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Fahren durch MV: Der (Um-)Weg ist das Ziel

Rostock/Stralsund/Bergen Fahren durch MV: Der (Um-)Weg ist das Ziel

Dutzende Baustellen bremsen den Verkehrsfluss auf den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern. Die OSTSEE-ZEITUNG machte den Stautest.

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OZ-Reporter Jürgen Schultz testete Umgehungen und Stau zwischen Rostock und Sassnitz.

Quelle: Philip Schülermann

Rostock/Stralsund/Bergen. Der Weg ist das Ziel? Ja, für uns OZ-Reporter an diesem Mittwoch. Wir wollen nämlich testen, wie sehr der Verkehrsfluss auf Straßen und Autobahnen des Landes durch die vielen aktuellen Baustellen – sage und schreibe 55! – gehemmt wird. Der Berufs- und Pendlerverkehr, der Urlauberverkehr, der gewöhnliche Straßenverkehr eben. Wir starten vormittags vom Rostocker OZ-Medienhaus aus nach Sassnitz – und retour. Die Hauptverkehrszeit frühmorgens lassen wir aus, wir nehmen jene auf der Rücktour voll mit.

 

Schon Richtung A19-Abfahrt am am Stadtrand Richtung Sanitz (um das Autobahnkreuz A19/20 zu erreichen) ist die erste Straßensperrung samt Umleitung da – es wird nicht die letzte heute sein. Wir biegen in die Neubrandenburger Straße ein – und gelangen erst acht Kilometer weiter auf die A20 –bei der Abfahrt Dummerstorf. Dann dauert es kaum 20 Minuten, bis wir die Trebeltalbrücke erreichen.

Wie eine neue Grenze: Abbruch der A20

Einst markierte das Grenztalmoor zwischen Bad Sülze und Tribsees die Grenze zwischen Mecklenburg und (Vor-)Pommern. Der jüngste gewaltige Abbruch der A20-Fahrbahn in Sichtweite der Trebeltalbrücke – mitten im Moor – scheint eine neue Grenze zwischen beiden MV-Landesteilen gezogen zu haben: Die Ostseeautobahn gen Lübeck ist voll gesperrt. Nur Richtung Stettin geht es (noch) voran : an der Trebeltalbrücke einspurig, nur mit Tempo 60, teils gar 40. Bauzäune, Baken, dazu Regenschleier, verhindern die Sicht auf die 400 Quadratmeter große, metertiefe Absackung nebenan. Nichts zu sehen – vielleicht auch gut so.

Allerdings, kurz nach Aufhebung der lästigen Fahrbahneinengungen, können wir wieder Fahrt aufnehmen, trotz regen Lkw-Verkehrs Richtung Polen. Binnen 80 Minuten erreichen wir Stralsund. Zugegeben, wir sind beherzt gefahren, doch der Verkehr war eher dünn denn dicht. In Stralsund, an der Rügenbrücke, tauchen die nächsten Sperren auf – von der und in Richtung Insel sind die Zufahrten zur Altstadt dicht. Nicht nur für Nachsaison-Urlauber ärgerlich.

Die Insel der Umleitungen: Rügen

Doch richtig gebeutelt ist Rügen. Auf Deutschlands größter (und schönster) Insel häufen sich hässliche Umleitungen und Straßensperrungen. Schon kurz nach Ankunft auf Rügen gibt es die erste, zirka einen Kilometer hinter Samtens auf der L296 (alte B96). Hier sehen wir binnen 5 Minuten etliche Autos wenden (sogar mit Rügener Kennzeichen!), weil sie offenbar nicht optimal verkehrsgelenkt worden sind. Zwischen B96 und B196 stehen weitere Umleitungen, aber durchweg gut ausgeschildert. Vor Bergen gibt es die erste Umleitung, hinter der Inselhauptstadt den ersten (kleineren) Stau. Richtung Sassnitz (bis 1993 geschrieben: Saßnitz) gibt es den kilometerlangen Umweg über Karow, Prora und Mukran.

In Sassnitz selbst halten wir an einem Plattenbau in der Merkelstraße – der Name hat nichts mit der Kanzlerin zu tun – , ehe wir in den Stadthafen gelangen. Nach Verzehr eines frischen Fischbrötchens am Futterkutter „Heimat“ machen wir kehrt.

A20 in Richtung Rostock besser meiden

Zurück wird der Verkehr erheblich dichter – bis Stralsund geht es aber zügig voran. Wir meiden die Fahrt über die A20, fahren über die B105 heimwärts. Bei Rövershagen der nächste kleine Stau, wir werden umgeleitet. Entlang Karl’s Erlebnisdorf wird die Strecke neu asphaltiert, wir fahren über die Bäderstraße (L22) gen Rostock. Hier stockt der Feierabendverkehr; in die Hansestadt kommen wir gegen 16.30 Uhr nur langsam rein. Selbst am OZ-Gebäude müssen wir einen Umweg nehmen; das Queren der Straßenbahnschienen ist unmöglich wegen Gleisbauarbeiten.

Google Maps hat uns 152 Kilometer für die Anreise prognostiziert, am Ende sind es an die 160 km, auch retour. Das kostet extra Zeit. Das Chaos an der A20-Abfahrt Tribsees über Land Richtung Auffahrt Sanitz haben wir aber erfolgreich umfahren.

Fa(hr)zit: Die Zahl der Staus in Vorpommern hielt sich diesmal in Grenzen, die der Baustellen, Sperren, Umleitungen nicht. Leider.

Jürgen Schultz

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