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Fachkraftmangel: Unimedizin stellt serbische Pflegekräfte ein

Fachkraftmangel: Unimedizin stellt serbische Pflegekräfte ein

Demografischer Wandel sorgt für zu wenig Bewerber im Intensivpflegebereich

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Marijana Petrovic wird derzeit als Pflegehelferin auf der Station für Herzchirurgie eingesetzt. FOTOS (2): PAULINE RABE

Hansaviertel Marijana Petrovic misst den Blutdruck eines Patienten. Noch macht die serbische Pflegekraft dies unter Aufsicht einer Schwester.

OZ-Bild

Demografischer Wandel sorgt für zu wenig Bewerber im Intensivpflegebereich

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Unterstützung aus Serbien

6 serbische Pflegekräfte sind als Pflegehelfer an der Uniklinik angestellt. Zwei kommen noch hinzu.

1 Jahr wird es circa dauern, bis ihre in Serbien erworbenen Zertifikate in Deutschland anerkannt werden.

1000 Pflegekräfte arbeiten derzeit an der Uniklinik. Die Zahl von Ausländern liegt dabei im einstelligen Prozentbereich.

In knapp einem Jahr soll sie wieder eigenständig arbeiten können. „Insgesamt acht Serben erhalten eine Stelle in der Universitätsmedizin Rostock“, sagt Pflegevorstand Annett Laban.

Das Pilotprojekt ist eine Reaktion auf den Fachkraftmangel, der seit einigen Jahren herrscht. „Vor allem der Intensivpflegebereich ist betroffen.“ Dort gäbe es nicht genügend deutsche Bewerber.

Schuld sei der durch geburtenschwache Jahrgänge ausgelöste demografische Wandel.

„Um die leeren Stellen zu besetzen, mussten wir uns neue Wege überlegen“, so Laban. Die Einstellung ausländischer Kräfte habe sich schon an anderen Unikliniken bewährt. „Serbien eignet sich hierbei besonders gut, da dort keine Notlage, sondern eher ein Überschuss an Pflegekräften herrscht.“ Außerdem ähnele die Ausbildung sehr der in Deutschland. Ungefähr ein Jahr wird es dauern, bis die in Serbien erworbenen Zertifikate hier anerkannt werden. „Bis dahin sind die Serben als Pflegehelfer eingestuft.“ Schon seit November arbeiten sechs von ihnen in der Herzchirurgie, Anästhesie und in der Inneren Medizin. Zwei kommen in den nächsten Wochen hinzu.

Dalibor Ignjic und Predrag Smanja haben sich schon gut eingelebt. Ihre Heimatstadt Novi Sad sei ähnlich groß wie Rostock. „Jedoch ist hier alles viel weitläufiger“, sagt Smanja. Mit seiner Arbeit in der Klinik ist der Serbe zufrieden. „Die Ausstattung mit Geräten und Materialien ist viel besser.“ Hinzu kommt eine ungleich höhere Vergütung als in ihrer Heimat. „In Serbien verdienen die Pflegekräfte lediglich 350 Euro für teilweise mehr Arbeit“, sagt Annett Laban.

Neben guter Einarbeitung achtet die Klinik auch darauf, die Serben in den Alltag zu integrieren. „Predrag spielte in Serbien beispielsweise Basketball. Also haben wir auch hier einen Verein für ihn herausgesucht.“ Noch ziert der Serbe sich, das Training auch wirklich zu besuchen. „Ich fühle mich noch nicht sicher mit der deutschen Sprache“, erzählt Predrag Smanja. Das soll sich aber schnellstmöglichst ändern: Neben den Kenntnisprüfungen müssen die Pflegekräfte ihr Sprachniveau von B1 auf B2 verbessern. „Dafür besuchen sie zweimal wöchentlich einen Kurs“, sagt Annett Laban. Doch nicht nur die Serben müssen sich auf ihre neue Situation einstellen. Unter den insgesamt 1000 Pflegekräften sei die Anzahl an ausländischen Mitarbeitern bisher sehr gering gewesen, so Laban: „Alle waren jedoch aufgeschlossen. Der Austausch untereinander ist eine Bereicherung für beide Seiten.“ Annett Laban geht davon aus, das Projekt in den nächsten Jahren weiterzuführen. „In Zukunft überlegen wir, eher Kräfte aus Ungarn einzustellen.“ Dort sei die Ausbildung ebenfalls ähnlich und die Anerkennung dieser durch die Mitgliedschaft in der EU einfacher. „Außerdem wird an vielen ungarischen Schulen Deutsch gelehrt“, erklärt Annett Laban.

Pauline Rabe

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