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Fallende Holzpreise: Förster sind besorgt

Billenhagen Fallende Holzpreise: Förster sind besorgt

In den Revieren des Forstamtes Billenhagen hat die Holzernte begonnen / Jagdsaison erfolgreich beendet

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Marie Janitza (l.) ist die neue Pressesprecherin des Forstamtes Billenhagen, als Waldpädagogin ist Nadine Staub neu zum Team gekommen und hat ihren Hund Paul mitgebracht.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Billenhagen. Wenn der erste Schnee gefallen ist, dann melden sich die Selbstwerber wieder im Forstamt Billenhagen. „Während wir im vergangenen Jahr gemerkt haben, dass die Zahl der Leute, die selbst Brennholz schlagen wollen, wegen des niedrigen Ölpreises rückläufig war, haben wir jetzt angesichts eines steigenden Ölpreises wieder mehr Nachfrage zu verzeichnen“, sagt Marie Janitza, Pressesprecherin des Forstamtes. Wie viele Privatleute derzeit im Bereich des Forstamtes Billenhagen mit Motorsägen unterwegs sind, vermag Marie Janitza derzeit nicht zu sagen:

„Das geht alles über die Revierförster, zu denen wir die Holzinteressenten auch gerne vermitteln.“

Aber das Forstamt muss auch selbst sozusagen in den Wald: „Wir haben hier unseren Plan zu erfüllen“, sagt Marie Janitza, „im vergangenen Jahr ist uns das auch gut gelungen.“ Eingeschlagen wurden 29 600 Festmeter. In diesem Jahr werden es 23 150 Festmeter werden müssen. Dabei allerdings macht den Förstern der Holzpreis Sorgen. „Er ist leider gesunken“, sagt die Pressesprecherin, „und es ist keine Besserung abzusehen.“ Indes befinden „wir uns als Landesforst in einer besonderen Situation“, sagt sie, „wir können anders als private Waldbesitzer nicht einfach für ein Jahr die Holzernte einstellen und auf höhere Preise hoffen, die laufenden Kosten müssen schließlich gedeckt werden.“

Während die Holzernte noch läuft, sind die Jagden im Forstamtsbereich nun schon abgeschlossen. Insgesamt hatten die Billenhäger sechs Jagdtermine angesetzt, „dazu sind insgesamt 300 Jagdgäste gekommen“, sagt Marie Janitza. „Unter ihnen viele aus Dänemark, wo es nicht so viele Wildschweine gibt wie hier bei uns.“ Weil die Jäger von weit her anreisen, wurden die Jagden in Zwei-Tage-Blöcken terminiert. Für die Teilnahme an der Jagd müssen die Gäste eine Gebühr entrichten. „Dabei sollen wir 85 Prozent der Kosten, die dafür entstehen, wieder einnehmen“, so die Pressesprecherin. Die Revierförster und die Waldarbeiter haben mit den Vorbereitungen der Jagden viel Arbeit. Es müssten Hochstände in Ordnung gebracht werden, und andere Maßnahmen getroffen werden. Indes hat das Forstamt auch von den Jagden seinen Vorteil. „Wir schützen dadurch unsere jungen Bäume und können den Wald ausbauen“, sagt die Forstamtsmitarbeiterin. Dieses Ziel dürften die Billenhäger erreicht haben, pro Jagd seien im Durchschnitt 15 Wildschweine und 15 Stück Rehwild zur Strecke gebracht worden. Abgeschlossen haben die Revierförstereien inzwischen auch die Arbeiten an Bäumen, die in der Nähe von öffentlichen Straßen stehen, und die eine Gefahr für den Verkehr bedeuten könnten. „Bäume, die umstürzen könnten“, so Marie Janitz, „fällen wir zu einem Teil selbst oder lassen dies von Lohnunternehmen erledigen.“ Dass auch Firmen ranmüssen, verwundert nicht, immerhin durchziehen 70 Kilometer öffentliche Straßen die Reviere des Forstamtes Billenhagen. In diesem Jahr noch wird das Forstamt Billenhagen die Revierförsterei in Willershagen bei Gelbensande sanieren. „Dort wird voraussichtlich im kommenden Herbst ein neuer Revierförster einziehen“, sagt Marie Janitza. Groß im Terminkalender steht auch wieder die Teilnahme an der Job-Factory, um neue Auszubildende zu gewinnen.

Selbstwerber lernen Arbeit mit Motorsäge

Motorsägenkurse im Forstamt Billenhagen finden am 4. und am 25. Februar statt. In jedem dieser Kurse gibt es 15 Plätze. Sie sollen den Selbstwerbern die Möglichkeit geben, einen Motorsägenschein zu erwerben. Dieses Dokument ist erforderlich, um im Wald mit einer Kettensäge arbeiten zu dürfen. Während der eintägigen Veranstaltung gibt es nur die Zulassung, um Holz zu bearbeiten, das bereits am Boden liegt. Bäume dürfen nicht gefällt werden. Zu dem Lehrgang müssen eine vollständige Schutzausrüstung und eine Motorsäge mitgebracht werden. Wer bei diesen Kursen mitmachen möchte, kann sich unter ☎ 038224/44780 beim Forstamt Billenhagen melden, dort gibt es auch weitere Infos.

Nadine Staub erklärt den Wald

Eine neue Waldpädagogin wird sich jetzt um die großen und die kleinen Gäste des Forstamtes Billenhagen kümmern. Anfang Januar hat Nadine Staub aus Rechtenbach in Unterfranken ihr neues Amt angetreten.

Die 20-Jährige ist seit ihrem 15. Lebensjahr im Wald beschäftigt. „Im Wald und mit der Natur wollte ich schon immer arbeiten“, sagt die junge Frau, die mit ihren Eltern und Großeltern schon als Kind Brennholz gemacht hat. Die Freude an der Natur brachte sie dann zur Entscheidung, eine Fortwirtslehre zu machen, in den Jahren von 2014 bis 2016 ließ sie sich zur geprüften Forsttechnikerin ausbilden. Damit ist sie beispielsweise in Bayern auch berechtigt, ein Forstrevier zu führen.

„Nach den vielen Jahren in Bayern wurde es nun Zeit, einmal den Ort zu wechseln“, sagt Nadine Staub, die sich bundesweit nach einer neuen Stelle umgesehen und sich nun für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern entschieden hat. „Mir ist als Waldpädagogin vor allem daran gelegen, die Menschen für den Wald zu begeistern und ihnen die Natur zu erklären“, sagt Nadine Staub, die sich schon gleich von Anfang an in Mecklenburg wohlfühlt.

Das Billenhäger Forstamt macht eine breite Öffentlichkeitsarbeit, vor allem mit den Grundschulen in der Umgebung. Zum Programm zählen Pflanzaktionen und eine Waldolympiade. Bei den Motorsägenkursen aber kann man Nadine Staub auch finden, die werden nun von ihr gegeben. msc

Michael Schißler

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