten nur knapp über zehn Liter Niederschlag – ein Drittel des Soll“, so Lux. „Für Landwirte und Hobbygärtner war das aber leider viel zu wenig. Sie hätten gerne den einen oder anderen Schauer mehr gehabt.“

Zu all jenen, die sich über den September hingegen gefreut habe, gehört Alexander Rehmann. Denn die vier tollen Wochen haben den Restaurantleiter des „Carlo 615“ am Stadthafen mit den Wetter- Göttern versöhnt: „Juni und Juli hatten das Prädikat ,Sommermonat’ nicht verdient. Aber der September hat uns entschädigt.“ Die Terrassen des „Carlo“ seien voll gewesen: „Das war wirklich Hochsaison.“Auch Sven Kruse, Inhaber der „Eiswerkstatt“ in der Stadtmitte, hat nur lobende Wort für den abgelaufenen Monat: „Es war warm, die Leute brauchten Abkühlung – und sie hatten Bock auf Eis. Perfekt für uns.“

Der September sei ungefähr so gut gelaufen wie der Mai: „Auch da war es ja gut warm.“

Auch in der Urlaubsbranche wirkt sich das Wetter spürbar positiv aus, sagt Rostocks Tourismus- Chef Matthias Fromm. „Wir hatten einen spürbaren Schub.“ Genaue Zahlen gibt es allerdings noch nicht.

„Aber wir haben vor allem in der ersten Hälfte Monats viele Buchungen verzeichnet – auch für Kurzreisen.“ Kein Wunder: „Bis zur Monatsmitte zeigte sich Rostock von der sommerlichsten Seite – mit Badegästen und gut gefüllten Strandkörben in Warnemünde.“ Das bestätigt auch Berit Dierke, Marketingchefin im Hotel Hübner in Warnemünde. „Wir hatten viele Kurzentschlossene, die sich kurzfristig für Urlaub bei uns entschieden haben. Vor allem Berliner kommen zu uns, wenn der Wetterbericht Sonne verspricht.“

Herbstpicknick bei 25 Grad und bunten Blättern

Die letzten Tage haben Carolin Neuber aus Neubrandenburg und die Rostockerin Fine Haase an der frischen Luft verbracht. „Ob am Strand, im Zoo oder hier im Rosengarten, Hauptsache wir sind draußen gewesen“, sagt Neuber, die zu Besuch in der Stadt ist. Der Rosengarten gehörte wohl zu den beliebtesten Plätzen der Stadt. So machten die Freundinnen dort ein Picknick, während ihre Hunde einem Ball hinterherjagten. Auch Yuna, die Tochter von Fine Haase, hatte Spaß an dem Ausflug ins Grüne.

Süßer September: Ein kleines Eis geht immer

Bei Sonnenschein und knapp 20 Grad genossen Victoria Kaschau und Tochter Frieda wie viele andere ein Eis in der Kröpeliner Straße. Das war eine willkommene Abkühlung an den spätsommerlichen Tagen. „Wir sind gern in Rostock unterwegs. Im September haben wir oft im Park gesessen und uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen“, sagt die junge Mutter aus Kritzmow.

Fotos/Umfrage: Manuela Wilk

Entspannter Spätsommer im Rosengarten: Ganz allein im Sonnenschein

Einfach mal abschalten. Ob mit einem Buch, einer Sonnenbrille oder einfach so: Viele Rostocker nutzten die vergangenen Tage für ein Sonnenbad im Rosengarten. So auch Marie-Charlotte Kroos.

Die 22-Jährige verband das Angenehme mit dem Nützlichen und nahm ihre Lernutensilien mit nach draußen. „Es ist toll, wenn man die letzten Sonnenstrahlen noch ausnutzen kann“, sagt die angehende Physiotherapeutin. Zudem habe das gute Wetter eine positive Wirkung auf ihre Motivation, meint die Rostockerin.

Andreas Meyer

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