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Enkel von Nazi-Mördern sprechen mit Schülern

RÖVERSHAGEN Enkel von Nazi-Mördern sprechen mit Schülern

Schüler der Europaschule Rövershagen haben in ihrer Arbeitsgruppe Kriegsgräber in den Jahren vielfältige Projekte bearbeitet.

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Uwe von Seltmann, in Krakau zu Hause, kam in die Europaschule Rövershagen.

Quelle: Jürgen Falkenberg

Rövershagen. Schüler der Europaschule Rövershagen haben in ihrer Arbeitsgruppe Kriegsgräber in den Jahren vielfältige Projekte bearbeitet. Immer wieder kam es bei der Aufarbeitung der Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges zu Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden. So auch 2014 mit Esther Bauer und 2015 mit Michael Goldmann-Gilead. Im Februar dieses Jahres berichteten Miriam Magall und Salomea Genin über ihr Leben und Überleben. Nun kamen Nachfahren der Täter an die Europaschule.

„Leben nach der Shoah“ lautet die Überschrift des Zusammentreffens der Schüler mit Michael Goldmann-Gilea, Niklas Frank und Uwe von Seltmann am Mittwoch und Donnerstag. Niklas Frank ist Enkel des Generalgouverneurs von Polen, Hans Frank, dem „Schlächter von Polen“. Uwe von Seltmann ist Enkel des Großvaters Lothar, der als Mitglied der Waffen-SS 1943 im Warschauer Ghetto tötete. Beide arbeiteten in dritter Generation die familiäre Vergangenheit auf. Von Seltmanns Buch „Schweigen die Täter – reden die Enkel“ zeigt das Dilemma der Vergangenheitsbewältigung: Ja nicht drüber reden, war das Motto der ersten und zweiten Generation. Lothar von Seltmann wurde 1962 in Österreich angeklagt. Hans Frank wurde nach dem Nürnberger Prozess gehängt.

So wie es Uwe von Seltmann darstellte, herrscht in den Täter-Familien Schweigen. Über Lothar S. kein Wort. Man nahm dem Enkel gar seine Nachforschungen übel. Über den Großvater seiner Ehefrau Gabriele, der in Auschwitz umkam, kein Wort. „Die dritte Generation hat es bei der Erforschung der Vergangenheit leichter, weil die Distanz größer ist“, sagt von Seltmann.

Für ihn und Niklas Frank war es jahrelange Arbeit, die geschichtlichen und persönlichen Wahrheiten zu erkunden. Frank forschte 40 Jahre. „Wir haben keine Schuld, aber Verantwortung, dass sich das von 1933 bis 1945 nicht wiederholt“, gab Uwe von Seltmann den Schülern mit. Jürgen Falkenberg

OZ

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