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Stadthafen Einmal aufs Meer und zurück

Rund 30 Gemeindemitglieder aus Rostock segeln mit Margot Käßmann auf der „General Zaruski“

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Höchste Konzentration: Die junge Crew der „General Zaruski“ aus Gdansk setzt die Segel. Fotos (3): Ove Arscholl

Stadthafen. Einfach mitsegeln. So lautet das Motto der diesjährigen Hanse Sail. Tausende Menschen sind seit Donnerstag diesem Ruf gefolgt. Auch am Sonntag schnupperten 30 „Landratten“ auf der „General Zaruski“ aus Gdansk Hochseeluft. Mit dabei: Reformationsbotschafterin Margot Käßmann und viele Ehrenamtliche aus den Kirchgemeinden der Hansestadt.

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Rund 30 Gemeindemitglieder aus Rostock segeln mit Margot Käßmann auf der „General Zaruski“

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„Ich war schon oft in Rostock, aber auf der Hanse Sail war ich noch nie“, sagt Käßmann. Gleich nach ihrem ökumenischen Fest- Gottesdienst geht es für sie auf den Traditionssegler. „Die Missionare sind damals auch mit Segelbooten in alle Welt hinausgefahren, das muss viel Mut gekostet haben“, sagt die 58-Jährige.

Schon vor drei Jahren hatte Karlheinz Schmidt die Idee, die Predigerin einzuladen, damit sie mit den Kirchenmitgliedern ins Gespräch kommen kann. Doch sie ist nur ein Ehrengast unter vielen. „Was in dieser Gesellschaft wenig gemacht wird, ist, ein Lob auszusprechen und ,Danke’ zu sagen“, erklärt das Mitglied des Hanse Sail Vereins. Genau solch ein Dankeschön soll der Ausflug für einige Ehrenamtliche der Stadt sein, die von ihren Kirchgemeinden zum Segeln eingeladen wurden.

Auch Susanne Hase bekam ein Ticket geschenkt. Seit 15 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich in Biestow. „Ich habe zum Beispiel den Kinderkleidermarkt ins Leben gerufen“, erzählt die 52-Jährige. Nun, kurz bevor sie nach Wuppertal zu ihrem Mann zieht, wollte sie diese Gelegenheit wahrnehmen. „Ich bin schon den ganzen Vormittag nervös gewesen“, gibt sie zu. In ihrer Handtasche hat sie eigens ein homöopathisches Mittel gegen Seekrankheit. „Ich bin eigentlich gar nicht seefest. Aber ich hätte mich geärgert, wenn ich diese Chance verpasst hätte“, sagt Susanne Hase bestimmt.

Zu Beginn ist die Fahrt im Seekanal noch ruhig. Die Segel sind geschlossen und mit laufendem Motor schippert die „General Zaruski“ nur leicht wippend durch das Wasser. Doch kaum erreicht der Segler die Ostsee, prescht das Wasser stärker gegen den Schiffsbauch. Die Crew wirkt angespannt und ruft sich gegenseitig polnische Begriffe zu. „Davai!“, ruft einer. Sein Kollege soll Tempo machen, denn jetzt müssen das Focksegel und das hintere Segel gehisst werden. „Das sieht nach harter Arbeit aus“, sagt eine Passagierin. Dann geht es ans Hauptsegel. Flink und mit geschickten Bewegungen wird an den langen Seilen gezogen – die Schoten werden dicht gemacht.

Mit den Besuchern redet die Crew englisch. Doch meist wird dann nur zu verstehen gegeben, dass man den Platz wechseln muss. „Ein wirkliches Passagierschiff ist es nicht“, sagt Susanne Hase. Doch für geübte Segler sind die kleinen Wellen kein Problem. Skipper Jerzy Jaszczuk fährt seit 55 Jahren zur See, damals begann er als Scout. Die „General Zaruski“ fährt seit gut vier Jahren unter seiner Führung. „Mit der Sanierung des Schiffes ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen“, sagt der 69-Jährige auf Englisch.

Das kann Maik Kotzian aus Reutershagen sehr gut nachvollziehen. „Für mich hat das Segeln etwas mit Abenteuer und Freiheit zu tun“, sagt der Rechtsanwalt. Er ist sonst mit kleinen Seglern unterwegs, doch das große Schiff beeindruckt ihn. „Es ist sehr schön geschnitten und liegt hervorragend in der Welle“, lobt der 48-Jährige.

Mitten auf See wird dann gewendet. Die Crew löst die Seile auf der einen Seite des Bootes, um sie auf der anderen wieder festzuzurren. Die Segel knallen und schlackern, bis sie an ihrer neuen Position verharren. Nun geht es auf den Rückweg zum Stadthafen. Zeit für eine kleine Stärkung mit Kartoffelsalat und Würstchen.

Obwohl Susanne Hase den Ausflug genossen hat, freut sie sich, wieder im ruhigen Seekanal zu sein. Christine Gottesbühren aus Reutershagen hatte hingegen keine Schwierigkeiten. „Es ist nur so ein lustiges Kribbeln im Bauch. Ich weiß, das Gefühl wird mich auch an Land nicht so schnell wieder verlassen“, sagt sie schmunzelnd.

Spenden retten Schiff

Die Gaffelketsch „General Zaruski“ aus Gdansk (Polen) ist im Jahr 1939 gebaut worden. Das Schiff wird bis heute für die Ausbildung genutzt.

Auf dem Weg zur Hanse Sail hatte die „General Zaruski“ im vergangenen Jahr einen Mastbruch erlitten. Aus Spendengeldern wurde der Mast repariert.

Das Hanse Sail Büro und der Hanse Sail Verein initiieren immer wieder Spendenaktion, um Traditionsschiffen zu helfen. In diesem Jahr wird für den russischen Großsegler „Sedov“

gesammelt – dem größten Segelschiff der Welt (117,5 Meter lang).

Johanna Hegermann

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