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Erpressung in Lütten Klein: Angeklagte schweigen

Stadtmitte/Lütten Klein Erpressung in Lütten Klein: Angeklagte schweigen

Zwei Rostocker müssen sich vor dem Landgericht verantworten

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Die Angeklagten müssen sich vor dem Rostocker Landgericht wegen Erpressung und Freiheitsberaubung verantworten.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte/Lütten Klein. Vor dem Landgericht Rostock müssen sich seit gestern zwei Männer wegen schwerer räuberischer Erpressung und Freiheitsberaubung verantworten. Sie sollen einen Rostocker festgehalten und ihn mit Waffengewalt bedroht haben. Die Täter erbeuteten Geld und Elektrogeräte. Die Staatsanwaltschaft geht von Haftstrafen um die fünf Jahre aus.

 

OZ-Bild

In Fußfesseln werden die Angeklagten in den Gerichtssaal geführt. Sie sitzen zurzeit in Untersuchungshaft.

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Die Vorwürfe gegen Christian H. und Felix B. aus Rostock wiegen schwer: Gleich zweimal sollen sie im vergangenen Jahr ihr Opfer Mike H. bedroht und erpresst haben, um 300 Euro Schulden von ihm einzutreiben. Sie sollen den Mann aus Lütten Klein mit einer Waffe bedroht und mit der flachen Hand geschlagen haben. Sie hätten gefordert, 100 Euro von der Bank zu holen, was der Mann laut Staatsanwaltschaft aber nicht tat.

Damit nicht genug der Drohungen: Ende November griffen die Täter das Opfer am Bahnhof Lütten Klein an und sollen, so der Staatsanwalt, gedroht haben, Mike H. „abzustechen“, wenn der nicht mitkomme. Felix B. sperrte das Opfer in sein Schlafzimmer. Christian H. habe mit seiner Waffe herumgefuchtelt, Felix B. habe sogar in der Wohnung um sich geschossen. Zudem sollen sie Mike H.

erpresst haben: Er sollte ein Schuldeingeständnis unterschreiben , in dem er angibt, einen elfjährigen Jungen missbraucht zu haben. Die beiden Rostocker sollen zusätzlich 50 Euro, einen Bluetooth-Lautsprecher, zwei Power-Banks zum Laden von Handys und Arbeitsmesser erbeutet haben.

„Wenn du zu den Bullen gehst, bist du tot“ habe der 30-Jährige Felix B. gesagt, so der Staatsanwalt. Sein Komplize H. sieht vieles, was in der Anklageschrift verlesen wird, offenbar anders, und lacht bei einigen Punkten kurz höhnisch auf. Während der Verhandlungspausen studiert der 39-Jährige Akten, unterstreicht darin mit einem Textmarker. Felix B. wirkt indes eher nachdenklich.

„Was lange währt, wird endlich gut, manchmal auch nicht“, sagt Richter Goebels. Lange, zähe Verhandlungen liegen hinter den Anwälten und der Kammer. Zu einem Ergebnis sind die Juristen nicht gekommen. Geständnisse haben die Angeklagten bisher nicht abgegeben, vor Gericht haben sie sich noch gar nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Anwalt Henning Köhler möchte für seinen Mandanten Felix B. eine Übereinkunft über drei Jahre Haft, denn er sei nicht vorbestraft und habe ein schweres Alkoholproblem. Daraus wird wohl nichts.

Staatsanwalt und Richter gehen von viereinhalb Jahren Haft aus. „Bei einem umfassenden Geständnis von H. wäre eine Haft von fünf Jahren und sechs Monaten denkbar“, sagt Richter Goebels. Christian H. und Anwalt Thomas Penneke lehnen ab – Zweifel am Tatbestand der räuberischen Erpressung. Beide Angeklagten schlagen die Deals des Gerichts aus. Eine Übereinkunft kommt damit nicht zustande, eine Verkürzung des Prozesses ist auch unwahrscheinlich.

Drei weitere Verhandlungstage erwarten die Angeklagten. Morgen um 9 Uhr soll Opfer Mike H. aussagen. Richter Peter Goebels: „Ich möchte das schnell durchverhandeln.“

Philip Schülermann

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