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Facebook führt Hundebesitzer zusammen

Stadtmitte Facebook führt Hundebesitzer zusammen

Tom Becker gründete eine Gruppe, um das Gassigehen bunter zu gestalten / Mehr als 600 Halter beigetreten

Stadtmitte. Hunde kläffen, wuseln und toben im Lindenpark. Über das Internet hat sich hier eine Gruppe von Hundebesitzern mit ihren tierischen Begleitern verabredet — zum Gassigehen, Austauschen und Beschnuppern. „Hundetreff“ heißt die Gruppe, die Tom Becker erst vor einem Monat auf der Internetseite Facebook gegründet hat. „Weil alleine Gassigehen für Hund und Halter langweilig ist“, erklärt er. Und das kommt gut an: 600 Nutzer sind bereits angemeldet. Jeden Tag verabreden sich die Rostocker zum gemeinsamen Spazieren — gelegentlich auch mal ohne Hund.

„Wir sind jetzt zum zweiten Mal dabei. Für die Hunde ist das einfach fantastisch“, erzählt Janin Borchert, die gemeinsam mit Freund Marco Mohrmann und den beiden Hunden „Maggy“ und „Oscar“ der Einladung gefolgt ist. Ihre beiden Tiere sind ein gutes Beispiel für die bunte Mischung in der Gruppe. Während „Maggy“ gerade einmal 20 Zentimeter über den Boden ragt und immer dicht bei Herrchen und Frauchen bleibt, ist Golden Retriever „Oscar“ bei allen Schandtaten dabei. Langweilig und ruhig geht es bei den Runden nie zu, versichert Tom Becker.

„Klar zoffen sich die Hunde auch mal. Das ist ganz normal“, erzählt Becker. Grundsätzlich müssten die Hunde, die zu den Gruppen kommen, aber sozial verträglich sein. „Manchmal schreibt jemand bei Facebook, dass er einen Problemhund hat. Dann findet sich vielleicht ein anderer Besitzer, der sich mit seinem Tier dem Problem stellen will“, berichtet der Einzelhandelskaufmann. Solch vorsichtiger Kontakt könne helfen, beispielsweise Ängste zu überwinden. Diese und andere Vorteile des Hundetreffs nutzt auch Marina Krieg. Die 29-Jährige kümmert sich um gerettete Straßenhunde. Derzeit ist die vierjährige „Dama“, ein Podenco aus Mallorca, an ihrer Seite. „Gerade die geretteten Tiere sind oft ängstlich und müssen erst lernen, wie man sich richtig verhält“, so Marina Krieg.

In der Gruppe erfahre sie viel über ihre Pflegehunde, und die Tiere würden durch den Kontakt mit Artgenossen sozialisiert. Das sei bei Hunden in Deutschland aus normalen Verhältnissen genauso wichtig. „Wenn die Hunde keinen Kontakt mit anderen haben, dann kann das Probleme geben.“ Die Hunde würden dann nicht selten auf der Straße bellen und kläffen, wenn sie Artgenossen sehen. „Und das ist ja auch nicht angenehm“, sagt Marina Krieg.

Lisa Paeschke und ihre Freundin Luisa Kappel gehen mit ihren kleinen Fellnasen „Marley“ und „Samy“ gerne zu den Hundetreffs, um Erfahrungen zu sammeln und sich auszutauschen. „Das sind unsere ersten Hunde, und da kann man natürlich noch viel lernen“, erklärt Paeschke. Mit ihren beiden Mini-Hunden, einem Chihuahua und einem Chihuahua-Rehpinscher-Mix, wollen sie aber wohl mal zu den Treffen für kleine bis mittelgroße Hunde gehen. „Samy ist bei den Großen doch noch sehr ängstlich“, sagt Kappel.

Die Gruppe sei nach ein bisschen Werbung schon fast ein Selbstläufer geworden. „Viel muss ich da nicht machen“, sagt Becker. Wer Zeit habe, schreibe dies in die Gruppe und so fänden sich in ganz Rostock mal kleinere, mal größere Runden zusammen. „Am Wochenende machen wir dann auch mal große Treffen außerhalb. Oder wir gehen einfach ohne Hunde etwas essen und trinken“, berichtet der Initiator. Da es aber auch viele Hundebesitzer gebe, die Facebook nicht nutzen, sucht Becker nach Wegen, um auch die anzusprechen. „Bei uns ist nämlich jeder von Jung bis Alt und Klein bis Groß

willkommen.“ Nur aus Rostock oder der direkten Umgebung müssten die Interessierten kommen.

 



Nele Reiber

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