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Eisbären ziehen hinaus in die Welt

Barnstorfer Eisbären ziehen hinaus in die Welt

Rostocker verabschieden sich von Wappentieren des Zoos / Bärenburg weicht neuem Polarium / Eröffnung 2018

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So stellen sich die Planer das Besucherzentrum des neuen Polariums im Rostocker Zoo vor. Entwurf: dan pearlman Markenarchitektur

Barnstorfer. Wald. Es war eine Feier der gemischten Gefühle: Am Sonntag haben sich die Rostocker von ihren Zoo-Eisbären verabschiedet. Der fast zweijährige Fiete wird künftig im ungarischen Sóstó leben, seine Mutter Vilma im dänischen Aalborg, und Fietes Großmutter Vienna zieht ins französische La Palmyre um. Da kullerten Kindertränen – doch es gab auch Freude:

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Rostocker verabschieden sich von Wappentieren des Zoos / Bärenburg weicht neuem Polarium / Eröffnung 2018

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auf das neue Polarium, das nun gebaut wird und bald wieder Eisbären beherbergen soll.

Fietes Pfleger, René Schoknecht (40), hatte am Ende aber doch den sprichwörtlichen Kloß im Hals: „Ich kenne ihn, seit er 500 Gramm gewogen hat. Jetzt wiegt er 200 Kilo. Und ich habe alles, aber wirklich alles mit ihm mitgemacht“, erzählt der Bärenpfleger. Er weiß, dass er Fiete wohl nicht mehr wiedersehen wird, was ihn „ganz schön traurig“ mache. Schoknecht: „Aber bestimmt fahre ich ihn irgendwann einmal besuchen.“

Tschüss Fiete, auf Wiedersehen Vilma und Vienna: „Fiete nimmt Abschied für immer“, erklärt Zookuratorin Antje Zimmermann (45). In seiner neuen Heimatstadt am Balaton wird es ihm aber ganz bestimmt gefallen, wie die Chefin über die 4500 Rostocker Zootiere in 320 Arten hofft. Denn dort werde er nicht nur in einer modernen Bären-Anlage leben, sondern bald auch ein hübsches Eisbären-Mädchen aus Moskau kennenlernen.

Um Vilma müssen sich die Rostocker ebenfalls keine Sorgen machen. Sie wird in Aalborg Eisbär-Mann Lars wiedersehen; nicht nur ein alter Rostocker, sondern auch ihr einstiger Gefährte, Fietes Vater und zugleich auch der Vater des berühmten Berliner Eisbären Knut. Aber auch für Viennas Umsiedlung finden sich positive Argumente. Sie lebt seit gut vier Jahrzehnten in Rostock; die Reise nach Frankreich könnte eine willkommene Abwechslung für sie sein.

„Für die beiden Damen gibt es außerdem eine Rückkehroption nach Rostock“, sagt Antje Zimmermann. „Sie sollen sogar wiederkommen.“ So sei es vorgesehen; aber genau das sei der Grund, weshalb für den dann erwachsenen Fiete die Rückkehrmöglichkeit entfällt. Mutter und Sohn, das ginge nicht. „Entschieden wird das endgültig, wenn es so weit ist – dabei steht immer das Wohl der Tiere im Vordergrund“, sagt die Kuratorin.

Was feststeht, ist der Zeitpunkt, an dem es so weit sein soll: 2018, in zwei Jahren, soll das neue Polarium fertig sein; genau dort, wo die alte Bärenburg steht. Die neue Anlage, 12000 Quadratmeter groß, soll nicht nur Heimat für Eisbären, sondern auch für Pinguine sein. „Und sie wird ein Besucherzentrum bekommen, in dem wir viel Wissenswertes über die Tiere vermitteln können“, sagt Antje Zimmermann.

Die kleine Luina (2) wird sicher eines Tages ein paar Unterrichtsstunden im Polarium erleben. Sie erzähle zu Hause eigentlich den ganzen Tag lang vom „Eisbär“, berichten ihre Eltern Jana und Bernd Weichmann. Die Jahreskarteninhaber sind regelmäßig im Zoo. Was Luina sagen wird, wenn „Eisbär“ nun nicht mehr da ist, wissen sie aber noch nicht.

Etwas Wehmut kommt auch bei Monika und Peter Bindseil (beide 72) auf. Für das Ehepaar und ihre drei Kinder gehören Eisbären und Zoo seit Jahrzehnten untrennbar zusammen. „Aber es ist schön, dass jetzt die neue Anlage gebaut wird“, tröstet sich Monika Bindseil.

Eisbärin Vienna zeigte gestern nicht die Spur von Reisefieber. Sie schien die Dinge zu nehmen, wie sie eben sind. Etwa in Gestalt der Eistorte, die Tierpflegerin Anna Krasselt (19) aus all den Köstlichkeiten „gefroren“ hatte, die Vienna am liebsten mag: Weintrauben, Quark, Tomate, Fisch, Toastbrot, Porree, Äpfel, Zitronen und Limette – ein echter Eisbärenschmaus.

Eisbärenzucht in Zoos

300 Eisbären werden weltweit in 130 Tierparks und zoologischen Gärten gehalten. Davon leben in den europäischen Institutionen und Zoos insgesamt 112 Eisbären.

10 Jungtiere erblicken jährlich in den Zoos das Licht der Welt. Die geringe Zahl der Jungtiere zeige, wie kompliziert die Nachzucht sei, sagt die Kuratorin des Rostocker Zoos, Antje Zimmermann, die das Internationale Zuchtbuch für Eisbären führt. Die Nachzucht sei inzwischen jedoch unumgänglich zur Erhaltung der Art geworden.

Klaus Walter

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