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Falsche Beamte am Telefon: Polizei jagt Betrüger im Ausland

Stadtmitte/Schwaan Falsche Beamte am Telefon: Polizei jagt Betrüger im Ausland

Eine Serie von Betrugsversuchen am Telefon hält die Rostocker Kripo in Atem. Die Ermittler vermuten die Hintermänner in Polen und der Türkei.

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Die Betrüger am Telefon sitzen meist im Ausland und bleiben unerkannt. Symbolfoto: Frank Söllner

Stadtmitte/Schwaan. . Mal geben sie sich als Polizisten aus, mal als Rechtsanwälte, Bankmitarbeiter oder auch als Staatsanwälte: Mit einer neue Masche des Enkeltricks versuchen Kriminelle seit einigen Wochen arglose Senioren in und um Rostock um ihr Geld zu bringen. Fast 30 Fälle wurden den Ermittlern des Polizeipräsidiums in Rostock bereits gemeldet. Die jüngsten Betrugsversuche ereigneten sich in Rostock und Schwaan. Die Täter vermuten die Fahnder im Ausland – in Polen und auch in der Türkei.

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Eine Serie von Betrugsversuchen am Telefon hält die Rostocker Kripo in Atem. Die Ermittler vermuten die Hintermänner in Polen und der Türkei.

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Das Neue an der Masche: „Die Täter geben sich am Telefon nicht mehr als Verwandte aus, die in einer Notlage sind, sondern als Amtspersonen“, sagt Isabel Wenzel, die Sprecherin des Polizeipräsidiums.

Besonders gerne spielen die Kriminellen die Rolle eines Polizisten. Ein Beispiel: „Die Anrufer erzählten einem älteren Mitbürger, dass gegen ihn verdeckt ermittelt wird.“ Diese Ermittlungen würden nur eingestellt, wenn die Person sofort ein größere Summe an die Täter übergebe. Eine andere Version: „Die Täter behaupteten, dass es in dem Stadtteil des Opfers eine Einbruchsserie gäbe und, dass es doch sicherer sei, wenn die Wertsachen bei der Polizei aufbewahrt würden“, berichtet Wenzel. Ebenfalls „beliebt“ bei den Betrügern: Sie geben sich als Mitarbeiter von Stadtwerken oder Banken aus.

„Die Anrufer drohen damit, dass das Konto gesperrt oder der Strom abgeschaltet wird, wenn angebliche Schulden nicht unverzüglich mit Bargeld bezahlt werden“, so die Polizeisprecherin. „Meist setzen die Kriminellen die älteren Damen und Herren am Telefon unter Druck.“ Die Polizei spricht von „Schockanrufen“. Der Klassiker: „Ein Verwandter hat einen Unfall verursacht und muss ins Gefängnis, wenn nicht sofort Geld bezahlt wird. Gerade ältere Menschen geraten leichter in Panik, übergeben doch das Geld.“

Erst vergangene Woche versuchten die Kriminellen, in Rostock Senioren abzuzocken. Am Mittwochabend hatten sie sich gezielt ältere Menschen in Schwaan ausgesucht: Bei der Polizei gingen gleich mehrere Anrufe von besorgten Bürgern ein, die zuvor dubiose Anrufe erhalten hatten. Keiner der Senioren war auf den Betrugsversuch hereingefallen.

Die Ermittlungen gegen die Täter erweisen sich für die Polizei aber als äußerst schwierig: „Die Anrufer sitzen oft gar nicht in Deutschland“, sagt Wenzel. Zuletzt hatte die Polizei die Nummern der Betrüger nach Polen und in die Türkei zurückverfolgt. „Und wenn wir doch mal Täter kriegen, dann sind das nur die Läufer, die Kuriere in Deutschland.“ Das seien nur „Laufburschen“, die einen kleinen Anteil der Beute bekommen. „Und die kennen oft nicht mal die Strukturen hinter den Taten.“ An die eigentlichen Verbrecher im Ausland komme die Polizei nur schwer ran.

Die Beamten raten deshalb bei dubiosen Anrufen zu besonderer Vorsicht: „Wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie aufgefordert werden, Geld und Wertsachen zu übergeben, legen Sie schnellst möglich auf – und rufen Sie den Notruf 110 an“, so Wenzel. Richtige Polizisten können sich immer ausweisen.

Andreas Meyer

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