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Feuer im Forst: Rostocks Ämter sind gerüstet

Wiethagen Feuer im Forst: Rostocks Ämter sind gerüstet

Gefahrenstufe in der Heide erhöht / Feuerwehr: Im Land fehlen Helikopter

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Kontrollierter Brand: 2016 wurde in der Heide eine Fläche unter Aufsicht abgebrannt – für den Naturschutz.

Wiethagen. Die Bilder von den verheerenden Waldbränden in Portugal – Jörg Harmuth hat sie ganz genau verfolgt: „Das ist eine Katastrophe, absolut schrecklich“, so der Leiter des Rostocker Stadtforstamtes. Ganze Wälder und Siedlungen sind in dem EU- Land den Flammen zum Opfer gefallen, mindestens 62 Menschen haben ihr Leben verloren. „Bei uns kann so etwas zum Glück nicht passieren. Jedenfalls nicht in diesem Ausmaß“, sagt Harmuth. Dabei sorgt das sommerliche Wetter auch in der Rostocker Heide für zunehmende Gefahr: Gestern wurde die Waldbrand- Alarmstufe auf „2“ hochgesetzt.

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Gefahrenstufe in der Heide erhöht / Feuerwehr: Im Land fehlen Helikopter

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„Noch ist die Lage bei uns aber völlig entspannt“, sagt Harmuth. Denn die Regenfälle der vergangenen Wochen sind im Wald noch zu spüren: „Laufen Sie mal morgens um 7 Uhr in der Früh durch die Heide – dann bekommen Sie nasse Füße vom Tau.“ Ein Großbrand, wie er jetzt in Portugal von einem Blitz ausgelöst wurde, sei in den Wäldern der Stadt undenkbar: Zwar gäbe es auch rund um Rostock größere Nadelholz-Bestände, die Nähe zur Küste sei aber in punkto Waldbrand-Gefahr ein echter Vorteil: „Wir haben in der Regel eine hohe Luftfeuchtigkeit in unseren Wäldern. Da kann sich ein Feuer gar nicht so schnell ausbreiten.“

Dabei gehören auch für das Stadtforstamt Waldbrände zum Alltag: „Aber in meinen 25 Jahren als Förster habe ich nie einen Brand erlebt, der mehr als ein halbes Hektar vernichtet hat.“ In Portugal sind gerade 100000 Hektar verbrannt.

Wenn in der Rostocker Heide Flammen loderten, dann waren meist Menschen schuld: „Im vergangenen Jahr hatten wir zum Beispiel einen Feuerteufel, der an Waldparkplätzen Brände gelegt hat“, berichtet Harmuth. Meist sei aber Unachtsamkeit der Auslöser für Feuer im Stadtwald: „Solang wir in den Wäldern keine geschlossene Schneedecke haben, gilt dort absolutes Rauchverbot“, sagt der Forstamtsleiter.

Doch nach wie vor komme es vor, dass Raucher ihre Kippen nicht nur anzünden, sondern auch die brennenden Glimmstengel in den Forst werfen. „Auch das Grillen am Strand in der Nähe der Wälder ist gefährlich. Da sitzen die Leute mit ihrem Einweggrill, der Wind bläst von See und ein paar Meter weiter liegen die trockenen Kiefernnadeln. Das ist im Sommer absolut gefährlich.“

Für den Notfall seien sowohl das Forstamt als auch die Berufsfeuerwehr bestens vorbereitet, sagt Harmuth: „Ab Warnstufe 3 haben wir eine Rufbereitschaft. Dann kontrollieren die Revierförster auch regelmäßig alle Wälder.“ Ab Stufe 4 könnte das Amt sogar die Wälder sperren: „Doch das machen wir nicht. Je mehr Menschen in den Wäldern unterwegs sind, desto eher wird ein Brand schließlich auch entdeckt.“ Automatisierte Kameras oder Beobachtungstürme gäbe es in der Heide nicht: „So etwas gibt es in MV nur im Süden des Landes, in den Wäldern an der Seenplatte zum Beispiel.“

Auch Johann Edelmann, Leiter des Rostocker Brandschutz- und Rettungsamtes, sieht die Hansestadt bestens gerüstet für einen Waldbrand: „Wir haben auch für solche Szenarien klare Einsatzkonzepte“, sagt Edelmann. Die Wasserversorgung sei kein Problem: „Wir haben in der Rostocker Heide genügend Gewässer, aus denen wir Wasser entnehmen können. Und außerdem verlaufen durch die Heide auch einige Wasserleitungen, die wir anzapfen können.“ Und wenn es doch mal in einem ganz entlegenen Winkel des Waldes brennt? „Dann haben wir auch noch Tanklöschfahrzeuge mit bis zu 5000 Litern an Bord.“ Das sei ausreichend: „Bei einem Waldbrand brauchen wir keine riesigen Wassermengen. Dann löschen wir mit feinem Sprühnebel.“ Und außerdem: „Unsere Laubwälder brennen schlechter als Nadelwälder wie in Portugal.“

Eine Sorge haben die Brandschützer aber doch: Bei einem richtig großen Waldbrand brauchen sie Hilfe aus der Luft. „Wasserbehälter, die an Hubschrauber angehängt werden können, stehen an zentralen Orten im Land bereit. Aber uns fehlen mittlerweile die Hubschrauber.“ Die Bundeswehr habe kaum noch Maschinen im Land, die Helikopter von Landes- und Bundespolizei seien für die (Wasser-)Last schlichtweg zu klein.

Andreas Meyer

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