Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Festwoche mit Pony, Traktor und Taufe

WIENDORF Festwoche mit Pony, Traktor und Taufe

„Landzwerge“ feiern seit Montag ihr zehnjähriges Bestehen als „Kalis Kinderwelten“ / Kita drohte 2006 das Aus

Voriger Artikel
Bahnhofsbrücke zur Probe gedreht
Nächster Artikel
Grusel-Clowns: Zwei weitere Fälle in MV – ein Opfer verletzt

Hüa! Lennard (4) und Nick (3) fühlen sich wohl auf dem Pony, das in Nachbarschaft zum Kindergarten lebt. Die Erzieher Jeannine Rehfeldt (r.) und Brigitte Borowski halten die Zügel fest in der Hand.

Quelle: Fotos: Claudia Tupeit

Wiendorf. Flotte Kurven mit Roller und Dreirad sind zwar schon immer möglich gewesen. Doch nun haben die „Landzwerge“ des gleichnamigen Kindergartens in Wiendorf den Streckenabschnitt auf dem Hof auch mit einem Straßenschild quasi eingeweiht. Seit Montag flitzen die Knirpse um die Zwergenkurve herum.

OZ-Bild

„Landzwerge“ feiern seit Montag ihr zehnjähriges Bestehen als „Kalis Kinderwelten“ / Kita drohte 2006 das Aus

Zur Bildergalerie

Die Kurventaufe ist der Auftakt zur Festwoche der Wiendorfer „Landzwerge“ gewesen. Zehn Jahre gibt es den Kindergarten nun unter dem freien Träger „Kalis Kinderwelten“, zu dem auch zwei Einrichtungen in Rostock gehören. Beinah hätten Erzieher und Kinder dieses Jubiläum aber gar nicht gehabt. Im Jahr 2006 drohte der Tagesstätte das Aus. Die Gemeinde – damaliger Träger – wollte die Kita aufgeben.

Eine Elterninitiative stemmte sich lautstark und öffentlichkeitswirksam dagegen. „Wir haben für den Erhalt der Kita gekämpft, weil wir unsere Kinder einfach hier betreut wissen wollten“, erzählt Kita-Leiterin Jeannine Rehfeldt (42), die damals als Mutter selbst betroffen war.

Schließlich wurde Knut von Oertzen auf die Situation in dem kleinen Dorf aufmerksam – und avancierte zum Retter. Er hatte bereits seit den 1990er Jahren Kindergärten in Schmarl und im Patriotischen Weg in Rostock. Als er schließlich die ländlich gelegene kleine Kita übernahm, „waren vielleicht noch zehn Kinder hier“, erinnert sich Rehfeldt. Heute sind es 56. Geburtenstarke Jahre und der gute Ruf des Trägers seien aus Sicht der Leiterin Gründe für die positive Entwicklung.

Natürlich sind von den Kleinsten – den „Quakfröschen“ – bis zu den „wilden Wichteln“ alle in die Festwoche involviert. Während die Großen ihre Kurve eingeweiht haben, durften die Lütten auf einer Hüpfburg herumtollen. Am Dienstag ging es für alle hoch zu Ross auf ein Pony, das gleich ein paar Häuser weiter wohnt. Selbst die Ein- und Zweijährigen trauten sich auf den Pferderücken.

Einen Tag wartete ein Traktor im Hof des Kindergartens. Auf dem Hänger hat der die Steppkes in mehreren Touren nach Rukieten gebracht, wo sie spielen und picknicken konnten. Gestern durften sich alle in der Küche nützlich machen. Die Familien waren zum Grillfest eingeladen, und die Kinder haben mit ihren Erziehern das Essen vorbereitet. Die Kleinen konnten beim Kuchenbacken helfen, die Mittleren haben Kräuterbutter selbst gemacht und die Großen haben allerhand Leckereien in den Nudelsalat geschnippelt. Das fertige Essen haben die Ehrengäste – also Geschwister, Eltern, Oma und Opa – schließlich am Abend verputzt.

Zum Abschluss der Festtage heißt es für die Älteren heute Augen und Ohren auf beim Puppentheater, passend zur Jahreszeit mit einer Geschichte über einen „Giftpilz“. Die Jüngeren sollen dagegen fühlen: Barfuß gehen sie über Heu, Kastanien, Tannenzapfen und Sägespäne, um die herbstliche Natur unter den Fußsohlen zu erleben.

Das Ende der Festwoche ist auch der Beginn der Mostzeit. Ab nächster Woche gibt es wieder Apfelsaft für die Knirpse, der in der Mosterei aus den Früchten gepresst wurde, die an den Bäumen im Kita-Hof wachsen. Den Saft gibt’s gestreckt mit Wasser bis zum Frühjahr.

Kita drohte das Aus

1992 hat Knut von Oertzen die „Soziale Dienste von Oertzen GmbH“ in Rostock gegründet, als freie Träger für Kindergärten gesucht wurden. Er besaß zu dieser Zeit ein Bildungszentrum für Erzieher. Vor zwei Jahren hat sich von Oertzen aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen und das Feld Anja Kapahnke und Marina Lichtner überlassen, die bereits beim Träger arbeiteten. Sie haben den Träger auf „Kalis Kinderwelten“ umgetauft.

56 Kinder haben heute in Wiendorf im Kindergarten Platz. Die Einrichtung auf dem Dorf übernahm von Oertzen 2006, als die Gemeinde die Kita aufgeben wollte.

Claudia Tupeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Acht Jahre Bürgermeister von Wolgast: Stefan Weigler (37/parteilos) bleibt unerschütterlicher Optimist

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Neue Kita eröffnet am Kindertag

Rostocker Institut Lernen und Leben feiert Richtfest für Neubau in Neubukow