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Eltern in Sorge: Gefährden neue Schulkapazitäten die Kinder?

Stadtmitte Eltern in Sorge: Gefährden neue Schulkapazitäten die Kinder?

Bürgerschaft legt neue Maximalwerte für Schülerzahlen fest, die aber nicht zwingend erreicht werden sollen / Stadtelternrat fürchtet um Bildungserfolg

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Eltern in Sorge: Gefährden neue Schulkapazitäten die Kinder?

Es sind nur Maximalwerte.“ Steffen Bockhahn

Stadtmitte. Rostocks Eltern fürchten um die Bildung ihrer Kinder. Grund: Die Stadtverwaltung hat für die kommunalen Schulen neue maximale Aufnahmekapazitäten von Schülern festgelegt. „Wenn hier durch Umnutzung von Räumen mehr Klassenräume geschaffen werden, geht das zulasten des Bildungserfolgs unserer Kinder und der Arbeitsbedingungen der Lehrer“, sagt Anja Ritter vom Rostocker Stadtelternrat.

 

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Platz für 17 282 Schüler — 3469 mehr als der Bedarf

13 813 Schüler besuchen eine kommunale allgemeinbildende Schule in Rostock. Im Jahr 2009 waren es 11781 Schüler. Laut den neuen Obergrenzen wäre theoretisch Platz für 17282 Schüler.

Jahrelang ließ die Hansestadt Einrichtungen schließen, weil immer weniger Kinder und Jugendliche die kommunalen Schulen besuchten. Doch der Trend hat sich längst umgekehrt. Die Schülerzahlen steigen — von rund 11 781 im Jahr 2009 auf aktuell 13813. Nun kommt noch die Aufnahme von Flüchtlingskindern hinzu. Der Platz in den Schulen wird knapper.

Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) hat nun Obergrenzen erheben lassen: Wie viele Schüler kann jede allgemeinbildende Schule aufnehmen, ohne dass der Unterricht zusammenbricht? Grundlage ist die Schulkapazitätsverordnung Mecklenburg-Vorpommern: Laut dieser stehen jedem Schüler 1,9 Quadratmeter Raum zu. Auf ganz Rostock bezogen bedeutet das: Für 17282 Schüler wäre theoretisch insgesamt Platz — 3469 mehr als der aktuelle Bedarf.

Der Stadtelternrat befürchtet jedoch Einschränkungen in der Umsetzung der Schulkonzepte. Schließlich sei die Empfehlung von 1,9 Quadratmeter je Schülerarbeitsplatz spätestens mit der inklusiven Beschulung längst überholt, warnen Rostocks Elternvertreter. Die besondere Herausforderung bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern in den Unterricht dürfe ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

„Schüler benötigen nicht nur den Arbeitsplatz im Klassenraum. Guter Fachunterricht gelingt am besten in dafür speziell ausgestatteten Räumen“, sagt Anja Ritter. Auch Lehrer bräuchten Zimmer für Unterrichtsvorbereitungen und Fördermaßnahmen. Weitere Räume seien für eine gesunde Essenversorgung nötig.

Der Elternrat fordert die Stadtverwaltung auf, die Schulentwicklungsplanung den neuen Gegebenheiten anzupassen und vorausschauend, Neu- beziehungsweise Ersatzbauten mit multifunktionalem Charakter zu planen. Auch sei eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulamt und Jugendamt nötig. „Es blieb bisher offen, inwieweit die Aufnahmekapazitäten der Grundschulen mit den Hortaufnahmekapazitäten der einzelnen Hortträger abgestimmt sind“, so Ritter.

In der Margaretenschule etwa hatten Eltern massive Bedenken geäußert, vor allem, weil sie um die Räume für die Hortbetreuung fürchten. Allein für diese Schule sieht die Stadt eine Erhöhung von 475 auf mögliche 600 Schüler vor.

Ängste davor, dass Schulen bald überfüllt sein könnten, hält Sozialsenator Bockhahn jedoch für unberechtigt. „Die durch die Bürgerschaft beschlossenen Kapazitäten legen einen Maximalwert im Sinne einer Bestandserfassung fest“, sagt der Senator. Da diese Werte keinesfalls die tatsächliche Schüleranzahl einer Schule widerspiegeln, würden die dargestellten Kapazitäten nicht zwingend eintreten.

„Stattdessen ermöglichen sie den Schulen und der Verwaltung des Schulträgers im Rahmen des Aufnahmeverfahrens einen Entscheidungsspielraum, in dem die jährlichen Schüleraufnahmen je nach Elternwahlverhalten und Schulkonzept stattfinden können“, so Bockhahn.

Grundsätzlich entwickle sich eine Schule sukzessive in ihrem Aufbau über mehrere Jahre hinweg. „Die Maximalkapazitäten sind dabei ein mittel- und langfristiger Sensor, um gegebenenfalls rechtzeitig Schulraumerweiterungen planen zu können“, betont der Senator.

Die festgelegten Kapazitätsgrenzen gelten zunächst nur für das kommende Schuljahr. Die Werte sollen im neuen Schulentwicklungskonzept, das im Sommer vorliegen soll, überprüft werden.

Von André Wornowski

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