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Forscher der Uni untersuchen Rückfallrisiko bei Hautkrebs

Forscher der Uni untersuchen Rückfallrisiko bei Hautkrebs

Rostocker haben in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg ein Projekt zur Erkennung von Tumormarkern gestartet / Aktuelle Diagnosetechniken ungenügend

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Die Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systembiologie und Bioinformatik der Rostocker Universität besitzen unterschiedlichste Nationalitäten. Der indische Nachwuchswissenschaftler Shailendra Gupta (39, l.) arbeitet zusammen mit dem Pakistaner Faiz Muhammed Khan (31).

Quelle: Pauline Rabe

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Endlich ist Sommer. Doch mit der Sonneneinstrahlung steigt auch das Hautkrebsrisiko. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, nach einer erfolgreichen Behandlung erneut zu erkranken, untersuchen derzeit Forscher der Rostocker Universität. Mitarbeiter des Lehrstuhls für Systembiologie und Bioinformatik haben in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg das Projekt „MelEVIR – Melanoma, Extracellular Vesicles, and Immune Response“ gestartet. Drei Jahre lang wird ein neues Verfahren zum Erkennen von Tumormarkern erforscht.

 

OZ-Bild

Wir wollen eine diagnos- tische Software entwickeln, um das Rückfallrisiko bei Hautkrebs zu ermitteln.“Olaf Wolkenhauer, Lehrstuhl für Systembiologie

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„Die Entfernung eines Tumors geschieht nie zu 100 Prozent“, erklärt der Leiter des Lehrstuhls Olaf Wolkenhauer. Durch die ungleichmäßigen Formen bleiben nahezu immer winzig kleine Zellen nach der Operation im Körper des Patienten zurück.

„Große dieser Zellen messen gerade mal einen Mikrometer.“ Dies entspricht dem Millionstel eines Meters. Die Marker sind daher sehr schwierig nachzuweisen. „Eine aktuelle Diagnosetechnik ist das Bildverfahren“, erklärt Wolkenhauer. Dies sei jedoch sehr aufwendig und erschwert eine frühe Erkennung. Das hat zur Folge, dass übrig gebliebene Zellen über Jahre unentdeckt bleiben können, bevor sie zu wachsen beginnen und mitunter innerhalb kurzer Zeit eine gefährliche Größe erreichen. „Unser Ziel ist eine diagnostische Software zu entwickeln, welche das Rückfallrisiko misst“, so der Forscher.

Dafür soll eine neue Methode entwickelt werden. „Wir werden das Immunsystem nutzen, um sogenannte Vesikel entdecken zu können“, sagt Nachwuchswissenschaftler Shailendra Gupta. Vesikel sind kleine Tröpfchen, die von einer Membran umhüllt sind und von Zellen ins umliegende Gewebe abgegeben werden.

„Die Tröpfchen entstehen, wenn Immunzellen gegen Tumorzellen kämpfen.“ Diese Reaktion mache die Zellen besser für die Forscher sichtbar. „Das Immunsystem für die Krebsforschung zu nutzen ist ein allgemeiner Trend“, erzählt Wolkenhauer. Es werde sogar für die Behandlung in Betracht gezogen. Gefördert wird das Verbundprojekt mit insgesamt 1,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Universität Erlangen-Nürnberg liefert die Daten für die Analyse der Rostocker. „Die Hautklinik hat eine Studie mit Hautkrebspatienten durchgeführt“, sagt Gupta. Solche Studien seien sehr aufwendig, schwer und kostenintensiv. „Die Zusammenarbeit mit Erlangen-Nürnberg läuft super“, sagt Wolkenhauer. Regelmäßig werde der neueste Stand in Skype-Konferenzen ausgetauscht.

Projektkoordinator Julio Vera González hat zuvor an der Rostocker Universität gearbeitet, wodurch der Kontakt nach Erlangen überhaupt erst entstanden ist. „Mit ihm als Spanier und Herrn Gupta als Inder hat unser Team verschiedene Nationalitäten“, so Wolkenhauer. Dies sei am gesamten Lehrstuhl ähnlich. So gibt es auch Mitarbeiter aus Pakistan, Kanada, dem Iran und Frankreich. „Für mich als Leiter ist es schön anzusehen, dass so viele junge Leute aus anderen Ländern nach Rostock kommen, um einen erfolgreichen Beitrag zur Wissenschaft zu leisten.“

Bundesministerium fördert das Projekt

1,3 Millionen Euro Förderung erhielt das Verbundprojekt der Universitäten Rostock und Erlangen-Nürnberg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

3 Jahre wird das Forscherteam der Frage nachgehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Patienten nach einer erfolgreichen Therapie erneut an Krebs erkranken können.

3 Schritte spielen in der Krebsforschung eine wichtige Rolle: Diagnose, Prognose und Therapie. Die Forscher der Uni Rostock widmen sich ihrem Projekt den ersten beiden Schritten.

Pauline Rabe

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