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Endlich ein Spender: Sylvi hofft auf Leben

Hansaviertel Endlich ein Spender: Sylvi hofft auf Leben

Sie hat fest daran geglaubt und tatsächlich: Für die leukämiekranke Sylvia Horack wurde ein Stammzellspender gefunden. Die Spenderin aus dem Südosten Deutschlands ist ein Volltreffer.

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Beide haben einen Spender gefunden: Sylvia Horack (39, li.) aus Rostock und Anne Schielke (29) aus Wismar im Rostocker Uniklinikum.

Quelle: privat

Hansaviertel. Sie hat fest daran geglaubt und tatsächlich: Für die leukämiekranke Sylvia Horack wurde ein Stammzellspender gefunden. Die Spenderin aus dem Südosten Deutschlands ist ein Volltreffer. „Es ist ein sogenannter ,Full Match‘. Zehn von zehn Eigenschaften im Blut stimmen überein“, verkündet Professor Christian Junghans, Chef der Onkologie der Rostocker Unimedizin. Ende März soll die lebensrettende Transplantation stattfinden.

„Ich freue mich riesig“, sagt die 39-Jährige, die von allen nur Sylvi genannt wird. „Ich bin total aufgeregt und hoffe, dass alles gut wird — am liebsten natürlich ohne Komplikationen.“ Momentan erholt sie sich zu Hause und sammelt Kraft. „Gedanklich habe ich die Transplantation hinter mir. Ich möchte mein neues Leben endlich beginnen“, sagt Sylvi ungeduldig.

Die Rostockerin war immer voller Tatendrang, doch kurz vor Weihnachten machte sie eine unfreiwillige Vollbremsung. Sie erhielt die Schockdiagnose Blutkrebs. Seitdem hat sie die meiste Zeit in der Uniklinik verbracht und schon drei Chemotherapien durchgestanden. Doch die aggressive Therapie kann ihr nur über eine gewisse Zeit helfen. „Mein Arzt hat mir gesagt, dass ich ohne Transplantation Ostern problemlos überlebe, aber bereits Himmelfahrt wäre kritisch“, sagt sie. Mit Hilfe gesunder Stammzellen steige die Wahrscheinlichkeit auf Heilung auf etwa 40 bis 50 Prozent.

Unterstützung bei der Suche bekam Sylvi von ihrer Freundin Kristin Golombek. Zusammen mit 90 Helfern hatte sie die Typisierungsaktion „Der Norden für Sylvi“ im Hotel „Radisson Blu“ organisiert und durchgeführt. 1134 Besucher kamen, um sich in der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, eintragen zu lassen. „Es ist unfassbar, wie viele Menschen mitgemacht haben. Ich bin glücklich und stolz, dass ich in Rostock wohne“, betont Sylvi. Sie sagt, sie sei jedem einzelnen Spender, Helfer und Unterstützer dankbar.

„Es hilft, wenn die Krankheit ein Gesicht bekommt“, erläutert DKMS-Sprecher Guido Ening. Dadurch steige die Bereitschaft, sich typisieren zu lassen, stark an. Dies hat sich auch in Wismar gezeigt.

876 Menschen haben sich dort für Sylvis Leidensgenossin Anne Schielke typisieren lassen. Sie hatte kurz vor der Typisierungsaktion in Wismar einen Spender finden können. Bisher sei es nicht vorgekommen, dass bei einer solchen Aktion ein konkreter Spender gefunden worden sei. Auch Sylvis Hoffnung wurde nicht in Rostock, sondern in Süddeutschland registriert. Doch die Wahrscheinlichkeit, überhaupt jemanden außerhalb der eigenen Familie zu finden, liegt bei 1 zu 20000 — im günstigsten Fall. Unter Umständen findet sich auch unter mehreren Millionen niemand. „Es ist wie eine Nadel im Heuhaufen“, erklärt Ening. Jeder fünfte Patient in Deutschland findet keinen passenden Spender. Auch weil die Person, die infrage käme, sich nicht registriert hat. „Jede Vermittlung ist ein Erfolg für uns und für die betreffende Person, möglicherweise die letzte Chance zu überleben“, macht Ening deutlich. Auch wenn Sylvi nun Erfolg bei der Suche hatte, sei dies kein Grund, sich nicht typisieren zu lassen.

Die Rostockerin guckt jetzt nach vorn und hat sich schon ein Ziel gesetzt: „Im September habe ich meinen 40. Geburtstag, dann werde ich mit meinem Freund nach Amrum fahren.“ Auch zu ihrer Spenderin möchte sie Kontakt aufnehmen. „Zwei Jahre lang wird das nicht möglich sein, aber dann werde ich mich persönlich bedanken.“

Stammzellen-Spenden sind kein großer Eingriff

Die Transplantation wird für die Spenderin und auch für die Rostockerin nur ein ambulanter Eingriff sein. Es findet keine Knochenmarkspende statt.

Vier Tage vorher bekommt die Spenderin Blutwachstumsspritzen. Am vierten Tag wird die Person zwei Stunden an ein Gerät angeschlossen, das die Stammzellen aus dem Blut filtert.

Ähnlich wie eine Thrombozytenspende.

Interessierte Spender können sich unter www.dkms.de informieren.

Von Johanna Hegermann

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