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Euphorie und Enttäuschung

Stadtmitte Euphorie und Enttäuschung

Fast alle Parteien in Rostock sehen sich sich als Gewinner der Wahl – außer der SPD

Stadtmitte. Am Tag nach der Wahl haben gestern die Rostocker Vertreter der sechs in den Bundestag eingezogenen Parteien Bilanz gezogen. Die Reaktionen auf das Wahlergebnis reichten von Enttäuschung bis Euphorie.

CDU

Wahlsieger bei den Erststimmen und damit direkt in den Bundestag gewählt wurde CDU-Kandidat Peter Stein. „Wir sind sehr froh, dass er den Wiedereinzug geschafft hat“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionschef Daniel Peters. Ungewöhnlich sei jedoch, dass Stein weniger Stimmen erhalten habe als die CDU Zweitstimmen. „Damit müssen wir uns intensiv auseinandersetzen“, sagte Peters. Aus dem Abschneiden bei der Bundestagswahl müsse die CDU Rostock jetzt den Anspruch ableiten, auch bei der nächsten Bürgerschaftswahl stärkste Kraft zu werden. „Daran werden wir uns messen lassen“, kündigte Peters an.

Linke

Die Linke dagegen wurde in ihrer Hoffnung enttäuscht, dass ihr Kandidat Dietmar Bartsch direkt gewählt würde. „Er hat sich mit viel Elan und Engagement auf den Wahlkreis gestürzt“, bilanzierte die Fraktionsvorsitzende Eva-Maria Kröger. Daher sei es erfreulich, dass Bartsch über die Landesliste in den Bundestag eingezogen sei.

Rückschlüsse aus der Bundestagswahl für Rostock zu ziehen, sei schwierig: „Viele sagen mir, sie wählen vor Ort die Linkspartei, weil sie gute Kommunalpolitik macht, stimmen aber im Bund für eine andere Partei“, erklärte Kröger. „Wir bleiben jedenfalls in Rostock eine starke politische Kraft.“

SPD

Die SPD rettete sich in Rostock mit einem Vorsprung von nur knapp 500 Stimmen auf Platz drei vor der AfD. „Das ist bitter und enttäuschend, da geht man nicht einfach zur Tagesordnung über“, sagte der SPD-Kreisvorsitzende Julian Barlen. „Die Wähler haben uns einen Oppositionsauftrag erteilt, den nehmen wir an.“

Die SPD habe die Wahl auch in Rostock verloren, räumte Barlen ein. „Aber wir haben mit unserem Standpunkt gegen die Verlegung des Traditionsschiffes gezeigt, dass wir bei kommunalen Themen auf dem richtigen Dampfer sind. Das müssen wir jetzt auch noch bei anderen Themen beweisen.“

AfD

Stephan Schmidt, Direktkandidat der AfD für Rostock, erlebte gestern ein Wechselbad der Gefühle. Er freute sich über das gute Abschneiden in der Stadt und auch im Bund: „Der vierte Platz in Rostock ist angesichts der politischen Verhältnisse hier sehr gut, und bundesweit ist das Abschneiden atemberaubend.“ Allerdings wirkt sich die Spaltung der AfD auch auf Rostock aus: „Unser Kreisvorsitzender Roger Schmidt gehört zum Anklamer Kreis, der Frauke Petry nahesteht. Ich fordere Herrn Schmidt auf, sich entweder klar zur AfD zu bekennen oder den Vorsitz abzugeben“, sagte Stephan Schmidt. Auch nach der Spaltung gebe es in der AfD noch viele engagierte Mitglieder, betonte Schmidt. „Wir werden uns jetzt neu aufstellen, um bei der Bürgerschaftswahl 2019 anzugreifen.“

Bündnis 90/Grüne:

Johann-Georg Jaeger, Sprecher des Kreisverbands der Grünen, sagte: „Wir haben unser entscheidendes Wahlziel erreicht und mit Claudia Müller eine Nachfolgerin für Harald Terpe in den Bundestag geschickt.“ Dies sei wichtig für den Landesverband, da die Partei nun über Müllers Wahlkreisbüro zusätzlich Präsenz in MV zeigen könne. Rostock war laut Jaeger für die Grünen der erfolgreichste Wahlkreis in MV: „Hier haben wir ein Viertel aller Stimmen bekommen.“

FDP

Auch die FDP Rostock hat nach Angaben des Kreisvorsitzenden Christoph Eisfeld ihr primäres Wahlziel erreicht: Direktkandidat Hagen Reinhold schaffte es über die Landesliste in den Bundestag. „Im Vergleich zur Landtagswahl haben wir unsere Stimmenzahl mehr als verdoppelt“, sagte Eisfeld. „Es ist deutlich geworden, was man erreichen kann, wenn man einen ordentlichen Wahlkampf mit ordentlichen Inhalten verbindet“. Jetzt müsse die Rostocker FDP dafür sorgen, dass liberale Themen sich auch auf kommunaler Ebene widerspiegeln.

Axel Büssem

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