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Europäische Union fördert die Region

Bad Doberan Europäische Union fördert die Region

Zwölf Projekte werden 2017 mit Geld aus dem Leader-Programm unterstützt / Geld gibt es unter anderem für eine Mühle im Doberaner Kloster und das Jagdschloss in Gelbensande

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Im Jagdschloss Gelbensande soll mit der Förderung ein museums- pädagogisches Programm über Cecilie von Mecklenburg erarbeitet werden. FOTO: BERND WÜSTNECK/DPA

Bad Doberan. Hunderttausende Euro fließen auch 2017 in die Region rund um Rostock und Bad Doberan. Eine Radler- und Wanderherberge in Rethwisch, ein barrierefreier Strandzugang für Nienhagen, ein Bootsanlegesteg am Krasemannschen Hof in Schwaan und die Restaurierung des Grenzbeobachtungsturms BT 11 in Börgerende sollen unter anderem mit Geld aus dem Förderprogramm Leader der Europäischen Union unterstützt werden. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern muss noch zustimmen. Insgesamt sieben Millionen Euro investiert die EU zwischen 2014 und 2020 in die Leader-Aktionsgruppe Ostsee-DBR. Dieses Jahr wurden bereits zahlreiche Projekte realisiert.

 

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Die Mühle auf dem Doberaner Klostergelände ist mit Leader-Fördermitteln gebaut. Mühlenbauer Jochen Köhler zeigt Körner. FOTO: KATARINA SASS

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Das Wichtigste für die Weiterentwicklung der Region ist, die Lebensqualität zu erhöhen und zu sichern, damit die Menschen nicht wegziehen.Olaf Pommeranz Leader-Regionalmanager Ostsee-DBR

Sanierungen und Neubau

Während in Russow die neue Pilgerstätte mit Unterkunft, Lehmbackofen und Anbindung an die historischen Pilgerrouten noch in diesem Jahr fertig werden soll, möchte die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Rethwisch im nächsten Jahr das Vorhaben einer Wander- und Radlerherberge angehen. Beide Projekte sind von Leader gefördert. Die „Begegnungsstätte Backhaus Rethwisch“ soll für kleine Jugendgruppen als Unterkunft für zwei bis drei Nächte hergerichtet werden, erläutert Pastorin Ulrike Dietrich. „Das Backhaus wurde länger nicht genutzt. Dach und Elektronik sollen gemacht werden“, so die Pastorin. Auch die Sanitäranlagen müssten saniert werden. Und der Lehmbackofen am Backhaus, der in den 1990er Jahren gebaut wurde, solle wieder öfter genutzt werden. Das Vorhaben kostet insgesamt 70000 Euro, 63000 Euro davon sind Fördermittel.

196 000 kostet die Sanierung des Nebengebäudes am Tessiner Bahnhof, von denen 176 000 aus dem Leader-Programm kommen sollen. „Wir möchten den Anbau denkmalgerecht modernisieren und zukünftig touristisch nutzen“, sagt Bauamtsleiter Bernd Zapel. „Beispielsweise könnte da ein Verleih für Fahrräder entstehen.“

Um Fahrräder geht es auch beim Vorhaben der Gemeinde Graal-Müritz. „Wir haben am Bahnhof 16 Stellplätze. Das ist vor allem im Sommer, wenn viele Touristen hier sind, zu wenig“, sagt Petra Taraschweski, stellvertretende Bürgermeisterin. „Wir haben schon provisorisch Ständer aufgestellt, hoffen aber, im kommenden Jahr weitere Stellplätze einrichten zu können.“ Dafür hat die Gemeinde 24 912 Euro aus dem Förderprogramm beantragt. Die Gesamtkosten sollen 27 680 Euro betragen.

Seit 24 Jahren Förderung

Seit 1992 wird der ländliche Raum mit Hilfe von Leader gefördert. „Das Wichtigste für die Weiterentwicklung der Region ist, die Lebensqualität zu erhöhen und zu sichern, damit die Menschen nicht wegziehen“, sagt Olaf Pommeranz, Regionalmanager der Leader-Region Ostsee-DBR. Daher sei ein Ziel die Daseinsvorsorge. Ein zweites sei die touristische Förderung, sagt Pommeranz. „Damit meine ich keine neuen Hotelbettenhochburgen, sondern dass Gemeinden Wanderwege ausbauen oder Mehrgenerationenspielplätze schaffen wollen.“ So wie beispielsweise in Kröpelin. Der Spielplatz für Jung und Alt wurde für 55647 Euro erbaut. 50082 Euro wurden über Leader gefördert.

Im kommenden Jahr soll so unter anderem auch der Fußboden der Kinder- und Jugendunterkunft im Eselhof Schlage saniert werden. Ein weiteres Vorhaben ist ein museumspädagogisches Programm im Jagdschloss Gelbensande. „Wir wollen an die letzte Kronprinzessin im Kaiserreich erinnern – an Cecilie zu Mecklenburg“, sagt Kuratorin Stefanie Russow. „Sie hat hier in Gelbensande ihre Ferien verbracht und sich 1904 im Jagdschloss verlobt.“ Besucher sollen animiert werden, vom Museum aus viele Stationen, die die Kronprinzessin in einem Buch beschrieben hat, zu besichtigen. 81 000 der 97 000 Euro sollen über Leader gefördert werden.

Ohne Förderung keine Chance

Die Mitglieder der Leader-Aktionsgruppe Ostsee-DBR entscheiden nach bestimmten Kriterien, welche Projekte gefördert werden. Dafür wurde im Vorfeld eine Strategie ausgearbeitet, wie sich die Region entwickeln soll, erläutert der Regionalmanager. „Wir gucken, dass wir Projekte fördern, die sonst keine Chance haben. In den vergangenen Jahren haben wir dadurch die Attraktivität der Region gesteigert“, so Pommeranz.

So wurden in diesem Jahr beispielsweise die Schaumühle im alten Wirtschaftshaus auf dem Klostergelände in Bad Doberan mit Leader-Fördermitteln gebaut und die Grabmäler saniert. Am Satower See wurden zwei Anglerstege angebracht und die Reriker Schulen haben eine mobile Bühne und ein Stage-Piano erhalten.

Im kommenden Jahr kann sich unter Vorbehalt der Zustimmung des Landesministeriums die Tafel Bad Doberan über eine Unterstützung von 25498 Euro freuen. „Das ist die Startfinanzierung für die Personalstelle“, erläutert Olaf Pommeranz. Für den geplanten barrierefreien Strandzugang im Ostseebad Nienhagen soll ein Strandmobil angeschafft werden, mit dem behinderte Menschen ins Wasser gelangen. Gesamtkosten: 7535 Euro. Davon werden 6782 Euro gefördert. In Börgerende soll der Grenzturm ähnlich wie in Kühlungsborn saniert und für Touristen und Einheimische zugänglich gemacht werden. Das Vorhaben wird mit 64260 Euro gefördert. In Kühlungsborn soll für die Nachwuchssegler ein Jüngstensegelzentrum entstehen. 340849 Euro könnten hier gefördert werden.

Jedes Jahr können bis zum 30. Juni Projektideen eingereicht werden. Olaf Pommeranz: „Wir hoffen, dass wir ein Baustein dafür sind, dass die ländliche Region attraktiv bleibt.“

Projektideen für Entwicklung der Fischwirtschaft

Für die nachhaltige Entwicklung der Fischwirtschaftsgebiete werden entsprechende Projekte gefördert. Das Geld kommt aus dem Meeres- und Fischereifond der Europäischen Union. Für die Region Ostsee-DBR stehen 683333 Euro zur Verfügung. Projektideen zur Entwicklung der Fischwirtschaft nimmt Regionalmanager Olaf Pommeranz unter ☎ 03843 / 7556 13 00 oder über Mail an olaf.pommeranz@lkros.de entgegen.

Der Themenpark „Fischerei, Ostsee und Küste“ in Kühlungsborn, die Meerforellenstation in Neubukow und der „Ostseelehrpfad“ in Graal-Müritz wurden in den vergangenen Jahren mit EU-Geldern gefördert.

Anja Levien und Katharina Ahlers

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