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Flüchtlinge bauen neuen Spielplatz

GELBENSANDE Flüchtlinge bauen neuen Spielplatz

In Gelbensande habe sich Bürger und ihre neuen Nachbarn zu einem nützlichen Projekt zusammengefunden

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Sie bauten den neuen Spielplatz in Gelbensande: Bodo Erbach, Flüchtlingshelferin Regine Staiger und Nikabou (obere Reihe, jeweils von links) Gemeindevertreter Rolf Reuter, Ali, Felix (mittlerere Reihe) außerdem dabei Filmon und Ernst Lubbe (vordere Reihe).

Quelle: Michael Schißler

Gelbensande. Dass die Gelbensander Kinder und die Kinder der etwa 100 Flüchtlinge in der Gemeinde heute – Einweihung ist heute am Nachmittag im Rahmen des Dorffestes und des Heideturniers – einen zusätzlichen Spielplatz in der Gemeinde haben, verdanken sie Bodo Erbach, Chef des Sportvereins Grashoppers und einer Handvoll Flüchtlingen. „Das ist eine tolle Sache gewesen“, sagte Bodo Erbach, „zehn bis 15 von ihnen, sie stammen aus der Ukraine, Montenegro, Togo und Albanien, haben sich regelmäßig seit Anfang Mai an den Arbeiten beteiligt.“

Die Stimmung bei der Arbeit auf dem Spielplatz war wirklich gut. Baustellen-

sprache war

dabei Deutsch.“

Bodo Erbach,

Gemeindevertreter

Das Projekt wurde erforderlich, „weil sich unsere Flüchtlinge bei einem Treffen des Helfernetzwerkes gewünscht haben, etwas arbeiten zu können“, berichtete Erbach. Der Gemeindevertreter machte sich Gedanken darüber, welche Arbeit man den Flüchtlingen übertragen könnte. Dabei fiel sein Blick auf eine kleine verwilderte Fläche an der Gelbensander Sporthalle.

„Dort hatte schon immer etwas geschehen sollen“, sagte Erbach. „Die Gemeindevertretung hat dann meinem Plan, dort einen Spielplatz errichten zu lassen, sofort zugestimmt“, sagte der Kommunalpolitiker. „Und wir haben auch im Haushalt noch einen Posten für einen Spielplatz gefunden, der zwar geplant, aber nicht realisiert worden ist, also war noch Geld übrig.“ Damit war dann ein Teil der finanziellen Probleme gelöst. „Nun mussten wir die Flüchtlinge bei ihrer Arbeit absichern“, erläuterte Erbach die weiteren Schritte: „Zuerst dachte ich, das ginge über einen Praktikumsvertrag, das allerdings durfte das Amt Rostocker Heide nicht umsetzen.“ Erst mit einem Ehrenamtsvertrag war dies möglich. „Dabei haben uns die Amtsmitarbeiter sehr intensiv geholfen.“ Aber dennoch ist es in Deutschland nicht so einfach, auf die Schnelle auf einem öffentlichen Gelände einen Spielplatz zu bauen. „Der Technische Überwachungsverein, der bei uns vorbeigeschaut hat, hat angemahnt, dass unsere Helfer Sicherheitsschuhe brauchen“, sagte der Organisator, der aber dem Einwurf durchaus zustimmen kann: „Die Flüchtlinge waren hier auf Badelatschen unterwegs.“ Nachdem er von der gesetzlichen Seite her keine Einwände gab, gingen die Gelbensander gemeinsam mit ihren Flüchtlingen an die Arbeit.

„Wir haben die Baumstämme, die uns der Förster zu einem Vorzugspreis überlassen hatte, selbst aus dem Wald geholt und geschält “, erzählt Organisator Erbach, „das war die schwerste Arbeit.“

Unterstützung habe man auch vom Gelbensander Gemeindearbeiter bekommen, „der uns mit seinem Werkzeug ausgeholfen hat“. Viel Geld allerdings haben „die Schrauben, die Ketten und die Eisenteile gekostet“, sagt Bodo Erbach. Gänzlich kostenlos dagegen war die Versorgung auf der Baustelle: „Wenn die Senioren im Heidetreff zusammengekommen sind, haben sie uns immer Kaffee und Kuchen gebracht.“

Ähnlich unproblematisch war es, die Spielgeräte zu bauen. „Unser Vereinsmitglied Frank Wiechmann aus Kloster Wulfshagen hat sie entworfen, und sie sind bereits geprüft, so dass wir beim Nachbau dafür kein Geld mehr ausgeben mussten“, sagte Bodo Erbach. Nun haben die Kinder genau im Zentrum zwischen Turnhalle, Heidetreff und Kindertagesstätte einen neuen Spielplatz, „der aber auch von den Jugendlichen genutzt werden kann, die sich hier treffen wollen“. Gebaut haben die Flüchtlinge und ihre Gelbensander Gastgeber ein Klettergerüst und ein Kombinationsgerät zum Sitzen, Balancieren und Klettern.

„Die Arbeit hat Spaß gemacht“, sagt Bodo Erbach, der in dem neuen Spielplatz nicht unbedingt ein großes Integrationsprojekt für Flüchtlinge sehen will. „Die Menschen waren froh, dass sie etwas tun konnten und dass nun etwas von ihnen hier in Gelbensande bleibt. Bisweilen kippte aber die Stimmung: „Wenn einer von den Helfern wieder in seine Heimat zurückgeschickt wurde, dann wurde es schnell still beim Arbeiten.“

Michael Schißler

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