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Experten: Groß-Biestow ist keine schnelle Lösung

Biestow Experten: Groß-Biestow ist keine schnelle Lösung

Immobilienbranche wartet erst auf fertige Planung / Unternehmen noch zurückhaltend / Mieterverein sieht Ansatz, Engpässe auf dem Wohnungsmarkt zu beheben

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Im Süden Biestows könnte innerhalb von zehn Jahren ein neuer Stadtteil entstehen mit Platz für rund 13 000 Einwohner.

Quelle: Ove Arscholl

Biestow. Löst der geplante Stadtteil Groß-Biestow Rostocks Wohnproblem? Das zumindest erhofft sich die Stadtverwaltung von dem Mammut-Projekt. Innerhalb von zehn Jahren soll nach OZ-Informationen im Süden der Stadt Platz für rund 13000 Einwohner geschaffen werden. Experten betrachten den Vorschlag allerdings noch skeptisch.

Groß-Biestow wird im November offiziell vorgestellt

Rostock will nach ersten Plänen zwischen Süd- und Gartenstadt auf mehr als zwei Millionen Quadratmetern Land 231 Grundstücke für Einfamilienhäuser und 6723 Wohnungen schaffen.

Am 7. November , 19 Uhr, wird Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) das Projekt Groß-Biestow in der Stadthalle offiziell vorstellen und Fragen beantworten.

„Leben, wohnen, arbeiten, der Standort Rostock ist das Zentrum des Landes“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Roland Blank. Damit die Hansestadt attraktiv bleibe, müssten Baumöglichkeiten geschaffen werden. Nach Ansicht von Blank zeigen die ehrgeizigen Pläne, dass die Stadt auf einem guten Weg sei. „Man merkt, dass sich Rostock intensiv mit der Wohnraum-Problematik auseinandersetzt.“ Um den Druck vom Markt zu nehmen, müsse man jedoch ein Ventil finden. „Und schnell Baurecht schaffen.“

Die Wohnungsgenossenschaften halten sich bislang zurück. Andreas Lübcke von der WG Schifffahrt-Hafen habe sich kaum Gedanken zu dem Thema gemacht. „Ich kenne die Pläne nicht, aber wenn es viele Eigenheime gibt, kann das kaum zur Entlastung beitragen“, überlegt Lübcke und betont, dass die WG nicht in das Projekt eingebunden sei. „Sollte es dazu kommen, dass dort Grundstücke ausgeschrieben werden, stehen wir dem jedoch offen gegenüber“, sagt der Vorstand für den technischen Bereich.

Ob ein Groß-Biestow die Wohnraumsituation entspannen könne, sei stark von der Umsetzung abhängig, ergänzt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mietervereins Rostock. „Jede Wohnung, die geschaffen wird, ist prinzipiell willkommen.“ Doch die Rahmenbedingungen müssten stimmen. „Es ist wichtig, dass es dort auch Wohnungen zur Miete gibt – und das zu bezahlbaren Preisen“, betont Glause.

Die Zeiten, in denen die Miete durchschnittlich etwa ein Drittel des Einkommens ausmachen sollte, seien vorbei. „Inzwischen sind wir in etlichen Fällen bei 40 Prozent und darüber hinaus. Da tut jedes Prozent zu viel weh.“ Die Mietpreise würden den Einkommen davonlaufen. Glause scheut nicht davor zurück, auch in Bezug auf Rostock von einer „Mietkostenexplosion“ zu sprechen, wie sie in vielen größeren Städten zu beobachten sei. „Nach unserer Einschätzung geschieht das ganz ähnlich bei uns in Rostock und muss unbedingt verlangsamt werden“, macht Glause deutlich. Aus Sicht des Mietervereins sei das am ehesten mit einer staatlichen Förderung umzusetzen – sowohl bei Neubau als auch bei bestehenden Wohnungen.

Trotz der Bedenken betrachtet Glause die Idee der Stadt als ein positives Zeichen. „Es ist gut, dass das Rathaus darüber nachdenkt und Flächen findet, auf denen überhaupt noch gebaut werden kann.“

Tom Hübner, stellvertretender Vorsitzender des Immobilien Verbands Nord, warnt jedoch vor übereifrigen Schritten. „Die Pläne sind nicht spruchreif, und selbst wenn gebaut wird, passiert das wohl nicht in nächster Zeit“, sagt Hübner. So etwas müsse in Ruhe entwickelt werden. „Es ist nur zu begrüßen, wenn neue Wohnungen entstehen. Aber wir spekulieren nicht und wollen nicht über ungelegte Eier reden.“ Das sieht das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro scheinbar ähnlich und möchte kein Urteil zu den Plänen abgeben. „Der Informationsstand reicht nicht aus, um so etwas zu bewerten“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn.

Johanna Hegermann

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