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Eltern packen bei Hausprojekt mit an

Reutershagen Eltern packen bei Hausprojekt mit an

Verein zur Förderung krebskranker Kinder plant Eltern-Kind-Haus im Dr.-Lorenz-Weg / Rodungsfest zum Bauauftakt

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Juliane Stein (l.) aus Malchow mit Tochter Mira und Michael Wolff aus Rostock treffen sich mit Silke Strümper, Sozialarbeiterin des Vereins, in der jetzigen Elternwohnung.

Quelle: Doris Kesselring

Reutershagen. Mit einem Rodungsfest will der Verein zur Förderung krebskranker Kinder am 12. November den Startschuss zum Bau eines neuen Eltern-Kind-Hauses im Dr.-Lorenz-Weg geben. Das 3400 Quadratmeter große Grundstück hat der Verein gekauft. „Nun werden wir einige Bäume und Büsche roden und Baufreiheit schaffen“, teilt Vereinsvorsitzende Prof. Gudrun Eggers mit.

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Verein zur Förderung krebskranker Kinder plant Eltern-Kind-Haus im Dr.-Lorenz-Weg / Rodungsfest zum Bauauftakt

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Viele Helfer haben sich angekündigt, allen voran Eltern betroffener Kinder. „Ich will etwas tun, mich einbringen für den Verein, der uns in schweren Stunden zur Seite stand“, erklärt Michael Wolff (45) aus Rostock. Seine Familie hat im vergangenen Jahr Sohn Lukas verloren. „Kurz nach seinem 17. Geburtstag und nur ein Dreivierteljahr nach der Diagnose eines Tumors im Magen“, sagt Wolff.

Während der Krankheit von Lukas hat er seinen Job als Fernfahrer aufgegeben und arbeitet nun als Hafenlogistiker. Über den Verein fand er Kontakt zu anderen Eltern, die Familie nutzte die Angebote für Geschwisterkinder. „Und die Beerdigungskosten hätten wir allein nicht stemmen können, auch da wurde uns geholfen“, so Wolff.

Die inzwischen zweijährige Tochter von Juliane Stein aus Malchow hat den Krebs besiegt. „Als Lia ein halbes Jahr alt war, wurde ein Wilms Tumor, ein bösartiger Nierenkrebs, festgestellt“, erinnert sich die 26-Jährige. Nach der Operation bekam die Kleine zehn Wochen Chemotherapie. „Von Mittwoch bis Freitag waren wir immer in der Klinik, ich durfte bei Lia im Krankenzimmer schlafen“, berichtet die junge Mutter, die in dieser Zeit „viele tolle Menschen“ kennengelernt hat. „Das Verständnis in so einer Schicksalsgemeinschaft ist einfach ein anderes“, sagt die Krankenschwester, die zu Jahresbeginn in den Förderverein eingetreten ist. „Ich möchte etwas zurückgeben“, sagt sie.

Die Notwendigkeit eines Eltern-Kind-Hauses ist Juliane Stein während des Therapie-Aufenthaltes von Lia besonders bewusst geworden. „Die Eltern brauchen einen Rückzugsraum, einige Stunden Entspannung nachts“, sagt die dreifache Mutter. Die Wache am Bett eines schwer kranken Kindes koste sehr viel Kraft. „Deshalb ist das Elternhaus ein so tolles Projekt“, betont Juliane Stein.

Der Verein unterhält derzeit eine Elternwohnung in der Schweriner Straße mit vier Schlafzimmern und einem Büro im Keller. „Es ist fast immer ausgebucht“, informiert Silke Strümper, Sozialarbeiterin des Vereins. „Aber wir sind nur Mieter und zahlen jeden Monat 1200 Euro dafür.“ Für das neue Haus mit fünf Zimmern und 13 Übernachtungsmöglichkeiten sowie Büros und Gesprächsräumen veranschlagt der Verein 800000 Euro. Die Hälfte des Geldes kommt von der Deutschen Krebshilfe. Viele Spenden gingen für das Vorhaben ein, doch es wird noch Geld gebraucht. Die Eltern indes packen mit ihren Händen zu. Michael Wolff und Robert Stein haben schon die Kettensägen für das Rodungsfest startklar gemacht.

Mit Spenden helfen

Im Oktober 1991 , vor 25 Jahren, wurde der Verein zur Förderung krebskranker Kinder in Rostock gegründet. Mit Brötchen- und Kuchenverkauf wurden die ersten Gelder eingenommen.

Inzwischen wird die umfängliche Arbeit von vielen Spendern und Sponsoren unterstützt. Spendenkonto: Verein zur Förderung krebskranker Kinder Rostock, IBAN: DE 38 1305 0000 0445 0028 83 bei der Ostseesparkasse Rostock.

Doris Kesselring

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