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Fiese Salz-Attacke zerstört jungen Baum

Stadtmitte Fiese Salz-Attacke zerstört jungen Baum

Grünamt beklagt Vandalismus und gezielte Aktionen / Aktuelle Fälle am Doberaner Platz und im Fischerdorf / Senator wirbt für Patenschaften

Stadtmitte. Der Doberaner Platz zeichnet sich sowieso nicht durch üppiges Grün aus, doch selbst die spärliche Bepflanzung scheint irgendjemand ein Dorn im Auge zu sein. Zum wiederholten Mal wurde am Standort Wismarsche Straße 5 ein junger Baum mutwillig zerstört, teilt das Amt für Stadtgrün mit.

 

OZ-Bild

Mit viel Salz wurde dieser junge Baum am Doberaner Platz mutwillig zerstört, sagt das Grünamt.

Quelle: Ove Arscholl

Baumpaten können ein Schild bekommen

Eine Baumpatenschaft kann je nach Vereinbarung das Sauberhalten der Baumscheibe, Wässern bei Trockenheit, Bepflanzung der Baumscheibe, Schneiden der Stamm- und Stockausschlägen und das Feststellen von Baumschäden umfassen. Wer will, kann als Baumpate auch ein Schild mit

seinem Namen bekommen. Ansprechpartner ist das Amt für Stadtgrün.

Noch Ende Mai schien die im Herbst 2015 gepflanzte Linde kerngesund und sich gut zu entwickeln. Von einem Tag auf den anderen waren die Blätter vertrocknet. Das Grünamt entschloss sich daraufhin, den Boden bei der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) testen zu lassen, berichtet Steffie Soldan, Baumexpertin im Grünamt. Das Ergebnis: Die Probe wies zehnmal mehr Salz aus als der Nachbarstandort. Steffie Soldan kommt zu einer klaren Schlussfolgerung. „Die Leute wissen genau, was sie tun.“ Schon bei dem zuvor am Wohn- und Geschäftshaus gepflanzten Baum habe es den Verdacht gegeben, dass dieser ebenfalls bewusst zerstört wurde.

Neben dem Beispiel vom Doberaner Platz beklagt das Grünamt aktuell den Verlust von zwei weiteren jungen Bäumen im Fischerdorf in Evershagen, die umgeknickt wurden, berichtet Steffie Soldan. Auch dort wurde bereits mehrfach gepflanzt. Erst jüngst widmeten sich die Nordischen Baumtage dem Thema „Die Baummörder und ihre Methoden“, erzählt Steffie Soldan. Salz sowie das berühmt-berüchtigte Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gehören inzwischen zu den am häufigsten verwendeten Methoden. „Damit bringt man jeden Baum um.“

Wie hoch der jährliche Schaden sei, werde nicht genau erfasst, nicht jeder attackierte Baum sei bekannt, erläutert Steffie Soldan. Wird die Pflanzung als externe Leistung vergeben, koste das pro Baum 1000 Euro, erläutert die Grünamtsmitarbeiterin. Allein die drei Fälle der letzten Tag würden somit mit 3000 Euro zu Buche schlagen.

Über die Motive für Baum-Vandalismus kann sie nur Mutmaßen. Bei abgeknickten Exemplaren habe sie Jugendliche im Verdacht, die sich einfach austoben. Oft genug erlebe sie aber auch Leute, berichtet Steffie Soldan, die vor dem Haus auf keinen Fall Bäume haben wollen – weil Schatten die Wohnung verdunkelt oder das Laub im Herbst stört. „Das ist unser täglicher Spagat“, sagt Steffie Soldan.

Zwischen jenen, die jeden Baum als störend empfinden und anderen, die sich an jeden Stamm ketten, um das Gewächs vorm Fällen zu bewahren.

Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) wirbt dafür, eine Patenschaft zu übernehmen. Die Möglichkeit, sich für einen Baum verantwortlich zu erklären, gibt es seit vielen Jahren. Bisher tun das allerdings nur 23 Rostocker. „Daraus ist zu sehen, der große Ansturm Baumliebhaber noch aussteht“, sagt Holger Matthäus. Neu sei jetzt übrigens, dass auch die Baumscheibe durch den Paten bepflanzt werden kann.

Thomas Niebuhr

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